CDU auf Distanz zu Abgeordneter Bellmann

Scharfe Kritik an Forderung, keine Muslime in die Partei aufzunehmen

Berlin/Dresden.

Die sächsische Union widerspricht Forderungen ihrer Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann über einen grundsätzlichen Ausschluss von Muslimen von einer CDU-Mitgliedschaft. Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks sagte der "Freien Presse", er teile Bellmanns Position nicht. Er verwies auf das CDU-Grundsatzprogramm, wonach die Partei jedem offenstehe, "der Würde, Freiheit und Gleichheit aller Menschen anerkennt". Dierks betonte: "Alle Personen, die diese Werte teilen, sind uns herzlich willkommen. Religionszugehörigkeit spielt dabei keine Rolle."

Die Unionspolitikerin hatte in einem Interview gesagt, das Bekenntnis zum Islam sei unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in der CDU. Dies gelte auch für säkulare, nichtpraktizierende Muslime. "Heute geben sie sich säkular und morgen doch wieder strenggläubig", wird Bellmann von der Wochenzeitung "Junge Freiheit" zitiert. Hilfreich könne allenfalls ein "öffentliches oder schriftlich dargelegtes Bekenntnis zum Grundgesetz" sein. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), kritisierte dies scharf. "Solche Aussagen sind falsch, unvereinbar mit dem Grundsatzprogramm." Auch die CDU-Parteizentrale in Berlin ging auf Distanz. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verlangte eine Entschuldigung bei allen Muslimen, die sich in die Partei einbringen. Ansonsten solle Bellmann ihr Mandat abgeben. Bellmann entgegnete, sie sehe keinen Grund, sich dafür zu entschuldigen. (ape)

Bewertung des Artikels: Ø 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen
13Kommentare
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    Distelblüte
    16.09.2018

    @Interessierte: Also doch Deutschland den Deutschen... ich hätte Ihnen mehr zugetraut. Mehr Anstand, mehr Differenzierungsvermögen, mehr Urteilskraft,... suchen Sie sich was heraus.
    Aus dem Rest Ihres Kommentars werde ich leider nicht schlau. Mein Gehirn ist sonntags wohl auf Pause geschaltet.

  • 1
    3
    Interessierte
    16.09.2018

    @Distelblüte , Deutschland bedeutet ´Deutsch-Land`, das sollte auch von Deutschen regiert werden und die Gesetze der Deutschen durchgesetzt werden , auch bei denen , die hier leben ...

    Den Deutschen sollen doch die Schranken gewiesen werden ...
    Hat man denn den ´Gästen´ schon einmal die Schranken gewiesen , wie man sich zu verhalten hat in den ´schönen und reichen und toleranten` Deutschland ?
    Diese Ausländer denken , die Deutschen haben viel Geld für wenig Arbeit ...

    Das Problem ist , die Politiker und diese Angela Merkel , stellen Deutschland falsch dar , indem sie in alle Welt hinaus schreien :
    ´Uns geht es gut - wir sind ein reiches Land `....

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    Nixnuzz
    15.09.2018

    @Deluxe: Wenn sie sich mal alleine unsere Bundestags-Wahlparteienliste anschauen, gibt es die versch. Parteien mit den versch. Programmrichtungen. Wenn ich nicht zusehr danebenliege, haben wir hier die "Bibeltreuen" - in die wohl kein Muslim bewußt eintreten würde. Umgekehrt vermute ich ein ähnliches Parteienspektrum in zumindest demokratisch-strukturierten Ländern. Also wo bestände der Wille, sich in Glaubensfremden Parteien so bewußt zu engagieren?

  • 5
    2
    Deluxe
    14.09.2018

    Daß Religionszugehörigkeit in einer Partei keine Rolle spielen soll, die bereits in ihrem Namen ein klares Bekenntnis zu einer bestimmten Religion festschreibt, finde ich doch bemerkenswert...

    Es würde mich interessieren, ob die klar islamisch-religiösen Parteien in den verschiedenen Staaten der Welt ebensoviel Gleichmut beweisen, wenn bekennende Christen dort eintreten wollen.

  • 7
    3
    franzudo2013
    14.09.2018

    Vielleicht hat Frau Bellmann einfach nur mal den Parteinamen laut gelesen: "Christlich Demokratische Union (Deutschlands)".

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    Nixnuzz
    10.09.2018

    Übernehme faulheitshalber die Kommentare von @Hankman und @Distelblüte. Besser hätte ich das auch nicht formulieren können. Manche leben halt wirklich auf einer Insel wie in Fort Boyard - mitten im Meer - weitab von menschlicher Realität..

