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Deutschlands erster AfD-Landrat mit Neonazi-Aktivistin zusammen

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Als Robert Sesselmann im vergangenen Jahr gewählt wurde, war die mediale Aufregung groß - und Sonneberg (Thüringen) war plötzlich deutschlandweit im Fokus. Nun kommt heraus: Der 57-Jährige ist frisch in einer Beziehung. Doch seine Freundin Angela S. ist nicht irgendwer...

Sonneberg.

Im vergangenen Sommer sorgte Robert Sesselmann bundesweit für Schlagzeilen: Im thüringischen Kreis Sonneberg gelang ihm, was bisher noch keiner aus seiner Partei geschafft hatte: Er wurde Deutschlands erster AfD-Landrat. Nun kommt heraus: Er ist mit einer bekannten Neonazi-Aktivistin zusammen.

Zuerst berichtete darüber das linke Rechercheportal Jena SHK. Demnach ist der 57-Jährige mit Angela S. liiert, beide verbrachten im Mai ihren Urlaub an der Ostsee, postete Bilder davon auf Facebook bzw. Instagram.

Job-Verlust nach Nazi-Fotos

Apropos Bilder: Es kursieren Aufnahmen von S., auf denen sie vor Hakenkreuz und Hitler-Portrait posiert. Nach Angaben von Jena SHK verlor S. ihren Job als Altenpflegerin 2016, als ihr Arbeitgeber, die AWO, von der Gesinnung seiner Angestellten Wind bekam. Auch war sie laut Rechercheportal eine der Frontfrauen des thüringischen Pegida-Ablegers namens „Thügida“, trat als Rednerin bei der rechtsextremen Kleinstpartei „Die Rechte“ auf und setzte sich für die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ein.

Inzwischen will S. kein Teil der rechtsextremen Szene mehr sein. Per Mail erklärte sie gegenüber Jena SHK: „Ich bin seit 2019 nicht mehr in der rechten Szene aktiv und auch in keiner Partei mehr. Ich distanziere mich von jeglichem NS-Gedankengut, habe auch keinen Kontakt mehr zu den Personen von damals.“ Ein Geschmäckle bleibt aber: Im Mai dieses Jahres ließ sich Angela S. mit Neo-Nazi Steffen Z. ablichten, bezeichnete ihn im Instagram-Posting als „lieben Kamerad“.

Sesselmann räumt gegenüber der Bild-Zeitung ein: „Ja, ich habe seit Mai eine Beziehung mit Angela S. Sie ist meine Lebensgefährtin.“ Man habe sich im März 2024 kennengelernt. Von der Vergangenheit seiner Partnerin habe er nichts gewusst. „Etwa, dass sie aktiv bei der NPD war.“

Sesselmann: Beziehung hat keinen Einfluss auf Job

Der AfD-Mann betont: „Im Jahre 2019 trat sie aus der NPD aus, und ihr polizeiliches Führungszeugnis ist ohne Eintragungen.“ Der 57-Jährige versichert gegenüber dem Springer-Blatt, dass er bestrebt sei, seinen Job gewissenhaft zu erfüllen „und diese Beziehung in keiner Weise Einfluss hat auf meine parteiübergreifende und neutrale Tätigkeit als Landrat“.

Die Thüringer Linke ist ob der Beziehung außer sich. Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag, schreibt: „Angela S. ist nicht irgendwer: Sie übernahm Funktionen bei Neonazi-Konzerten und extrem rechten Demonstrationen, startete Solidaritätsaktionen für Antisemiten, leugnete selbst unverblümt den Holocaust und huldigte Adolf Hitler öffentlich mit dem Hitlergruß.“ S. habe im Umfeld militanter Neonazis agiert. (phy)

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