Eine Mordkommission ist eingesetzt.
Eine Mordkommission ist eingesetzt. Bild: Christoph Reichwein/dpa
Panorama
Drama in Dortmund: U-Haft nach Schuss auf Polizisten

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Ein 51-Jähriger verletzt in Dortmund einen Polizisten. Danach verschanzt er sich in einer Wohnung, auch seine drei Kinder sind dort. Nach acht Stunden gibt der Mann auf. Er kommt in Untersuchungshaft.

Dortmund.

Ein Schuss auf einen Polizeibeamten, dann stundenlang höchste Anspannung, Ungewissheit und Sorge um drei Kinder in Dortmund: Ein bewaffneter Gewalttäter hat einen Polizisten angeschossen und sich dann mit seinen Kindern in seiner Wohnung verschanzt. Das Gebäude wird von einem enormen Polizeiaufgebot umstellt - überall Blaulicht in der Nacht. 

Dann, erst gegen 3.30 Uhr, das große Aufatmen: Der Mann gibt nach rund acht Stunden auf. Er verlässt die Wohnung, stellt sich. Die Polizei betreut die Kinder, bis Vertreter des Jugendamts eintreffen. Schon kurz darauf teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit: Eine Mordkommission ist eingerichtet. Gegen den 51-Jährigen wird nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Am Nachmittag entscheidet ein Haftrichter, dass er in Untersuchungshaft genommen wird. 

Polizist dank Schussweste nur leicht verletzt

Wegen der Schussabgabe gegen den Polizeibeamten habe man Ermittlungen wegen versuchten Totschlags gegen den 51-Jährigen aufgenommen, schilderte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zudem werde dem Mann ein Verstoß gegen das Waffengesetz und gefährliche Körperverletzung vorgehalten. Die Schussweste hat den Beamten laut Ermittlern vor Schlimmerem bewahrt. Der Polizist wurde leicht verletzt.

Der Tatverdächtige ist vorbestraft

Der Festgenommene sei 2025 bereits wegen Bedrohung verurteilt worden, sagte Staatsanwältin Gülkiz Yazir auf Anfrage. Details nannte sie nicht. Die "Ruhr Nachrichten" hatten zuvor berichtet, dass der Mann vorbestraft sei. Nach Polizeiangaben ist er serbischer Staatsbürger. Was Hintergrund der aktuellen Tat ist, muss noch ermittelt werden. 

Der Einsatz dauerte mehrere Stunden.
Der Einsatz dauerte mehrere Stunden. Bild: Christoph Reichwein/dpa

Nach stundenlangem Bangen erfolgte Festnahme 

Der Einsatz wegen einer Bedrohungslage begann am Dienstagabend, als sich die Ehefrau des 51-Jährigen per Notruf bei der Polizei meldete und um Hilfe bat. Als die Einsatzkräfte an einem Wohn- und Geschäftsgebäude eintrafen, schoss der Mann mit einer scharfen Pistole auf den Polizisten. Die Einsatzkräfte gaben einen Warnschuss ab. Der Vater verschanzte sich in seiner Wohnung, in der sich auch seine Kinder befanden. Zu deren Alter wurden keine Angaben gemacht. 

Der Tatverdächtigte ergab sich nach stundenlangen Verhandlungen gegen 3.30 Uhr und ließ sich widerstandslos von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei festnehmen. Die Kinder habe er "wohlbehalten" in der Wohnung im Ortsteil Höchsten zurückgelassen. Die Mutter der Kinder sei nicht dort gewesen, sie habe von außerhalb den Notruf gewählt, berichtete die Staatsanwältin. Den Kindern gehe es "so weit gut". Gefahr für Unbeteiligte bestand laut Polizei zu keinem Zeitpunkt.

Staatsanwaltschaft: Weitere Delikte werden geprüft

Viele Fragen sind noch offen. Der Staatsanwältin zufolge kommen weitere Delikte in Betracht, etwa "Tatvorwürfe betreffend Frau und Kinder". Das müsse aber noch geprüft werden. Das gelte auch für einen Vorfall, über den "Bild" berichtete. 

Demnach hatte der Tatverdächtige zuvor in einem Restaurant randaliert, Gäste bedroht und Pfefferspray versprüht. Als die Polizei ihn in seinem Auto aufhalten wollte, habe er durch die Scheibe geschossen und einen Beamten getroffen. Yazir sagte dazu: "Auch das ist Gegenstand der Ermittlungen." (dpa)

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