Sachsen
MDR will Mittagsmagazin abgeben – NDR könnte übernehmen

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Der MDR muss sparen. Und will sich deshalb vom ARD-Mittagsmagazin trennen. Dabei hatte das Kapitel Mittagsmagazin bei der Drei-Länder-Anstalt erst vor wenigen Jahren begonnen.

Leipzig.

Erst seit Anfang 2024 produziert der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) das ARD-Mittagsmagazin – demnächst soll damit schon wieder Schluss sein. Aus Kostengründen will der MDR die Produktion der Sendung im Jahr 2027 wieder abgeben – voraussichtlich an den Norddeutschen Rundfunk (NDR).

Der MDR bestätigte nach entsprechenden Medienberichten, dass sich die Drei-Länder-Anstalt dazu in Gesprächen innerhalb der ARD befinde. Die bislang nicht erfolgte Umsetzung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags bedeute für den MDR eine umfangreiche Budgetkürzung. 

"Diese Situation zwingt den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken werden. Gleichzeitig geht es darum, die Stärken des MDR als regional verankerter Medienanbieter zu bewahren", erläuterte Sendersprecher Michael Naumann. Einzelheiten sollen zunächst mit Rundfunkrat und Verwaltungsrat besprochen werden. Am Montag steht eine Sitzung des Rundfunkrates an.

NDR könnte das Mittagsmagazin übernehmen

Der NDR bestätigte Bemühungen zur Übernahme des Mittagsmagazins. "Darüber sind die beiden Rundfunkanstalten mit der ARD im Gespräch. Derzeit entwickelt der NDR verschiedene Szenarien, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen er die Gesamtverantwortung vom MDR übernehmen kann", teilte eine NDR-Sprecherin mit. 

Einsparbemühungen waren auch der Grund, warum die Sendung Anfang 2024 überhaupt zum MDR nach Leipzig kam. Der Sender hatte die Federführung für das Mittagsmagazin vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) übernommen, der die Sendung zum Jahresende 2023 aus Kostengründen abgegeben hatte. 

Das Mittagsmagazin wird wochenweise im Wechsel von MDR und ZDF produziert. "Das "ZDF-Mittagsmagazin" wird weiterhin im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin produziert. Wir gehen davon aus, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem "ARD-Mittagsmagazin" in bewährter Form fortgesetzt wird", teilte der Sender mit.

Auch regionales MDR-Programm betroffen

Wegen des Kostendrucks will der MDR ab 2027 außerdem die Sendung "MDR um 2" nicht mehr als lineares TV-Magazin fortführen. Geplant sei eine Streamingvariante, "die heutigen und künftigen Mediennutzungsgewohnheiten wesentlich besser entspricht", teilte der MDR mit.

Betroffen vom Aus von "MDR um 2" ist vor allem das MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt, wo die Sendung derzeit produziert wird. Schon im September 2023 war das bis dahin ebenfalls in Magdeburg produzierte Ländermagazin "MDR um 11" eingestellt worden. 

Tauziehen um höheren Rundfunkbeitrag

Die Umstrukturierungen beim MDR erfolgen vor dem Hintergrund der Hängepartie um den künftigen Rundfunkbeitrag. ARD und ZDF hatten im November 2024 Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil die Bundesländer die ursprünglich empfohlene Erhöhung von derzeit 18,36 Euro auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 nicht beschlossen hatten. Unter der Annahme, dass der Beitrag auf diese Summe steigt, hatte der MDR ein Sparprogramm von 160 Millionen Euro geschnürt.

Im Februar hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) nun eine neue Empfehlung abgegeben: Ab 2027 soll der Beitrag demnach auf 18,64 Euro steigen – also 30 Cent weniger als ursprünglich vorgeschlagen. (dpa)

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