95,5 Prozent für Kretschmer

Zweieinhalb Monate nach der Landtagswahl erhält der Ministerpräsident bei der Wiederwahl als Parteichef ein noch besseres Ergebnis als vor fünf Jahren - ein gutes Omen für die Regierungsbildung?

Markneukirchen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kann in seiner Partei auf einen gestiegenen Rückhalt bauen. Beim Landesparteitag am Samstag im vogtländischen Markneukirchen wurde er mit 95,5 Prozent der Stimmen für weitere zwei Jahre als CDU-Landesvorsitzender bestätigt. 192 Delegierte stimmten für den 44-Jährigen, neun gegen ihn, es gab eine Enthaltung.

Bei seiner ersten Kür vor zwei Jahren hatte er noch 21 Gegenstimmen kassiert, damals reichte es für 90,1 Prozent. Mit dem gebürtigen Görlitzer an der Spitze verteidigte Sachsens CDU bei der Landtagswahl vor zweieinhalb Monaten ihren Platz als stärkste Kraft, den sie zuvor bei der Europawahl und auch bei der Bundestagswahl 2017 an die AfD abgeben musste. Allerdings verlor sie mit nur noch 45 statt 59 Mandaten fast jeden vierten Sitz im Landtag.

Derzeit verhandelt die Union, die seit 1990 ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellt und im Freistaat zuletzt über knapp 10.350 Mitglieder verfügte, mit Grünen und SPD über die Bildung einer Kenia-Koalition. Kretschmer gab sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen zum Erfolg führen werden. Beim Streitthema Gemeinschaftsschule signalisierte er ein Entgegenkommen der Union, die ein über Klasse 4 hinausgehendes gemeinsames Lernen bisher kategorisch ablehnte, schloss aber zugleich eine Zustimmung zu dem auch von Grünen und SPD unterstützten Volksantrag ohne Änderungen im Landtag aus.

Ebenfalls im Amt bestätigt wurden auf dem Parteitag Generalsekretär Alexander Dierks (76,5 Prozent) und Vizechefin Barbara Klepsch (86,5 Prozent). Neu dabei als stellvertretende Landesvorsitzende sind Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (87,5 Prozent) und Fraktionschef Christian Hartmann (91,7 Prozent). Keiner der Genannten hatte einen Gegenkandidaten.

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