Schlägerei im Asylbewerberheim: Gericht vertagt Entscheidung

Vorerst ergebnislos ist die juristische Aufarbeitung eine gewaltsamen Auseinandersetzung von zwei Männern im Asylbewerberheim Mobendorf (Striegistal) ausgegangen, Richterin Nancy Weiß unterbrach die Hauptverhandlung, die voraussichtlich Ende Januar bei einem zweiten Termin in der Sache fortgesetzt werden soll. Begründet hatte die Richterin ihre Entscheidung damit, dass geladene Zeugen nicht erschienen waren, die aber bei der Aufklärung des Falles eine wichtige Rolle hätten spielen können. Ein 39-jähriger Türke war der gefährlichen Körperverletzung angeklagt worden. Er soll im März 2019 einen weiteren Bewohner des Asylbewerberheim, der aus Russland stammte, nach einem verbalen Streit attackiert und mit einem Billardqueue auf den Kopf geschlagen haben. Der Angeklagte hatte den von der Anklage geschilderten Ablauf der Tat bestritten, wie sein Verteidiger vor dem Amtsgericht am Montag erklärte. Vielmehr habe das vermeintliche Opfer ihn zuerst provoziert sowie geschlagen und er habe sich in der Folge des eskalierten Streits zur Wehr gesetzt. Den Billardqueue will er den Aussagen vor Gericht zufolge nicht als Schlagwerkzeug eingesetzt haben.

Zwei geladene Zeugen, die ebenfalls derzeit im Asylbewerberheim in Mobendorf wohnen, sind zur Verhandlung nicht erschienen, einer unentschuldigt. Daher verhängte die Richterin gegen diesen aus dem Iran stammenden Mann ein Ordnungsgeld. Für die Übersetzung seiner Aussage war am Montag ein Dolmetscher erschienen, der nun wider Erwarten aber nicht zum Einsatz kam. Das mutmaßliche Opfer konnte ebenso nicht vor Gericht gehört werden, da der Mann nach Aussagen der Polizei Deutschland bereits verlassen hat und freiwillig wieder ausgereist ist. (jl)


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