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Mit Bahn und Rad zur Autobahn-Demo: Am Brenner-Pass protestieren unerwartet viele Menschen gegen den starken Verkehr. Sie wollen auch in Zukunft nicht ruhen.
Tausende Menschen haben gegen die Verkehrsflut am Brenner protestiert. "So kann es einfach nicht mehr weitergehen", sagte Karl Mühlsteiger als Initiator der Demonstration. Die Schmerzgrenze der Bevölkerung im Wipptal sei erreicht. "Wir kollabieren mittlerweile unter den extremen Abgasen", sagte Mühlsteiger, der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner ist. Zu den Forderungen der Demonstranten zählt ein erweiterter Lärmschutz und die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene.
Wegen des Protests ist die Brenner-Route bis zum Abend für Transitfahrten gesperrt. Viele Demonstranten reisten mit Zügen und Fahrrädern an.
Kritik der Demonstranten auch an Deutschland
Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fuhren voriges Jahr fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Alpen-Transitstrecken der Schweiz.
Auf manchen Schildern war auch Kritik an der verzögerten Planung der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern zu sehen, die nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels für eine Entlastung der Autobahn sorgen soll.
Bürgermeister: Historischer Tag
"Das geht heute in die Geschichte Tirols ein", meinte Mühlsteiger. Er kündigte an, dass die Bevölkerung auch nach diesem Aktionstag nicht ruhen werde. Tirols Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) sagte bei einem Pressetermin, dass er die Forderungen der Demonstranten bereits an Wien, Berlin, Rom und Brüssel weitergeleitet habe. Die Belastungen durch den "überbordenden Transit" hätten inzwischen Grenzen überschritten, sagte Mattle laut Nachrichtenagentur APA.
Kein Verkehrschaos
Das befürchtete Verkehrschaos durch die Komplett-Sperre des Brenner-Korridors blieb indes bis zum Nachmittag aus. Es sei "extrem ruhig" geblieben, sagte Alexander Holzedl vom Autobahnbetreiber Asfinag. Offenkundig habe die Aufklärungskampagne gewirkt. Auch auf den Ausweichstrecken habe es praktisch keine Behinderungen gegeben.
Polizei und Rettungsdienste in Bayern und Österreich hatten sich auf ein mögliches Verkehrschaos eingestellt. In dem Zeitraum der Sperre passieren laut Asfinag normalerweise mehr als 30.000 Fahrzeuge die Mautstellen auf der Brenner-Autobahn. (dpa)





