Sachsen
BMW erprobt humanoide Roboter in Produktion

Freie Presse auf Google News folgen

Können menschenähnliche Roboter bald zum Alltag in Autofabriken gehören? BMW startet in Leipzig die nächste Testphase - und bereitet bereits den breiteren Einsatz vor.

Leipzig.

BMW hat im Werk Leipzig die Pilotphase für den Einsatz humanoider Roboter in der Produktion gestartet. Die Maschinen werden in der Batteriemontage und der Komponentenfertigung unter realen Bedingungen getestet, wie Unternehmensvertreter bei einem Rundgang durch das Werk in Leipzig erläuterten.

Die menschenähnlichen Roboter des Schweizer Unternehmens Hexagon sollen Beschäftigte vor allem bei monotonen, ergonomisch belastenden oder sicherheitskritischen Tätigkeiten unterstützen. Ziel sei es, die Technologie für einen späteren breiteren Einsatz in der Produktion weiterzuentwickeln. Leipzig ist nach Angaben des Unternehmens der erste Standort in Europa, an dem die neue Pilotphase mit humanoiden Robotern läuft.

Mitarbeiter trainieren einen humanoiden Roboter für den Umgang mit Bauteilen von Elektroauto-Batterien.
Mitarbeiter trainieren einen humanoiden Roboter für den Umgang mit Bauteilen von Elektroauto-Batterien. Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Roboter lernen Aufgaben in der Batteriefertigung

In der Batteriemontage lernen die Roboter unter anderem den Umgang mit Bauteilen für Hochvoltspeicher - die Antriebsbatterien von Elektroautos. Mitarbeiter bringen ihnen die notwendigen Bewegungsabläufe zunächst bei. "Das Schöne ist, wenn wir es einem Roboter beigebracht haben, können es alle", sagte der Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung in der Produktion, Michael Ströbel. Anders als bei Menschen müsse eine neue Tätigkeit nicht jedem einzelnen Roboter erneut beigebracht werden.

Auch in der Qualitätskontrolle und der Komponentenfertigung wird die neue Technik erprobt. Dort übernehmen die Roboter Aufgaben, die bislang von Mitarbeitern ausgeführt werden. So scannen sie etwa Fahrzeugkarosserien auf mögliche Abweichungen und Fehler.

Ein Mitarbeiter weist einen humanoiden Roboter in einen neuen Arbeitsschritt in der Batteriemontage ein.
Ein Mitarbeiter weist einen humanoiden Roboter in einen neuen Arbeitsschritt in der Batteriemontage ein. Bild: Hendrik Schmidt/dpa

BMW sieht keine Gefahr für Arbeitsplätze

Werkleiterin Petra Peterhänsel betonte, die Roboter seien nicht als Ersatz für Beschäftigte gedacht. "Die Mitarbeiter müssen sich keine Sorgen machen, dass aufgrund des Einsatzes humanoider Roboter Arbeitsplätze wegfallen", sagte sie. Mitarbeiter würden stattdessen andere Aufgaben im Werk übernehmen.

Einmal angelernt, überall einsetzbar

BMW testet die Technologie in Leipzig bereits seit Ende vergangenen Jahres. Nach Laborversuchen und ersten Tests in der Produktion läuft nun die eigentliche Pilotphase unter Produktionsbedingungen.

Die Pilotphase soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Danach will BMW die Technologie schrittweise auf weitere Anwendungen und Standorte übertragen. "Wir wollen bis Ende des Jahres die Pilotphase abschließen und dann industrialisieren, das heißt ausrollen und weitere Anwendungsszenarien finden – nicht nur in Leipzig, sondern auch in anderen Werken", sagte Ströbel. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
10.06.2026
4 min.
Bosch setzt auf Milliardenmarkt mit Robotik und KI
Bosch setzt auf Milliardenmarkt mit Robotik und KI - Bosch setzt künftig stärker auf einen rasant wachsenden Zukunftsmarkt: die Automatisierung und humanoide Robotik. (Archivbild)
Bosch richtet sich neu aus: Der Konzern will im Milliardenmarkt für Robotik und KI punkten – auch wegen der Ertragskrise im Stammgeschäft. Rückendeckung erhalten die Schwaben aus der Politik.
10:20 Uhr
1 min.
RB Leipzig verpflichtet Niederländerin Veefkind
RB Leipzig verpflichtet Niederländerin Veefkind - Viola Odebrecht, Leiterin Frauen- und Mädchenfußball von RB Leipzig, hat eine Niederländerin verpflichtet. (Archivbild)
Nach zahlreichen Abgängen füllt RB den Kader für die nächste Saison. Aus den Niederlanden kommt eine Verteidigerin mit einem abgeschlossenen Kriminologie-Studium.
12.06.2026
4 min.
Im Erzgebirge angekommen: Zahnarzt aus Syrien übernimmt Praxis in Aue
Im Erzgebirge angekommen: Zahnarzt aus Syrien übernimmt Praxis in Aue - Rami Kfoury (links) übernimmt von Ute-Konstanze Meister am 1. Juli die Zahnarztpraxis an der Bahnhofstraße in Aue.
Eine lange und anstrengende Reise liegt hinter Rami Kfoury. Der junge Mediziner aus Syrien möchte sich eine Existenz im Erzgebirge aufbauen. Eine ältere Kollegin unterstützt ihn dabei.
Heike Mann
12.06.2026
4 min.
Neues Restaurant im Erzgebirge: Gastronom erfüllt sich Lebenstraum
Neues Restaurant im Erzgebirge: Gastronom erfüllt sich Lebenstraum - Inhaber Frank Niebuhr präsentiert die Backspezialitäten von „Frankys Cafe“ im Bärensteiner Ortsteil Niederschlag.
Für das ehemalige Gästehaus Reichel an der B 95 kurz vor Oberwiesenthal ist ein Nachfolger gefunden. Doch der neue Inhaber kämpft mit Startschwierigkeiten, für die er selbst nichts kann.
Lucy Ullmann
15:09 Uhr
5 min.
Klappt die Vier-Wochen-Operation für stabile Kassenbeiträge?
Klappt die Vier-Wochen-Operation für stabile Kassenbeiträge? - Ministerin Warken wirbt, stabile Beiträge seien kein Selbstzweck.
Die stark steigenden Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Dafür macht sich die Koalition jetzt konkret an ein Gesetz. Kommt es durch und im straffen Zeitplan ans Ziel?
Sascha Meyer, dpa
15:15 Uhr
1 min.
Spendenbox aus Vereinsheim in Zwickau gestohlen
Spendenbox aus Vereinsheim in Zwickau gestohlen - Die Polizei hofft auf Zeugenhinweise zu einem Einbruch in Mosel.
Ein nächtlicher Einbruch erschütterte einen Sportverein in Mosel. Gestohlen wurde eine Spendenbox, in der noch Geld war.
Lutz Kirchner
Mehr Artikel