Sachsen
Diese Bar in Sachsen ist die beste Deutschlands

Mehr als 3000 Cocktail- und Weinbars aus dem deutschsprachigen Raum haben die Leser des Genuss-Magazins „Falstaff“ und eine Fachjury benotet - und eine Bar in Sachsen zur besten Hotelbar in Deutschland gekürt. Für Ortsunkundige ist sie aber nicht so leicht zu finden.

Dresden.

95 von 100 möglichen Punkten hat diese Hotelbar in Sachsen erhalten. Für den Service gab es die Bestbewertung: 20 von 20 - mehr geht nicht. Doch auch bei den Drinks (48 von 50 Punkten), beim Ambiente (18 von 20) und beim Sortiment (9 von 10 Punkten) weiß diese Bar so zu überzeugen, dass die Leser des Genuss-Magazins „Falstaff“ und eine Jury sie zur besten Hotelbar Deutschlands 2026 kürten.

Das Taschenbergpalais wurde ab 1705 als barockes Adelspalais in Dresden erbaut. Nach seiner teilweisen Zerstörung im Jahre 1945 wurde es ab 1992 als Luxushotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden rekonstruiert und 1995 eröffnet.
Das Taschenbergpalais wurde ab 1705 als barockes Adelspalais in Dresden erbaut. Nach seiner teilweisen Zerstörung im Jahre 1945 wurde es ab 1992 als Luxushotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden rekonstruiert und 1995 eröffnet. Bild: IMAGO/Sylvio Dittrich

Neuer Name, Stil aufgefrischt: Hotelbar vor zwei Jahren generalüberholt

Vielen Sachsen ist die Bar vielleicht noch unter ihrem alten Namen bekannt: Früher hieß sie „Karl May Bar“. Doch nach rund 25 Jahren wurde sie generalüberholt: Der alte Tresen wurde abgerissen, die Bar wurde in „Bar 1705“ umbenannt - eine Hommage an das Errichtungsjahr des historischen Gemäuers: Denn die ausgezeichnete Bar befindet sich im Dresdner Taschenbergpalais. Es ist die Hotelbar der 5-Sterne-Nobel-Herberge Kempinski, das seit seiner Eröffnung am 31. März 1995 an dieser historischen Stätte Gäste willkommen heißt.

Schon die Vorgängerbar im Kempinski Hotel in Dresden entführte in die 1920er-Jahre in New York.
Schon die Vorgängerbar im Kempinski Hotel in Dresden entführte in die 1920er-Jahre in New York. Bild: Imago/momentphoto/Killig

So begründet die Jury die Auszeichnung

Die Begründung der Jury für die Auszeichnung hebt vor allem auf das Team hinter dem Tresen ab: „Der gebürtige Dresdner Thang Viet Trinh inszeniert seine neue Wirkungsstätte als elegante Verschmelzung einer American Bar und dem aktuellen Zeitgeist“, heißt es dort.

Eine Zeitreise in die 1920er in New York

Das Design der Bar 1705 hatte durch seine prächtige Holztäfelung schon vorher an den New York Oak Room erinnert - eine berühmte Bar im legendären Plaza Hotel in New York City. Dieses Design wurde während der umfangreichen Renovierung des Hotels Taschenbergpalais Kempinski vor zwei Jahren nun weiterentwickelt und durch Interieur im Stil der 1920er-Jahre ergänzt. Eindrucksvoll ist insbesondere der Tresen.

Barchef eher aus Zufall

Dabei war es eher Zufall, dass Thang Viet Trinh zum Barchef im Kempinski aufgestiegen Eigentlich ist er gelernter Industriemechaniker, wie er der „Sächsischen Zeitung“ erzählte. „Ich habe mir das alles autodidaktisch beigebracht“, sagte er - so wie viele andere Könner der Branche auch. Denn eine offizielle Ausbildung zum Bartender gibt es in Deutschland nicht. Thang Viet Trinhs Karriere begann 2015 in der „Twist Bar“, die sich im Hotel Melia Innside befindet. Als er hörte, dass das Nobelhotel renoviert wird und ein Barchef gesucht wird, bewarb er sich - mit Erfolg.

Diese Signature Drinks gibt es unter anderem

Thang Viet Trinh und sein Team kreieren mit großer Leidenschaft neuartige Drinks. „Die Auszeichnung ist für uns eine große Motivation, unseren bisherigen Weg weiter zu verfolgen und unseren Gästen immer wieder etwas Neues zu bieten.“, so der Barchef. Auf der Cocktailkarte stehen beispielsweise Drinks wie der „Dancer“ mit Vodka, Thymian, Yuzu, Earl Grey, Limette, Honig und Ingwer. Der „Songbird“ hat London Dry Gin als Basis. Verfeinert ist er mit Hibiskus, Holunder, Limette und Pink Grapefruit. Alkoholfreie Drinks gibt es ab 11 Euro, die Eigenkreationen kosten 16 Euro. Die Jury empfiehlt: unbedingt einen „Detective“ mit Islay Whisky und Chartreuse probieren.

 

Ein Geheimtipp an einem etwas versteckten Ort

Besucht wird die Bar vor allem von Übernachtungsgästen des Hauses. Die kommen aus aller Welt. Einheimische sind wie in den meisten Hotelbars eher seltener on der Bar 1705 zu Gast. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie etwas versteckt liegt. Auch das hat sie mit den „Speakeasy bars“ aus den wilden 1920er-Jahren in den USA gemeinsam, als während des Alkoholverbots Kneipen oder Clubs mit illegalem Alkoholausschank oft nur durchs Hörensagen zu finden waren. Für die Bar 1705 in Dresden gibt es allerdings Google Maps - Gäste können sie einfach über den Zugang in der Brüdergasse 3 - 5 oder durch die Lobby vom Taschenbergpalais aus betreten. (juerg)

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