Die Immobilienpreise in den deutschen und österreichischen Skigebieten haben seit 2020 stark angezogen – auch in Sachsen. Trotzdem sind Häuser im Erzgebirge, am Fichtelberg und im Vogtland aber vergleichsweise noch immer ein Schnäppchen.
In 27 deutschen Skiregionen sind die Preise für Häuser seit 2020 um durchschnittlich 11 bis 42 Prozent gestiegen, in Österreich sogar noch stärker – nämlich um 30 bis 59 Prozent. Insgesamt erreichen Immobilien in den großen Skigebieten Österreichs allmählich das Preisniveau von Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen. Das geht aus einer Studie hervor, für die das Portal Immoscout24 gemeinsam mit dem Wertermittlungsspezialisten Sprengnetter die Angebote in insgesamt 66 Skigebieten für mindestens drei Jahre alte Bestandshäuser seit 2020 analysiert hat.
So viel kosten Häuser am Fichtelberg im Schnitt
Besonders stark angezogen haben demnach die Hauspreise in den Erzgebirgsgemeinden Oberwiesenthal und Breitenbrunn, wo sie um 42 Prozent gestiegen sind. In Oberwiesenthal kostet der Quadratmeter der Studie zufolge inzwischen im Schnitt 2126 Euro, in Breitenbrunn sind es 2106 und im vogtländischen Schöneck 2018 Euro pro Quadratmeter. Das sind in allen drei Orten rund 500 Euro mehr als noch vor sechs Jahren. Dennoch schaffen es Oberwiesenthal, Breitenbrunn und Schöneck in die Top 10 der günstigsten untersuchten Gemeinden in der Nähe eines Skigebiets. Zum Vergleich: In Garmisch-Patenkirchen zum Beispiel müssen Hauskäufer rund viermal so viel für den Quadratmeter hinlegen, im prestigeträchtigen österreichischen Kitzbühel ist es sogar mehr als fünfmal so viel. Ein Grund für die vergleichsweise niedrigen Preise in den sächsischen Skigebieten: Sie gelten wegen ihrer Höhe nicht als schneesicher.
Oberstdorf mehr als doppelt so teuer
In deutschen Skigebieten liegt der Studie zufolge der Quadratmeterpreis für Bestandshäuser aktuell im Schnitt zwischen 2018 Euro und 8197 Euro in Garmisch-Partenkirchen, das mit einer gut ausgebauten Ski-Infrastruktur rund um die Zugspitze lockt. Im deutlich kleineren Oberstdorf – dem größten deutschen Skigebiet mit dem Kleinwalsertal und dem Nebelhorn – kostet der Quadratmeter hingegen im Schnitt 5823 Euro und ist damit deutlich günstiger.
In den deutschen Alpen gibt es nur ein Skigebiet mit mehr als 100 Pistenkilometern und einer Bergstation in einer Höhe von über 2000 Metern - in Österreich sind es fast 20. Acht davon bieten sogar mehr als 200 Pistenkilometer, St. Anton sogar mehr als 300. Trotzdem ist das Preisniveau mit Ausnahme Kitzbühels und des benachbarten Kirchbergs in Tirol insgesamt noch niedriger als in Deutschland.
Größter Preissprung in Ischgl und Serfaus
Wenig überraschend: Den insgesamt stärksten Preissprung verzeichnen laut Studie Immobilien in den großen Tiroler Skiorten, die zu den schneesichersten Destinationen in den Alpen zählen. So sind in Ischgl und in Serfaus die Hauspreise im Schnitt um 59 Prozent und in St. Anton am Arlberg um 58 Prozent gestiegen. Alle drei Orte haben Bergstationen in über 2800 Metern Höhe. „Immobilien in Skigebieten haben sich zu attraktiven Wertanlagen entwickelt, besonders in Österreich“, erklärt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24. „Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in großen, hochgelegenen Skigebieten.“ Zum Vergleich: Im größten deutschen Skigebiet Oberstdorf haben sich die durchschnittlichen Hauspreise laut Analyse in fünf Jahren nur um 13 Prozent erhöht.
Das ist der Geheimtipp
Als Geheimtipp entpuppt sich Hermagor-Pressegger See in Kärnten: Mit 2006 Euro pro Quadratmeter bietet die günstigste aller analysierten Ski-Gemeinden 110 Pistenkilometer und eine Bergstation in einer Höhe von über 2000 Metern. Allerdings zogen die Preise auch hier zwischen 2020 und 2025 um 55 Prozent an. Ein Wachstum unter 40 Prozent zeigt sich besonders in der Steiermark: In Schladming – mit der 4-Berge-Skischaukel und 123 Pistenkilometern – stiegen die Preise um 40 Prozent. Moderater entwickelten sich die Hauspreise in den Gemeinden am kleinen Skigebiet Stuhleck (26 Pistenkilometer): In Krieglach und Mürzzuschlag legten die Preise um jeweils 31 Prozent zu. (juerg)






