Will Matthias Hundt zurück ins Rote Rathaus? (Symbolbild)
Will Matthias Hundt zurück ins Rote Rathaus? (Symbolbild) Bild: Michael Brandt/dpa
Sachsen
Hundt nimmt Bitte um Entlassung als Staatssekretär zurück

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Matthias Hundt war aus Dresden nach Berlin geholt worden - als Digitalstaatssekretär. Nach gut zwei Monaten im Amt bat er um Entlassung. Nun folgt die nächste Überraschung.

Berlin/Dresden.

Matthias Hundt, der Mitte März aus Dresden in die Berliner Landesregierung gewechselt war, sorgt an der Spree für die nächste Überraschung: Nach seinem angekündigten Rücktritt vom Posten als Berliner Staatssekretär für Digitalisierung nimmt er seine Bitte um Entlassung wieder zurück. Das teilte sein Medienanwalt Ralf Höcker auf Anfrage mit. Zuvor berichtete der "Tagesspiegel".

Erst am Dienstag hatte Hundt erklärt, er habe den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Hundt war gut zwei Monate im Amt. Eine Senatssprecherin hatte gesagt, Wegner werde der Bitte entsprechen.

Auf Anfrage am Abend äußerte sich die Berliner Senatskanzlei bislang nicht zu der Kehrwertwende beim Rücktrittsgesuch.

Was sagt der Anwalt zu den Gründen?

Der Anwalt von Hundt teilte am Abend mit: "Mein Mandant bittet aus zwei Gründen nicht mehr um seine Entlassung: Zum einen hat er sich sehr über das offensichtlich gezielt gestreute Gerücht geärgert, er sei mit seinem angekündigten Rücktrittsangebot lediglich seiner Entlassung zuvorgekommen. Der Mandant hatte die Erwartung, dass die mediale Kampagne gegen ihn mit seinem Rücktrittsangebot ein Ende haben würde. Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht."

Vor allem aber seien die gegen ihn erhobenen Vorwürfe haltlos. "Für die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH findet nun eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung Bund statt, um zu klären, ob überhaupt offene Beitragsforderungen bestehen. Für die Insolvenz der Humboldt Capture Germany GmbH trägt der Mandant keine Verantwortung. Er war dort nie Gesellschafter, sondern nur Fremdgeschäftsführer und das auch nur bis Herbst 2024."

Zuvor war durch Recherchen von MDR und RBB bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Kontext der Insolvenz einer Firma Hundts ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurde am 25. November 2025 ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Hundts Beratungsunternehmen SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet.

Erst Mitte März in Berlin gestartet

Der gebürtige Dresdner Hundt, Jahrgang 1969, war Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in der Berliner Senatskanzlei ernannt worden. Er folgte auf Martina Klement, die als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung wechselte.

Der Regierende Bürgermeister Wegner musste sich wegen der Personalie Hundt Kritik unter anderem von der SPD und den Grünen gefallen lassen. Ein Nachfolger wurde bereits angekündigt: Florian Hauer übernehme die Aufgaben zusätzlich zu seinen bisherigen Tätigkeiten als Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten, hatte es am Mittwoch in einer Mitteilung aus der Senatskanzlei geheißen. (dpa)

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