Ortschaftsrat Langenstriegis lehnt Windpark zwischen Frankenberg und Hainichen einstimmig ab

Langenstriegis.

Einstimmig abgelehnt hat der Ortschaftsrat von Langenstriegis auf seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend den Bau eines Windparks zwischen dem Frankenberger Ortsteil und den Hainichener Ortsteilen Bockendorf und Eulendorf. "Wir werden die Firma EAB GmbH bei ihrem Vorhaben nicht unterstützen", sagte Ortsvorsteher Achim Thimann. Das Unternehmen mit Sitz in Großschirma hatte in der vergangenen Woche sein Projekt vor insgesamt circa 150 Anwohnern aus allen drei Orten vorgestellt. "Für Langenstriegis kann ich sagen, dass der Grundtenor ablehnend war", so Thimann weiter. Über 70 Frankenberger Haushalte waren bei der Projektvorstellung vertreten.

Als problematisch sehen die Anwohner die durch die Windräder drohende Geräuschbelästigung, Schlagschatten, Infraschall sowie die Brandgefahr an.  
"Die Blickachsen werden verspargelt, und der freie Blick in die Landschaft würde versperrt", so die Ortschaftsräte. Thimann bedauerte zudem eine "Spaltung der Dorfgemeinschaft" in jene vielen, die das Vorhaben ablehnen und die wenigen, die davon profitieren würden, wenn sie Land zur Verfügung stellen. Es sei schwierig zu vermitteln, dass durch Tiere wie Fledermaus, Rotmilan oder Schwarzstorch Bauprojekte zu verhindern seien. "Aber 1000 Menschen sind nichts wert", meinte der Ortsvorsteher. Das sei für viele Bürger nicht mehr nachvollziehbar. Sie fühlten sich von der Politik enttäuscht.

Der Windpark Langenstriegis-Bockendorf ist ein Projekt des Großschirmaer Unternehmens EAB New Energy GmbH. "Wir planen derzeit an neun Standorten im Raum Mittelsachsen", sagte unlängst Projektleiter Claudius Siegert.  
"Wir planen hier deshalb so intensiv, da wir der Ansicht sind, dass Regionalität eines der wichtigsten Kriterien für einen erfolgreichen Projektverlauf für alle Interessengruppen darstellt und die lokale Wertschöpfung und Mehrwerte in der Region binden wollen." Strom lokal zu produzieren, mache unabhängig, so Siegert.

Sachsens Staatsminister Thomas Schmidt hatte unlängst vorgeschlagen, dass bei der Genehmigung zur Errichtung von Windenergieanlagen ab einer bestimmten Bauhöhe ein Einvernehmen mit der betroffenen Gemeinde hergestellt werden müsse. Schmidt schweben dafür als Limit 100 Meter Höhe vor. "Das wird dafür sorgen, dass bereits in einer sehr frühen Planungsphase potenzielle Investoren die Gemeinden einbeziehen und somit gemeinsam nach akzeptablen Lösungen im beiderseitigen Interesse gesucht wird." Für eine starke Vor-Ort-Beteiligung gebe es ein gemeinsames Verständnis der beteiligten Parteien bei der Ausarbeitung des Koalitionsvertrages. "Mein Vorschlag setzt das um", so Schmidt.

Die von der EAB geplanten vier Windräder in Langenstriegis und Bockendorf haben eine Gesamthöhe von je 246 Metern.  Ortsvorsteher Achim Thimann sprach sich erneut für den Vorschlag des Ministers aus. (dahl)

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