Mette-Marits Gesundheitszustand hat sich deutlich verschlechtert. (Archivbild)
Mette-Marits Gesundheitszustand hat sich deutlich verschlechtert. (Archivbild) Bild: Lise Åserud/NTB Pool/dpa
Panorama
Arzt: Mette-Marits Lungenkrankheit "deutlich verschlechtert"

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Die norwegische Kronprinzessin ist aufgrund ihrer Erkrankung auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gekommen. Ihr Arzt berichtet, wie schlecht es um Mette-Marit steht.

Oslo.

Die Lungenkrankheit der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat sich im Laufe des vergangenen halben Jahres deutlich verschlechtert. Deshalb sei sie nun auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gekommen, sagte der Lungenfacharzt vom Osloer Universitätskrankenhaus Are Holm bei einer Pressekonferenz, die der Sender NRK live übertrug.

Um auf die Liste für eine Spender-Lunge zu kommen, müsse die Lebenserwartung der Patienten "als Faustregel" bei etwa einem Jahr liegen, sagte Holm. Gleichzeitig müsse man gesund genug sein, um den Eingriff zu verkraften und anschließend eine gute Prognose zu haben. Der Mediziner betonte, dass Mette-Marit nicht gegenüber anderen Patienten auf der Warteliste bevorzugt werde. "Wir priorisieren immer denjenigen, der am kränksten ist - denjenigen, der keine Zeit hat, zu warten", sagte der Lungenspezialist.

Lungenfibrose ist eine unheilbare Krankheit

Die 52-jährige Mette-Marit leidet an Lungenfibrose. Dabei vernarbt das Gewebe des Organs immer stärker und die Atmung wird erschwert. Die Krankheit ist nicht heilbar, ihr Voranschreiten kann jedoch durch Medikamente oder Bekämpfung der Ursachen verzögert werden. Manchmal benötigen die Patienten eine neue Lunge.

"Im letzten halben Jahr hat sich ihre Lungenfibrose deutlich verschlechtert", sagte Mette-Marits Arzt. Es sei viel mehr Narbengewebe gekommen. "Bei Lungenfunktions-Übungen sehen wir, dass ihre Leistung allein in den letzten drei Monaten beträchtlich gefallen ist. Das ist gefährlich"

Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff, der verschiedene Erkrankungen umfasst. Zu den möglichen Auslösern zählen unter anderem Lungenkrankheiten, Allergene, rheumatoide Arthritis und Medikamente. Allen Erkrankungen gemeinsam ist eine chronische Entzündung des Lungengewebes, das dabei zunehmend vernarbt. Dadurch kann Sauerstoff immer schlechter von den Lungenbläschen aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen. 

Es kommt zunächst bei körperlicher Belastung zu trockenem Reizhusten und Atemnot durch erschwertes Einatmen, später geschieht dies auch im Ruhezustand.

Warteliste für Lungen-OP in Norwegen derzeit kurz

Mette-Marits Arzt sagte, dass in Norwegen im Durchschnitt etwa 30 bis 35 Lungentransplantationen jährlich stattfinden. Wie lange die Wartezeit für eine neue Lunge betrage, könne er nicht sagen. Das hänge unter anderem davon ab, ob die Blutgruppe und die Größe der Lunge des Spenders und der Empfängerin übereinstimmten. Momentan sei die Warteliste in Norwegen kurz, so Holm.

Risiken bestehen Experten zufolge sowohl während als auch nach der Transplantation. Die schwerwiegendste Komplikation ist, dass der Körper die Spender-Lunge abstoßen könnte. Deshalb müssen Patientinnen und Patienten nach solch einer Operation ihr Leben lang Medikamente nehmen, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, und sich regelmäßig medizinischen Kontrollen unterziehen.

Krankheit hat Auswirkungen auf Familie

Während sie auf eine neue Lunge warte, werde die Kronprinzessin ihr offizielles Programm nicht wie gewohnt durchführen können, teilte der Hof mit. Auch für die Kronprinzenfamilie habe Mette-Marits Gesundheitszustand Konsequenzen. So werde das Kronprinzenpaar nicht wie geplant im August seine silberne Hochzeit feiern. Kronprinz Haakon (52) werde längere Reisen begrenzen, um mehr Zeit mit seiner Frau zu verbringen. Erst kürzlich hatte Haakon eine Japan-Reise abgebrochen, um Mette-Marit am Donnerstag ins Krankenhaus zu begleiten.

Die Krankheit der Kronprinzessin wirkt sich auf die gesamte Familie aus. (Archivbild)
Die Krankheit der Kronprinzessin wirkt sich auf die gesamte Familie aus. (Archivbild) Bild: Ole Berg-Rusten/NTB/dpa

Prinzessin Ingrid Alexandra (22), die Tochter von Mette-Marit und Haakon, ist von ihrem Auslandsaufenthalt an der Universität Sydney zurück nach Oslo gereist, um näher bei ihrer Familie zu sein. Ihr Bruder, Prinz Sverre Magnus (20), soll dem Hof zufolge wie geplant ab Herbst an einer Universität in Europa studieren. Jedoch wolle er nach Hause kommen, wenn "die Situation es erfordere".

Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, Marius Borg Høiby, hat wegen der schweren Lungenkrankheit seiner Mutter die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Das teilte der Anwalt des 29-Jährigen der Nachrichtenagentur NTB mit. Høiby ist unter anderem wegen vier Vergewaltigungen angeklagt und sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Sein Urteil wird am 15. Juni erwartet. (dpa)

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