Regionale Nachrichten und News mit der Pressekarte
Sie haben kein
gültiges Abo.
Regionale Nachrichten und News
Schließen

E-Auto oder Verbrenner? Tanken teurer als zu Hause laden

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Strompreise sind in den vergangenen Monaten stark gesunken, während Diesel und Benzin im Aufwind sind. Wer E-Auto fährt und zu Hause lädt, kann im Vergleich zum Verbrenner aber auch jetzt schon viel Geld sparen.

Chemnitz.

Das Laden eines Elektroautos zu Hause ist aktuell deutlich günstiger als das Auftanken eines Diesels oder Benziners. Grund dafür ist, dass sich die Preise für Strom und Kraftstoffe in den vergangenen Monaten gegenläufig entwickelt haben. Das geht aus Modellrechnungen des Portals Check24 hervor.

Laden ist mehr als 700 Euro günstiger

Halter eines Elektroautos können demnach im Vergleich zu einem Verbrenner mehr als 700 Euro im Jahr sparen. Denn Strom für Privathaushalte ist in den vergangenen Monaten deutlich billiger geworden. Zugleich zogen die Preise für Benzin und Diesel nach Angaben des Verbraucherportals Clever Tanken zuletzt wieder an. Grundlage der Berechnungen von Check24 ist ein Musterhaushalt, der den aktuellen Durchschnittsstrompreis von 36 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlt. Es wird von einer Fahrleistung von jährlich 11.000 Kilometer ausgegangen. Ausgegangen wird zudem beim E-Auto von einem realen Verbrauch von 21 Kilowattstunden pro 100 Kilometer – das haben Tests des ADAC bei 89 Pkw mit Elektroantrieb ergeben. So entstehen jährliche Stromkosten von durchschnittlich 840 Euro für das Laden des E-Autos zu Hause. Wird der Strom von einem alternativen Stromanbieter statt von einem Grundversorger bezogen, verringern sich die Ladekosten sogar auf 627 Euro jährlich.

Kraftstoff wird sich weiter verteuern

„Das E-Auto zu Hause zu laden ist deutlich günstiger, als viele Verbraucher denken“, sagt Check24-Geschäftsführer Billy Scheufler. „Die Strompreise sind aktuell auf einem niedrigen Niveau. Noch mehr sparen Verbraucher, wenn sie von einem Grundversorgungstarif zu einem alternativen Stromanbieter wechseln. Das reduziert die durchschnittlichen Ladekosten zu Hause noch deutlicher. Benzin und Diesel hingegen werden unter anderem durch die steigende CO2-Abgabe in den kommenden Jahren immer teurer werden.“ So könnte Studien zufolge mit der Integration des Verkehrssektors in das europäische Emissionshandelssystem (ETS) im Jahr 2027 Benzin schlagartig um bis zu 38 Cent pro Liter teurer werden.

Diese Annahmen macht die Modellrechnung

Am Montagmittag kostete der Liter Diesel in Chemnitz zwischen 1,679 und 1,779 Euro. Für den Liter Super E10 wurden zwischen 1,729 und 1,849 Euro fällig. In der Modellrechnung geht Check24 allerdings von den Durchschnittspreisen für Kraftstoffe aus, die der ADAC für den Mai ermittelt hat. Die lagen bei 1,82 Euro für den Liter Super E10 und 1,66 Euro für den Liter Diesel. Zudem floss in die Berechnungen ein, dass ein Benziner laut Statista im Schnitt 7,7 Liter und ein Auto mit Dieselmotor 7 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Unter dem Strich kommen so bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 11.000 Kilometern jährlich Tankkosten von 1542 Euro bei einem Benziner heraus. Bei einem Diesel sind es rund 1278 Euro. Das sind 52 Prozent oder 438 Euro mehr als beim Standard-Tarif fürs Stromladen zu Hause. Beim Benziner beträgt dieser Unterschied sogar 84 Prozent oder 702 Euro.

Wer unterwegs lädt, zahlt drauf

Wer zu Hause sein E-Auto lädt, kann aber auch enorm im Vergleich zum Laden unterwegs sparen. Denn für das Stromzapfen ohne Vertrag an öffentlichen Ladepunkten müssen Autofahrer in Deutschland immer tiefer in die Tasche greifen - und inzwischen manchmal sogar mehr bezahlen, als Diesel für dieselbe Strecke kostet. So ist der Preis für die Kilowattstunde Strom an öffentlichen Ladesäulen auf durchschnittlich 55 Cent an Normalladepunkten (AC) und sogar 66 Cent an Schnellladepunkten (DC) pro Kilowattstunde (kWh) hochgeschnellt, wie aus einer Studie im Auftrag des Stromanbieters Lichtblick hervorgeht. Zum Vergleich: 2019 ergab ein Test noch durchschnittliche Kosten von 31,2 Cent pro kWh an Normalladepunkten.

Bei Autofahrern, die ausschließlich auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sind, sieht die Rechnung also ganz anders aus. Ihre jährlichen Stromkosten lägen dann bei 1264 Euro, wenn sie Normalladepunkte nutzen. Gegenüber dem Laden daheim macht das einen Unterschied von etwa 430 Euro aus - und ist auch noch kaum günstiger als der Diesel.

Wer allerdings Zeit sparen will und deshalb immer Schnellladesäulen ansteuert, der muss noch tiefer in die Tasche greifen, rund 1520 Euro im Jahr bezahlen - und damit fast so viel wie Autofahrer mit einem Benziner. (juerg)

Werden E-Autofahrer abgezockt? - Laden unterwegs oft teurer als Tanken

Icon zum AppStore
Sie lesen gerade auf die zweitbeste Art!
  • Mehr Lesekomfort auch für unterwegs
  • E-Paper und News in einer App
  • Push-Nachrichten über den Tag hinweg
  • Sie brauchen Hilfe? Hier klicken
Nein Danke. Weiter in dieser Ansicht.

Das könnte Sie auch interessieren