Neuer Spitzenjob für Landrat Steinbach ab Dezember 2020

Der 51-jährige CDU-Politiker wird Geschäftsführer einer einflussreichen Organisation in Berlin. Dies führt in Sachsen zu einer vorgezogenen Landratswahl.

Dresden/Erfurt. Der Meißener Landrat Arndt Steinbach wird ab 1. Dezember 2020 neuer Geschäftsführer des Kommunalen Schadenausgleichs (KSA) der Ost-Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die entsprechende Entscheidung des Verwaltungsrats für Steinbach wurde nach "Freie Presse"-Informationen am Mittwoch auf der KSA-Mitgliederversammlung in Erfurt verkündet.

Der KSA fungiert als eine Art Versicherung von Kommunen für Kommunen. Sein Geschäftsführer ist Chef von knapp 100 Mitarbeitern in der Berliner Geschäftsstelle, die für die inzwischen etwa 5000 KSA-Mitglieder - darunter jedes fünfte aus Sachsen - nach Selbstbeschreibung als "leistungsfähige kommunale Selbsthilfeorganisation Ostdeutschlands" tätig sind.

Steinbach ist seit elf Jahren Mitglied des 17-köpfigen KSA-Verwaltungsrates. Der inzwischen 51-jährige Diplom-Verwaltungswirt ist gebürtiger Baden-Württemberger. Seit 1992 war er Bürgermeister in Wilsdruff, bevor er 2002 mit 67 Prozent erstmals zum Meißener Landrat gewählt wurde. In diesem Amt blieb er auch nach der Gebietsreform von 2008, als der Altkreis Meißen mit dem vormaligen Kreis Riesa-Großenhain fusionierte. Zuletzt wurde Steinbach 2015 mit 60,2 Prozent für weitere sieben Jahre erneut im Amt bestätigt.

Regulär stünde die nächste Landratswahl in Meißen erst 2022 an. Durch Steinbachs Jobwechsel müsste sie mindestens auf 2021 vorgezogen werden. Laut Sächsischer Landkreisordnung ist die Wahl eines Nachfolgers "spätestens sechs Monate nach Freiwerden der Stelle" anzusetzen. Der "Sächsischen Zeitung" sagte Steinbach, es könne sein, dass er "schon einige Monate früher das Amt verlasse, um die notwendigen Dinge vorzubereiten".

Die CDU stellt bisher alle zehn Landräte in Sachsen. Bei der Landtagswahl holte im Landkreis Meißen nur einer ihrer vier Bewerber - Landtagspräsident Matthias Rößler - das Direktmandat, die anderen drei Wahlkreise gewann die AfD.

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