"Leser helfen"-Aktion: So kommt Lucas aus Mittweida dem Lichterglanz ein Stück näher

Janet Franz kümmert sich seit 23 Jahren um ihren schwerstbehinderten Sohn. Weihnachten ist für die kleine Familie die Zeit, um mal zur Ruhe zu kommen.

Mittweida.

Der Baum steht schon seit Dienstag in der Wohnung, geschmückt ist er nun auch. Sogar die Geschenke liegen bereits darunter. "Weihnachten ist für uns wie jeder andere freie Tag", sagt Janet Franz, die sich mit ihrem 23-jährigen Sohn Lucas, der von Geburt an mehrfach schwerstbehindert ist, aber sehr auf das Fest freut. "Wir genießen es, einfach mal freizuhaben." Das Essen spielt bei der kleinen Familie aber nur eine Nebenrolle, weil Lucas Nahrung nur über eine Sonde aufnehmen kann. Ob nun Festbraten oder süße Leckereien - wie Weihnachten schmeckt, weiß er nicht. "Es stört ihn aber auch nicht", sagt seine Mutter. "Kauen und schlucken strengt ihn einfach zu sehr an."

An Heiligabend kommen nun Oma und Opa in die Mittweidaer Wohnung. Es gibt Kartoffelsalat und Würstchen. Für Lucas gibt es ganz viele Geschenke, jedes einzelne ist extra verpackt. "Ihn interessiert weniger, was drin ist", erklärt Janet Franz. "Das Auspacken macht ihm viel mehr Freude." Das Greifen von Gegenständen und nun auch das Zerknüllen von Papier seien ohnehin Übungen, die er täglich machen soll. So habe er auch beim Baumschmücken helfen "müssen", Kugeln und Sterne selbst in die Hand genommen. Gemütlich soll es in der Wohnung schon sein.

Neben Musik gehört für Lucas auch der Lichterglanz zu Weihnachten unbedingt dazu. Deshalb sind Spaziergänge in der Stadt, bevorzugt am späten Nachmittag, an allen Weihnachtstagen geplant. "In Mittweida gibt es ja nicht nur den Baum und die Pyramide auf dem Markt", sagt Janet Franz. "Vor vielen Geschäften stehen nun auch beleuchtete Bäumchen. Das gefällt ihm sehr."

Auch der Besuch der Weihnachtsabteilung im Baumarkt ist für die Familie schon eine Tradition. In der Woche nach Weihnachten soll es noch diesen Ausflug geben. "Unterstützung bekommen wir aber auch an den Feiertagen vom Pflegedienst", berichtet die 50-Jährige. Dennoch ist ein "freier" Tag für sie immer mit Anstrengung verbunden. Viel Zeit zum Kochen bleibe auch nicht. Am Morgen kommt Lucas mit einem Korsett in eine Art Ständer, damit er für eine Stunde aufrecht stehen kann. Damit werden seine Gelenke anders belastet, was ihn aber auch viel Kraft kostet. Auch ein Ausflug an die Talsperre ist noch geplant. Gerade für solche Touren benötigt die Familie ein Fahrzeug, in das Janet Franz ihren Sohn mit Rollstuhl allein hineinbekommt. Bei ihrem 20 Jahre alten VW-Bus schafft sie das nicht mehr.

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