Die einen blicken voller Vorfreude auf die Landtagswahlen im Osten, die anderen voller Sorge. Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten stellen. Doch die Parteispitze scheint Sorge vorm eigenen Erfolg umzutreiben - was sie nun unternimmt.
Was machen, wenn die AfD in Regierungsverantwortung kommt? Die Frage treibt nicht nur andere Parteien um, sondern offenbar auch die AfD selbst. Hat sie gar Angst vor der Regierungsverantwortung? Das legt ein Bericht der „Bild“ nahe. Eine interne Taskforce soll die Rechtsaußen-Partei nun offenbar regierungs-fit machen.
In mehreren Bundesländern stehen 2026 Landtagswahlen an, etwa in Baden-Württemberg (8. März), Sachsen-Anhalt (6. September) und Mecklenburg-Vorpommern (20. September).
40 Prozent für AfD in Sachsen-Anhalt
Im Südwesten sehen jüngste Umfragen die AfD mit 20 Prozent als drittstärkste Kraft hinter CDU und Grünen. In Mecklemburg-Vorpommern käme die AfD mit 38 Prozent auf Platz eins, gefolgt von SPD (19 Prozent) und CDU (13 Prozent). Überboten wird das nur noch in Sachsen-Anhalt.
Die dort vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte AfD käme vor der Linken (11 Prozent) und CDU (26 Prozent) auf 40 Prozent der Wählerstimmen, könnte mit Ulrich Siegmund den ersten AfD-Ministerpräsidenten stellen.
Laut „Bild“ macht sich offenbar Sorge in der Partei breit: Wenn die AfD in Regierungsverantwortung kommt, könnte das nach hinten losgehen, so ein Bundesvorstand gegenüber der Zeitung. Grund: dünne Personaldecke und kaum jemand wisse, wie man ein Ministerium führen soll. Die Furcht vor Blamage und Selbstentzauberung geht offenbar um.
Taskforce soll Partei aufs regieren vorbereiten
Um dem vorzubeugen, haben die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla im Bundesvorstand eine neue Einheit durchgesetzt: eine „Arbeitsgruppe Regierungsbeteiligung“.
Diese soll laut Bericht nicht nur die AfD aufs Regieren vorbereiten, sondern die Partei auch vor Gegenwehr gegen eine Regierungsübernahme schützen – durch juristische Schutzschilde und politische Abwehrstrategien. Interne Kritiker sehen Probleme aber offenbar eher in den eigenen Reihen: beim fehlenden Personal mit dem Zeug zum Regieren.
Bei der vergangenen Bundestagswahl hatte die auch in Sachsen als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte Partei 38,5 Prozent der Stimmen geholt (CDU: 23,9, Linke: 12,8). Erst kürzlich errang sie im Freistaat erneut einen Bürgermeister-Posten.
In Altenberg (Osterzgebirge) gewann André Barth die Bürgermeisterwahl mit 61,8 Prozent der Stimmen. Im Freistaat stellt die AfD bereits in Großschirma mit Rolf Weigand den Bürgermeister. Zudem holte Tim Lochner, der parteilose OB von Pirna, für die Partei das dortige Rathaus. (phy)





