Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Polizei suchen auch mit Hilfe von Spürhunden unter Hochdruck nach den Vermissten.
Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Polizei suchen auch mit Hilfe von Spürhunden unter Hochdruck nach den Vermissten. Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Sachsen
Mann vermisst Angehörige - Görlitzer OB spendet Trost

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Nahe dem Görlitzer Bahnhof stürzt am Montag ein Haus ein. Warum, ist unklar. Höchste Priorität hat die Suche nach den drei Vermissten. Ein Angehöriger steht am Rand - und kann nur auf Erfolg hoffen.

Görlitz.

Seit vielen Stunden harrt ein Mann nahe der Trümmer des in Görlitz eingestürzten Hauses aus. Immer noch kein Lebenszeichen von seiner Verlobten und seiner Cousine. Nach fast 24 Stunden. 

Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Polizei suchen auch mit Hilfe von Spürhunden unter Hochdruck nach ihnen. Schon mehrere Male haben die Tiere angezeigt, etwas erschnüffelt zu haben. Dennoch: Für den Mann aus Rumänien gibt es weiter keine Entwarnung. Er muss warten und hoffen. 

Der Mann und die zwei Frauen wollten Urlaub in Görlitz machen, sich die Stadt angucken, erzählt der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu. Der CDU-Politiker wurde in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geboren, spricht also die Muttersprache des wartenden Mannes, der mittlerweile auch von einem Kriseninterventionsteam betreut wird. 

Beruhigung in der eigenen Sprache 

Dass Landsleute von ihm betroffen seien, sei natürlich ein Zufall, schickte Ursu vorweg. Dennoch: In der momentanen Lage könne er dem Mann an der Unfallstelle ein hilfreiches Angebot machen - nämlich ihn in seiner Muttersprache beruhigen. "Oder zumindest die Situation erklären kann. Das ist das Wichtigste", sagt Ursu. 

Oberbürgermeister Octavian Ursu wurde in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geboren, spricht also die Muttersprache des wartenden Mannes.
Oberbürgermeister Octavian Ursu wurde in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geboren, spricht also die Muttersprache des wartenden Mannes. Bild: Paul Glaser/dpa

Die drei Urlauber waren erst am Montagnachmittag, also kurz vor dem Einsturz des Gründerzeithauses in Görlitz angekommen. Geplant war, in einer Ferienwohnung in dem Haus unterzukommen, das nun nicht mehr steht. 

Nach Angaben des Mannes wollen er und seine 25 Jahre alte vermisste Lebensgefährtin bald heiraten. Nach der Ankunft in Gölitz war er einkaufen gegangen. Die Frauen blieben in der Wohnung. Als er zurückkam, liegt da, wo zuvor das Haus stand, nur noch ein großer Haufen Schutt. Er alarmierte Polizei und Krankenwagen. 

Könnte noch mehr Opfer geben als bislang vermutet

Familienangehörige aus Rumänien und Großbritannien wollten sich auf den Weg nach Deutschland machen. Unterdes wird weiter nach den beiden Frauen und einem ebenfalls vermissten Mann gesucht. 

Mehrfach schlugen die Spürhunde schon an. Diese Stellen werden dann nochmal genauer geprüft. Bislang ohne Erfolg. Und Rückschlüsse darauf, wie es den Vermissten geht, können daraus auch nicht gezogen werden. Auch nicht, ob und wie viele Vermisste dort liegen. "Die Anzahl der Stellen sagt nicht aus, wie viele Menschen da liegen", erklärt die Leiterin der Görlitzer Feuerwehr, Anja Weigel. Weil eine Explosion angenommen wird, müsse immer auch davon ausgegangen werden, dass einzelne Körperteile gefunden werden. 

Verrinnende Zeit lässt Überlebenschancen sinken

Unter den an der Unfallstelle herrschenden Bedingungen können Menschen nach Angaben der Einsatzkräfte etwa 72 Stunden überleben. Die Arbeit der Einsatzkräfte wird durch möglichen Austritt von Gas erschwert. Die teils ehrenamtlichen Kräfte aus Deutschland und Polen geben die Suche aber weiter nicht auf. Sie glauben daran, Menschen retten zu können. Vielleicht auch dann noch, wenn mehr als drei Tage seit dem Einsturz vergangen sind. "Diese Hoffnung stirbt zuletzt. Das ist tatsächlich so", betont Weigel. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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