Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz ein.
Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz ein. Bild: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Deutschland
Merkel: Klimaschutz ist "Überlebensfrage der Menschheit"

Freie Presse auf Google News folgen

Die frühere Kanzlerin Angela Merkel scheint mit vielen ihrer Entscheidungen im Reinen - aber nicht mit allen. Bei einer Rede in Berlin verrät sie, wie sie die Außenpolitikerin in sich entdeckte.

Berlin.

Ex-Kanzlerin Angela Merkel verlangt mehr Aufmerksamkeit für den Kampf gegen die Erderwärmung. "Trotz aller anderen politischen Herausforderungen bleibt der Klimawandel eine Überlebensfrage der Menschheit. Manchmal scheint mir das in diesen Tagen ein wenig in den Hintergrund zu treten", sagte die CDU-Politikerin bei einem Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Umweltministeriums. Merkel selbst war von 1994 bis 1998 Umweltministerin. 

Beim Klima die Außenpolitikerin in sich entdeckt

Über die erste UN-Klimakonferenz 1995 in Bonn, deren Gastgeberin sie als Ministerin war, sagte Merkel rückblickend: "Ich hatte in mir die Außenpolitikerin entdeckt." 

Merkel blickte zurück auf eigene Erfolge, äußerte aber auch Selbstkritik. "Es bleibt die Frage, ob es in meiner Macht gelegen hätte, beim Klimaschutz mehr Vorsorge zu treffen", merkte sie an. "Immer wieder handelten wir nach dem Prinzip Hoffnung und nicht nach dem Vorsorgeprinzip." Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt treibe sie weiter die Frage um, ob die Menschen willens und in der Lage seien, Experten-Warnungen ernst zu nehmen - oder ob sie immer nur nach Naturkatastrophen handelten. 

Die Entscheidung zum schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft, die eine von ihr geführte schwarz-gelbe Bundesregierung 2011 nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossen hatte, verteidigte Merkel. Sie betonte: "Ich bin bis heute der Meinung, dass wir unsere Klimaziele auch ohne die Kernenergie erreichen können." 

Wie es zur Gründung des Umweltministeriums kam

Der amtierende Umweltminister Carsten Schneider (SPD) wertete die deutsche Umweltschutzpolitik im Rückblick als Erfolg. "Die Bilanz dieser 40 Jahre kann sich sehen lassen: Deutschland ist wirtschaftlich gewachsen – und dabei gesünder und nachhaltiger geworden. Viele Gewässer sind wieder sauber – der Rhein, die Elbe und viele andere – und sie erhalten ihre Auen und ihren natürlichen Lauf zurück." 

Das Bundesumweltministerium wurde am 6. Juni 1986 als Reaktion auf die Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl (heute Ukraine) gegründet. Das Haus ist auch zuständig für die Reaktorsicherheit. Zuvor fiel der Umweltschutz in die Zuständigkeit des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die DDR war früher dran als die Bundesrepublik: Sie richtete 1972 als einer der ersten Staaten weltweit ein Umweltministerium ein. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
14.05.2026
3 min.
Bratkartoffeln und Blazer - Merkel gibt Einblick ins Private
Bratkartoffeln und Blazer - Merkel gibt Einblick ins Private - Merkel verrät ein paar Details aus ihrem Privatleben. (Archivbild)
Ihr Privatleben hat Angela Merkel als Kanzlerin immer geschützt gehalten. Viel verrät sie auch jetzt nicht. Aber ein wenig schon. Etwa über ihren grünen Daumen und ein kleines Laster.
19:00 Uhr
3 min.
Mittweida triumphiert, aber keiner will hoch
Mittweida triumphiert, aber keiner will hoch - Germania-Stürmer Moritz Eismann (r.) erzielte gegen Langenau den viel umjubelten Siegtreffer.
Die Fußballer des SV Germania Mittweida, die nach dem jüngsten Sieg im Spitzenduell vorzeitig Meister der Mittelsachsenliga sind, wollten nicht aufsteigen – Fortuna Langenau will nun auch nicht mehr.
Kai Dittrich
01.06.2026
5 min.
Neue Kommissarin des „Erzgebirgskrimis“: „Im Erzgebirge war ich vorher noch nicht“
Neue Kommissarin des „Erzgebirgskrimis“: „Im Erzgebirge war ich vorher noch nicht“ - Hier stimmt offenbar die Chemie: Kai Scheve und Teresa Weißbach (Mitte) mit ihrer neuen Kollegin Mathilda Switala gestern zum Pressetermin in Hohenstein-Ernstthal.
Der Wahl von Mathilda Switala als neue Ermittlerin in der ZDF-Krimireihe ging ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Am Montag stellte sie sich in ihrer neuen Rolle zusammen mit Teresa Weißbach und Kai Scheve vor.
Katharina Leuoth
18:57 Uhr
3 min.
Bangladeschs Außenminister folgt Baerbock bei UN
Bangladeschs Außenminister folgt Baerbock bei UN - Annalena Baerbock bei der Wahl ihres Nachfolgers in New York.
Die UN-Generalversammlung hat die Nachfolge für Annalena Baerbock gewählt. Khalilur Rahman präsentiert ein ausführliches Programm. Doch eine Frage bleibt offen.
01.06.2026
2 min.
Tierische Hochzeit: FSV-Zwickau-Torhüter Lucas Hiemann hat sich getraut
Tierische Hochzeit: FSV-Zwickau-Torhüter Lucas Hiemann hat sich getraut - Lucas gab seiner Lucy auf dem Schloss Lichtenwalde das Ja-Wort. „Diamond“ (Mitte) gehörte zur Hochzeitsgesellschaft.
Der 27-Jährige ist jetzt auch bei Lucy ganz offiziell die Nummer 1.
Thomas Prenzel
18.05.2026
5 min.
Experten: Regierung tut nicht genug für den Klimaschutz
Experten: Regierung tut nicht genug für den Klimaschutz - Beim Klimaschutz hat sich die Bundesregierung nicht genug vorgenommen, meinen wichtige Experten. (Archivbild)
Deutschland dürfte in den kommenden Jahren mehr CO2 verursachen als eingeplant - was dem Klima schadet. Und die Vorhaben der Regierung reichen laut Fachleuten nicht aus, um gegenzusteuern.
Martina Herzog, dpa
Mehr Artikel