Gut drei Wochen nach dem Hauseinsturz in Görlitz dauern die Ermittlungen an. (Archivbild)
Gut drei Wochen nach dem Hauseinsturz in Görlitz dauern die Ermittlungen an. (Archivbild) Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Sachsen
Hauseinsturz in Görlitz: Buntmetalldiebe im Verdacht

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Drei Tote, Trümmerberge und nun zwei Festnahmen: In Görlitz sucht die Polizei weiter nach Hinweisen und setzt 5.000 Euro Belohnung aus. Was bisher bekannt ist.

Görlitz.

Drei Wochen nach dem tödlichen Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz sind zwei mutmaßliche Buntmetalldiebe im Visier der Ermittler. Sie stehen im Verdacht, die Rohrleitungen im Gebäude beschädigt und/oder manipuliert zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagabend mit. Die Männer wurden festgenommen und sitzen – wegen anderer Tatvorwürfe – bereits in U-Haft. 

Die Ermittler suchen nun Zeugen, die Angaben über die Männer machen können. Es wurde eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die "zur Aufklärung der Tat und zur Verurteilung der Täter führen". Einheimische seien ebenso als Zeugen gefragt wie Touristen.

Es werde wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung ermittelt, hieß es. Zuvor hatte die MDR-Sendung "Kripo live" berichtet. 

Diebe gelangten in das Haus

Bei dem Unglück waren am 18. Mai drei Menschen ums Leben gekommen. Nach aktuellem Erkenntnisstand waren die beiden Tatverdächtigen am Nachmittag des Tages im Umfeld des Hauses unterwegs und suchten nach "stehlenswertem Gut". Sie hatten es demnach unter anderem auf Fahrräder, Schrott sowie Buntmetalle abgesehen.

"In diesem Zusammenhang prüften sie an diversen Haustüren, ob sich diese öffnen ließen, um in die Hausflure beziehungsweise Keller zu gelangen", schrieben Polizei und Staatsanwaltschaft. Inzwischen sei bekannt, dass sich die beiden Männer auch Zutritt zum Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 verschafften – das ist das am späten Nachmittag eingestürzte Gebäude. 

Das Haus stürzte nahezu komplett zusammen. (Archivbild)
Das Haus stürzte nahezu komplett zusammen. (Archivbild) Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Was nach dem Betreten des Hauses passierte, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. "Diese sind durch den Einsturz des Gebäudes und die zunächst erforderliche Beräumung des Trümmerfeldes erschwert. Bisher ist daher die Begehung der Kellerräume noch nicht möglich", hieß es.

Polizei sucht Zeugen 

Kai Siebenäuger, Pressesprecher der Görlitzer Polizei, sagte in der MDR-Sendung "Kripo live", bei den Verdächtigen handele es sich um einen 27 Jahre alten polnischen Staatsangehörigen und einen 33-jährigen afghanischen Staatsangehörigen. Die Männer seien bereits "in anderer Sache" in Untersuchungshaft. 

Die Polizei sucht nun Zeugen, die die beiden Tatverdächtigen am 18. Mai gesehen haben. Die James-von-Moltke-Straße werde viel befahren und begangen, weil sie das Stadtzentrum von Görlitz mit den südlich gelegenen Stadtteilen verbinde, hieß es. Personenbeschreibungen wurden veröffentlicht.

Riesiger Trümmerberg

Bei dem Unglück waren zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren ums Leben gekommen. Zudem starb ein 48-jähriger Mann, der aus Bulgarien stammte und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungshundestaffeln suchten tagelang nach den Vermissten. Zum Teil arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg.

Bisher war vermutet worden, dass eine Gasexplosion das Unglück verursacht hat. Die Ermittler schreiben nun zum Tatvorwurf "Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion": Das Wort Sprengstoff sei nur beispielhaft genannt. Zur Erfüllung des Tatbestandes reiche jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen aus, die eine plötzliche Kraftentfaltung bewirkt. "Es kommt also rein auf den physikalischen Vorgang der Explosion an, nicht auf das verwendete Material." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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