  • 7
    7
    Hankman
    09.09.2018

    @Distelblüte: Vielen Dank für die Erläuterungen. Ob es was nützt ...? In einem Punkt bin ich aber anderer Ansicht: Der Kommentar von @Interessierte ist nicht peinlich - ich finde ihn widerlich. In wenigen Zeilen so viel völkisch-rassistisches Gedankengut - alle Achtung. @Interessierte: Wie hätten Sie denn gern die deutsche Gesellschaft? Mauer drum, keiner darf raus oder rein - und drinnen eine rrreinrrrassige Gesellschaft mit Staatskirche und verordnetem Einheits-Glauben? Klingt furchtbar zugespitzt - aber darauf komme ich, wenn ich Ihre Äußerungen konsequent zu Ende denke.

    @Distelblüte hat aus den CDU-Regularien zitiert. Die dort aufgeführten Grundsätze sind so allgemein gefasst, dass sich neben den meisten Christen auch viele Juden, Muslime und Atheisten darin wiederfinden werden. Ich sehe also überhaupt kein Problem. Aber wenn Sie mögen, gründen Sie doch zusammen mit Frau Bellmann eine neue Partei. Nennen Sie sie meinetwegen CDU (R). Das (R) könnte man dann wahlweise übersetzen als "rechts", "rechtgläubig" oder "reinrassig".

  • 9
    8
    Distelblüte
    09.09.2018

    @Interssierte: Ihr Kommentar ist einfach nur peinlich. Ihre geäußerten Schlussfolgerungen lassen vermuten, dass Ihnen ein "rein deutsches Deutschland" schon recht lieb wäre, wie auch immer man sich das vorstellen soll.
    Zur Frage, wer Mitglied bei der CDU werden kann, können Sie sich hier bei Interesse informieren: https://www.cdu.de/artikel/fragen-und-antworten-zur-mitgliedschaft.

    Auch wenn ich nicht glaube, dass Sie das wirklich interessiert, möchte ich von der oben verlinkten Seite folgenden Abschnitt hier zitieren:
    "Ich bin Ausländer. Kann ich CDU-Mitglied werden?
    Wer die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union besitzt und in Deutschland wohnt, kann an seinem Wohnsitz CDU-Mitglied werden. Wer die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union nicht besitzt, kann als Gast in der Partei mitarbeiten. Die Aufnahme in die CDU setzt in der Regel voraus, dass der Bewerber ein Jahr seinen Wohnsitz in Deutschland hat.

    Muss ich Mitglied einer Kirche sein, um Mitglied der CDU werden zu können?
    Nein, die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche oder einer anderen religiösen Glaubensrichtung ist nicht Voraussetzung. Grundlage der Politik der CDU ist aber das christliche Verständnis vom Menschen und seine Verantwortung vor Gott. Daraus leiten sich die Erkenntnisse um die Fehlbarkeit des Menschen, um die Grenzen politischen Handelns und um die besondere Verantwortung für die Schöpfung ab. Alle, die diese Werte teilen, sind uns herzlich willkommen, unabhängig von ihrer Einstellung zur Religion."

    Im übrigen steht es Ihnen frei, sonntags einen Gottesdienst in einer Kirche in Ihrer Nähe zu besuchen. Dort können Sie mit Christen sprechen, nach ihrer Meinung fragen und eventuell sogar etwas vom christlichen Glauben erleben.
    Soweit ich weiß, ist ja Pegida unter anderem ganz wild darauf, das christliche Abendland und seine christlich geprägte Kultur zu verteidigen. Also los gehts. Wenn Sie den Mut dazu finden...

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    Interessierte
    09.09.2018

    Jetzt wollen diese deutschen Politiker nun auch noch Muslime mit in die Partei aufnehmen , wo doch auch schon so viele Türken in den Parteien sind ?
    Die Deutschen wollen wohl ihr Land ´verkaufen` und von anderen regieren lassen ?
    Deshalb wohl auch diese ständigen Forderungen zu Rücktritten und Mandatsabgaben bei Andersdenkenden ?
    Was sagt denn die Kirche dazu , also zu den Entscheidungen dieser Christen ???

  • 7
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    Freigeist14
    09.09.2018

    Diese Frau Bellmann zeigt nur ,das die Grenzen zwischen sächsischen CDU -Rechtsauslegern und AfD fließend sind .

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    Tauchsieder
    09.09.2018

    Gottes Willen, bloß nicht Fr. Bellmann!
    Verbiegen sie sich nicht, vertreten sie ihre Meinung und lassen sie das teilweise unqualifizierte Gequatsch an sich abperlen. Den Einheitsbrei einer SED-Partei, die stromlinige Gleichschaltung der Ideologie hat zu dem geführt was sich jetzt auf der Straße abspielt, sich abzeichnet.

  • 8
    9
    Hankman
    09.09.2018

    Ähm ... vielleicht sollte Frau Bellmann selbst mal ein "öffentliches oder schriftlich dargelegtes Bekenntnis zum Grundgesetz" abgeben. Sie scheint sich damit ja nicht besonders gut auszukennen, wie ihre Äußerungen zeigen.

  • 3
    2
    franzudo2013
    08.09.2018

    Herr Dierks sagt es und versteht es nicht. Die Würde und Gleichheit ist allein zwischen Mann und Frau in jener speziellen Auslegung nicht gewahrt.



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