Dritter Weg in Plauen: Kretschmer will an Gegendemonstration teilnehmen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will bei der nächsten Kundgebung der Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg in Plauen an einer Gegendemonstration teilnehmen. Das kündigte er am Mittwochabend in Leipzig an, wo er mit dem SPD-Chef und stellvertretenden Ministerpräsidenten Martin Dulig ein Streitgespräch führte. "Das nächste Mal muss man dort dabei sein", sagte Kretschmer. "Ich werde das nächste Mal an einer großen Kundgebung der bürgerlichen Mitte teilnehmen, so wie wir das in Ostritz gemacht haben, als die Neonazis versucht haben, den Ort zu übernehmen. Da haben wir eine große Veranstaltung gemacht. Ich war der Schirmherr, um zu zeigen: Wir sind mehr."

In Ostritz hatte der Ministerpräsident im April vergangenen Jahres ein dreitägiges Friedensfest eröffnet, das anlässlich eines zeitgleich stattfindenden Neonazi-Festivals zu Toleranz und Mitmenschlichkeit aufrief. Kretschmer hatte damals das Engagement der Bürger gelobt: Dies zeige, dass die Bürgergesellschaft lebendig sei.

Der Aufmarsch des Dritten Weges am 1. Mai in Plauen hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Es gab viel Kritik am Landratsamt, das nicht unterbunden hatte, dass hunderte Anhänger der rechtsextremen Partei teilweise mit einheitlichen T-Shirts - und damit quasi uniformiert - sowie mit Fackeln durch die Stadt gelaufen waren.

Dulig betonte, dass er am 1. Mai in Plauen gewesen war, um gegen den Dritten Weg zu demonstrieren. "Leider mit zu wenigen", so der SPD-Chef. "Es hat mich erschrocken, was ich gesehen habe." Die Rechtsextremen wären ganz bewusst "in SA-Manier durch die Straßen gegangen". (kok)

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5Kommentare
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  • 0
    1
    Blackadder
    17.05.2019

    Alles nur Schall und Rauch: bester aktueller Beweis:

    1. Juni Chemnitz. Die gesamtdeutsche rechte Szene lädt nach Chemnitz zum tag der deutschen Zukunft. der III.Weg wird auch wieder mit dabei sein und alles, was so bei den Braunen Rang und Namen hat.

    Um einem Umzug durch die Innenstadt und damit wieder sehr schlimmen Bildern für Chemnitz vorzubeugen, meldet ein Bündnis verschiedener Kultureinrichtungen ein Seifenkistenrennen in der Stadt aus Anlass des Kindertages an (also wohlgemerkt: keine linke Demo!). was tut die Stadt Chemnitz: sie verbietet selbstverständlich das Seifenkistenrennen, um den Rechten freie Bahn zu machen.

    Nachzulesen u.a. auf der Facebookseite von Herrn Lars Fassmann. Und jetzt soll mir bitte jemand erzählen, diese Stadt wäre noch zu retten!

  • 10
    6
    Malum89
    16.05.2019

    Hauptsache, der MP ruft dabei dann nicht "Nazis raus". Sonst landet er noch im nächsten Verfassungsschutzbericht . . .

  • 11
    3
    Distelblüte
    16.05.2019

    Es wäre ein gutes Zeichen, wenn der MP dies tut. Viel lieber aber würde ich mir wünschen, dass es in Sachsen nicht noch einmal zu einer solchen Demonstration des 3. Weges kommt.

  • 10
    3
    Maresch
    16.05.2019

    Der "Dritte Weg" im Wahn des Dritten Reiches hat vor 74 Jahren zum Untergang Deutschlands geführt und Millionen Kriegstote, Millionen ermordete Zivilisten sowie Millionen Flüchtlinge in Europa zurückgelassen.

  • 9
    12
    Lesemuffel
    16.05.2019

    Bedauerlich, dass sich der Ministerpräsident und CDU-Vorsitzende von diesen sogenannten Gegendenonstrationen vereinnahmen lässt. Damit bekommt diese kleine Haufen "Dritter Weg" eine Wichtung, die er nicht verdient.



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