Herzenswunsch vieler Mühlbacher: Eine Zukunft für die alte Schmiede in Frankenberg

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Wo in Mühlbach noch der Hammer hängt: Die Stadt Frankenberg hat ein leer stehendes Wohngebäude zum Verkauf ausgeschrieben. Hinter seinen Mauern ist die Zeit stehen geblieben.

Mühlbach.

Das Grundstück Frankenberger Straße 22 ist bebaut mit einer Scheune und einem Wohnhaus mit ehemaliger Schmiede. Die Werkstatt ist komplett erhalten. Werkzeuge hängen aufgereiht an den Wänden. Am Boden finden sich Briketts und Koks. Ein großer Blasebalg zeugt vom einstigen Handwerk. Nur vom Amboss fehlt ein Stück.

"Das Objekt ist unbewohnt, steht nicht unter Denkmalschutz und liegt in keinem Sanierungsgebiet", so die Stadtverwaltung. Da es für die Immobilie Kaufinteressenten gebe, wurde sie jetzt öffentlich ausgeschrieben. Das Grundstück ist 980 Quadratmeter groß. Das Mindestgebot liegt bei 49.000 Euro. Das 1848 errichtete Hauptgebäude besteht aus drei Etagen und verfügt über eine Wohn- und Nutzfläche von 227 Quadratmetern. Gebote können bis zum 15. September abgegeben werden.

Zwar will sich die klamme Stadt von dem aus ihrer Sicht "entbehrlichen Objekt" trennen. Was aber aus dem Gebäudekomplex wird, ist ihr nicht egal. Daher sollen die Bieter nicht nur den Preis nennen, den sie zu zahlen bereit wären, sondern auch Vorstellungen zur künftigen Nutzung formulieren. Das Grundstück werde mit einer Bau- und Sanierungsverpflichtung von fünf Jahren veräußert. Ein Weiterverkauf ist nur mit Zustimmung der Verkäufer zulässig.

Damit kommt das Rathaus den Mühlbachern entgegen. Denn was die Zentrale einfach nur versilbern will, werde vor Ort als ein Stück erhaltenswerte Heimatgeschichte betrachtet. "Eine große Stadt, die authentisch sein will, braucht eben auch liebenswerte Kleinigkeiten", sagte Ortsvorsteherin Ute Nebe. Seit ihrer Zeit als Bürgermeisterin bis zur Eingemeindung 1998 beschäftigt sie sich bereits mit der alten Schmiede. Immer wieder wurden Anläufe unternommen, eine kleine Ausstellung und eine Art Bürgerhaus aufzubauen und so Brauchtum zu pflegen. "Aber letztlich scheiterte es immer am Geld", bedauert Ute Nebe. Eine Förderung über die Programme Leader oder ländlicher Raum wären denkbar. "Aber es mangelt am städtischen Eigenanteil." Dabei haben sich die Mühlbacher für die Förderung extra dem Heimatverein angeschlossen.

Nun hoffen sie auf einen Investor, der zu ihnen passt. Schön wäre es, wenn der oder die Käufer nicht nur das Gebäudeensemble für Wohnzwecke sanieren, sondern auch etwas für die Brauchtumspflege übrig haben. Ein Fortbestand der Schmiede als kleines Heimatmuseum wäre der Herzenswunsch vieler Anwohner.

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