In Sachsen warten aktuell 359 Menschen auf ein Spenderorgan. (Symbolbild)
In Sachsen warten aktuell 359 Menschen auf ein Spenderorgan. (Symbolbild) Bild: Michael Kappeler/dpa/dpa-tmn
Sachsen
359 Menschen in Sachsen warten auf Spenderorgan

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In Leipzig zeigen am kommenden Wochenende Menschen, wie viele Lebensjahre ihnen ein gespendetes Organ geschenkt hat. Doch nicht alle Wartenden haben ein solches Glück.

Leipzig.

In Sachsen warten derzeit 359 Menschen auf ein Spenderorgan. In den ersten vier Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Organspenden in Deutschland zwar über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes, dennoch herrsche weiter ein Mangel, wie aus aktuellen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht. 

Von Januar bis Ende April gab es bundesweit 368 postmortale Organspenden (2025: 341). Damit konnten 1.137 Organe für eine Transplantation an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet werden (2025: 992), hieß es. In Sachsen konnten 27 entsprechende Organspenden (2025: 20) realisiert und 71 Organe (2025: 62) entnommen werden. 

Aktion "Geschenkte Lebensjahre" in Leipzig

Der Tag der Organspende wird am kommenden Wochenende in Leipzig erstmals an zwei Tagen begangen - im Rahmen des Stadtfestes. Auf der Hauptbühne findet dann die Aktion "Geschenkte Lebensjahre" statt. Menschen mit einem Spenderorgan halten Schilder in die Höhe, auf denen die ihnen geschenkten Lebensjahre vermerkt sind. Organspende bekomme so ein Gesicht, hob Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hervor. 

Appell an Bürgerinnen und Bürger

"Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger diesen Tag zu nutzen, sich über die Organspende zu informieren, eine eigene Entscheidung zu treffen, sie zu dokumentieren und darüber in der Familie zu sprechen", betonte die Ministerin. Damit entlaste man die Angehörigen im Fall der Fälle. 

Hoffnung auf Widerspruchsregelung

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern habe sie sich für die Einführung der Widerspruchsregelung starkgemacht, erklärte Köpping: "Ich hoffe, dass jetzt im Bundestag eine konstruktive Diskussion dazu stattfindet." Die Widerspruchslösung besagt, dass jeder nach seinem Tod als Organspender gilt. Wer nicht spenden möchte, muss aktiv widersprechen.

Mehrheit der Deutschen steht Organspende positiv gegenüber

"Die Einführung einer Widerspruchsregelung wäre ein wichtiger Schritt, um die Organspende in Deutschland langfristig zu stärken und zugleich Angehörige in einer emotional hoch belastenden Situation zu entlasten", erläuterte Axel Rahme, Medizinischer Vorstand der DSO. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland stehe der Organspende positiv gegenüber. Im Ernstfall liege jedoch nur selten ein dokumentierter Wille des potenziellen Organspenders vor. (dpa)

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