Kipping führt Sachsens Linke erneut in Bundestagswahl

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Auch andere Bundestagsabgeordnete setzten sich bei der Listenaufstellung am Samstag in Dresden durch - aber nicht alle.

Dresden.

Die langjährige Linke-Bundesvorsitzende Katja Kipping führt ihren sächsischen Landesverband zum fünften Mal hintereinander als Spitzenkandidatin in die Bundestagswahl. Die 43-Jährige wurde am Samstag mit 75 Prozent auf Listenplatz 1 gewählt. 117 Delegierte stimmten für Kipping, 30 gegen sie, zudem gab es 9 Enthaltungen.

Kipping sitzt seit 2005 im Bundestag. Bis vor zwei Monaten stand sie gemeinsam mit Bernd Riexinger an der Spitze der Bundespartei. Vor vier Jahren war die gebürtige Dresdnerin noch mit 84,4 Prozent zur Spitzenkandidatin gewählt worden, 2013 waren es 79,9 Prozent. 

Auf den weiteren Listenplätzen folgen ihre Fraktionskollegen Sören Pellmann (72,4 Prozent) und Caren Lay (80,8 Prozent). Beide blieben wie Kipping von einer Kampfabstimmung verschont, anders als die bisherigen Bundestagsabgeordneten André Hahn und Sabine Zimmermann. Hahn setzte sich auf Platz 4 in der Stichwahl mit 82 zu 71 Stimmen gegen den Chemnitzer Tim Detzner durch, der dann wiederum auf Platz 6 mit 79 zu 72 Stimmen gegen Landeschef Stefan Hartmann gewann. Der 53-Jährige erklärte anschließend, für keinen anderen Listenplatz zu kandidieren.

Zimmermann verzichtete nach zwei Niederlagen auf einen Listenplatz. Zunächst verlor sie um Platz 5 in der Stichwahl gegen die unter anderem von der Thüringer Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss und von Landtagsfraktionschef Rico Gebhardt in seiner Eigenschaft als Linke-Kreischef im Erzgebirge unterstützte Clara Bünger klar mit 63 zu 91 Stimmen. Die 34-jährige Juristin, die auch als Direktkandidatin im Erzgebirge antritt, ist bislang wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundestagsfraktion. Danach unterlag Zimmermann auch um Platz 7 der 36-jährigen Politikwissenschaftlerin Nina Treu mit 72 zu 81 Stimmen.

Zur Bundestagswahl 2017 erhielt die Linke in Sachsen 16,1 Prozent der Zweitstimmen. Dies reichte damals zu sechs Mandaten. Mit dem Chemnitzer Michael Leutert hatte einer der damals gewählten Abgeordneten im Februar sein Mandat zurückgegeben, er leitet seit April die im Neuaufbau befindliche Repräsentanz des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) in Bonn.

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55 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 11
    0
    Malleo
    25.04.2021

    Frau Kipping auf dem Spitzenplatz, jene Frontfrau, die mit Gestik und eloquenten Dauerlächeln in zahllosen Fernsehformaten den unbedarften Zuschauern ihre linke Gesellschaftskritik vermittelt und dabei konsequent vergisst, dass ihre gesellschaftlichen Zukunftsvisionen seit 1989 für gescheitert erklärt wurden und das von Menschen, die vor dem Bildschirm sitzen.
    Noch eine kleine Anmerkung zu ihren möglichen Gedankenspielen.
    Eine Regierung aus 2RG visionär an die Wand zu malen, das kann man durchaus.
    Aber auch aus 3 Blinden wird kein Sehender!

  • 8
    0
    Freigeist14
    25.04.2021

    Das die gescheiterte Parteivorsitzende die Landesliste anführt und die hochverdiente Frau Sabine Zimmermann in der Abstimmung für ein Bundestags-Ticket scheiterte , lässt tief blicken . Traurig ,einfach nur traurig . Der Niedergang der Partei wird noch beschleunigt . Das böse Erwachen folgt im September .

  • 2
    0
    Zeitungss
    25.04.2021

    Gut, die Linken ist auch nicht mein Bereich. Wie Volksvertretung gehändelt wird, hätte ich eine Schülerin für Frau Kipping, unsere überaktive vogtländische "Volksvertreterin der CDU". Diese braucht nicht das Parteiprogramm zu übernehmen, sondern wie man seinen Wählern durch Taten gerecht wird.
    Es war jetzt nur der Versuch darzustellen, wie unterschiedlich doch Volksvertreter auftreten können, ob sie rot oder schwarz vertreten, spielt hier keine Rolle.

  • 13
    0
    1899824
    25.04.2021

    Frau Kipping ist eine der Hauptfiguren, die die Partei Die Linke für mich unwählbar gemacht haben!

  • 7
    12
    acals
    24.04.2021

    Herzlichen Glückwunsch, Frau Kipping. Klares Signal wer bzw. wieviele hinter Ihnen steht - mehr als 70 %. Davon können andere Politiker:innen nur träumen.