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Hier leben Sachsens glücklichste Großstädter

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Am glücklichsten sind die Menschen in Städten, die familiär, beschaulich, sicher und grün geblieben sind. Hohe Einkommen und Wirtschafts­kraft spielen für die Zufriedenheit nur eine untergeordnete Rolle. Doch in welcher Großstadt fühlen sich die Menschen in Sachsen am wohlsten?

Chemnitz.

Am wichtigsten für die Lebens­zufrieden­heit in einer Großstadt ist, ob es genug gute Schulen, Kindergärten, Parks, Freizeitangebote, Spiel- und Sportplätze gibt. Die kommunale Familien- und Bildungspolitik beeinflusst das Glück der Bürger am stärksten, gefolgt von einer guten Gesundheits­versorgung.

Das geht aus dem Glücksatlas der Süddeutschen Klassenlotterie hervor, für den zwischen Januar 2021 und April 2024 insgesamt 25.557 Menschen in deutschen Metropolen mit mehr als 200.000 Einwohnern befragt worden sind. Zusätzlich sind für dieses Ranking aber auch 45 Indikatoren für die objektiv messbare Lebensqualität wie zum Beispiel Einkommen, Infrastruktur und Grünflächen herangezogen worden.

Kassel spitze, Leipzig fast in den Top 10

Demnach ist Kassel die glücklichste Stadt Deutschlands, Rostock die unglücklichste der 40 größten Städte. In Sachsen leben die zufriedensten Großstädter in Leipzig. Auf einer Skala von eins bis zehn schätzen sie im Mittel ihre Lebenszufriedenheit mit 7,06 Punkten ein. Der deutsche Durchschnitt liegt mit 6,72 deutlich darunter. Der sächsische Schnitt ist mit 6,63 Punkten noch niedriger. Im Ranking zur subjektiven Lebenszufriedenheit landet Leipzig damit auf Platz 11 von 40. Wenn es um objektive Kriterien wie Einkommen und Grünflächen geht, reicht es hingegen nur für Rang 24.

Die Bürger schätzen laut Glücksatlas an Leipzig, dass dort viele junge Menschen leben und die Stadt wirtschaftlich aufblüht. Zudem kann die Messestadt auch mit einer großen Anzahl an Erholungsflächen und gut ausgebauten Fahrradwegen punkten. Negativ schlagen die hohe Schulabbrecherquote und die schwierige Wohnsituation zu Buche.

Darum sind die Chemnitzer zufriedener als die Dresdner

Die Leipziger sind unter dem Strich deutlich zufriedener als die Chemnitzer oder Dresdner. Das war auch in den vorherigen Glücksatlanten so. Chemnitz liegt bei der subjektiven Lebenszufriedenheit mit 6,89 Punkten allerdings bundesweit immerhin noch auf Platz 18. Die Umweltqualität ist hoch, und es gibt überall in der Stadt Zugang zu Grünflächen. Die Mieten sind niedrig. Auch bei den objektiven Indikatoren reicht es für einen mittleren Platz. Der ökonomische Wohlstand liegt im deutschlandweiten Vergleich leicht über dem Durchschnitt. Die Chemnitzer sind mit ihrem Leben in etwa so zufrieden, wie es die objektiven Wohlfahrtsindikatoren erwarten lassen. Lediglich 7,7 Prozent der Einwohner sind sehr unzufrieden, darunter besonders die Rentner.

Dresden schneidet hingegen mit 6,64 Punkten bei der subjektiven Lebensqualität vergleichsweise schlecht auf Platz 28 ab, obwohl die Stadt über eine hohe Wirtschaftskraft verfügt. Auch leben die Landeshauptstädter in einer sicheren, sauberen und relativ grünen Stadt. Die Erwerbsquote ist hoch, vergleichsweise wenige Menschen sind auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen. Dennoch sind die Dresdner mit ihrem Leben unzufriedener, als es die objektiven Kriterien vermuten lassen. Das liegt vor allem an der relativ geringfen Kaufkraft, den hohen Mieten und der geringen Eigentumsquote.

Kleine beschauliche Städte liegen vorne

Der Glücksatlas zeigt: Am zufriedensten sind die Bürger in überwiegend kleineren, beschaulichen Städte: Auf Kassel folgen Erfurt (7,36 Punkte), Aachen (7,33), Kiel (7,32), Krefeld (7,28) und Münster (7,24). Keine dieser Städte ist besonders wohlhabend, die Kaufkraft ist mittelmäßig und die Arbeitslosenquote ist nicht unbedingt gering. Vielmehr vereint diese Städte eine eher kleinstädtische und familiäre Atmosphäre. Hinzu kommen kulturelle Besonderheiten oder ein studentisches Umfeld. Die Städte sind zudem eher ruhig, besitzen viele Grünflächen und eine gute Luftqualität. Mit den negativen Aspekten vieler Großstädte wie Problemvierteln, Kriminalität, sozialer Isolation, überlasteter Infrastruktur oder Umweltbelastungen müssen sie sich nicht auseinandersetzen. Außerdem sind die Mieten in diesen Städten noch erschwinglich. Auch Halle an der Saale auf Rang 9 (7,16 Punkte) und Mönchengladbach auf Rang 10 (7,08) passen in diese Reihe. Die ersten Städte mit einem hohen durchschnittlichen Einkommen tauchen im Ranking erst auf Rang 7 mit Augsburg (7,20) und Rang 8 mit Düsseldorf (7,19) auf. Düsseldorf ist damit die glücklichste Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern. Auch Hamburg auf Rang 12 ist mit der hohen Lebenszufriedenheit von 7,05 Punkten aufgrund der hohen Kauf- und Wirtschaftskraft keine Überraschung. (juerg)

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