Neugierige dürfen bei der Obduktion des Buckelwals dabei sein - aber nur mit Sicherheitsabstand.
Neugierige dürfen bei der Obduktion des Buckelwals dabei sein - aber nur mit Sicherheitsabstand. Bild: Kai Moorschlatt/dpa
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Woran starb der Buckelwal? Obduktion soll Rätsel lösen

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Vor rund drei Wochen wurde der als "Timmy" bekannte tote Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt angespült. Nun wird er vor Schaulustigen am Strand obduziert. Was können die Experten herausfinden?

Anholt.

Für den als "Timmy" bekannten Buckelwal steht der letzte Akt vor den Augen von Schaulustigen an: Am Strand der Insel Anholt soll der Kadaver des Wals obduziert werden. Interessierte können dabei zusehen – mit Sicherheitsabstand. Öffentliche Obduktionen an Tieren sind in Dänemark nicht ganz ungewöhnlich, trotzdem dürfte dieser Fall besonders sein. Seit mehreren Wochen liegt der Kadaver des tonnenschweren Tiers vor der Urlaubsinsel, stark aufgebläht von Fäulnisgasen und von Möwen traktiert. Und nicht nur das Team aus Tierärzten und Forschern, das den Wal nun untersuchen soll, treibt die Frage um: Woran starb das Tier?

Seit der Buckelwal ab Ende März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet war, beschäftigt sein Schicksal viele Menschen in Deutschland. Eine private Initiative hatte das Tier gegen den Rat von Fachleuten mit einem Schiff in einer Metallkiste Richtung Nordsee transportiert und ausgesetzt. Einige Zeit nach der kritisierten Aktion war der Wal tot auf Anholt angespült worden. Ein Bergungsteam hatte das Tier am Wochenende auf den Strand gezogen. Die Obduktion soll jetzt auch mit abschließender Sicherheit klären, ob der Wal mit dem Jungennamen wie vermutet ein Weibchen ist. 

Wichtiger noch ist aber die Frage nach der Todesursache. Und die könnte schwierig zu klären sein, sagte der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen der Deutschen Presse-Agentur: "Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken." Auch die Frage, ob der Wal Wasser in der Lunge gehabt haben könnte, lasse sich womöglich nicht mehr beantworten, meint der Experte.

Stark aufgebläht liegt der Buckelwal seit dem Wochenende am Strand.
Stark aufgebläht liegt der Buckelwal seit dem Wochenende am Strand. Bild: Kai Moorschlatt/dpa

Was das Obduktions-Team aber entdecken könnte: Spuren von Fischernetzen im Magen und Darm des Buckelwals. Sie könnten zum Tod des Tiers beigetragen haben. Klar ist: Die Experten werden den Buckelwal gründlich unter die Lupe nehmen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern.

Wenn die Untersuchung beendet ist, soll der Kadaver laut einem Vertreter des dänischen Amts für Naturverwaltung von der Insel gebracht werden. Einheimische wünschen sich sehr, dass der Wal verschwindet. Sie fürchten, er könnte Badegäste an dem beliebten Strand abschrecken.

Was passiert mit den Überresten von Buckelwalen in Dänemark?

Um die Verwertung von Wal-Kadavern kümmert sich in der Regel ein Unternehmen wie Daka Dänemark. In einer Fabrik würden Überreste von Walen in drei Bestandteile getrennt, erklärte ein Sprecher: "Das Wasser wird gereinigt und in den Fjord geleitet." Alles Fett – zum Beispiel aus der Speckschicht des Wals – werde in Biodiesel umgewandelt, sagte er. "Und alles andere – Knochen, Sehnen und Haut – wird zu einer Art Mehl verarbeitet, die als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik endet."

Bislang habe das Unternehmen noch keinen Auftrag für die Verwertung von Buckelwal "Timmy" erhalten, sagte der Sprecher. Die dänische Umweltbehörde beantwortete die dpa-Anfrage, wann und wohin der Kadaver von der Insel abtransportiert werde, nicht. Am Strand standen derweil am Mittwoch schon Container bereit. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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