Sachsen
Sturmgeschütz im Sand - Wie ein Zufallsfund ins Museum kommt

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Im Sand verbuddelt, bald ein Ausstellungsstück: Wie ein Panzerfahrzeug Jahrzehnte überdauerte und welche Details für Gänsehaut sorgen.

Nordholz/Dresden.

Bauarbeiter sind beim Baggern zufällig auf ein Sturmgeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Das nahezu vollständig erhaltene Panzerfahrzeug sei ein "historisch bedeutendes Fundobjekt", sagte Mariel Kubatz von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. "In der Regel findet man eher Einzelteile." 

Experten bargen das 29 Tonnen schwere Gefährt Anfang Juni mit einem Kran. Im August soll das Wrack ins Deutsche Panzermuseum Munster (Heidekreis) gebracht und ausgestellt werden. Das Museum möchte das Sturmgeschütz genauer untersuchen und stabilisieren. Wie lange es dortbleiben wird, ist noch unklar. Perspektivisch soll das Fahrzeug im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden gezeigt werden. 

Was ist ein Sturmgeschütz? 

Das Sturmgeschütz "StuG III" erinnert an einen Panzer, ist aber kleiner und wendiger. Es hatte keinen drehbaren Turm. Um die nach vorn zeigende Kanone auszurichten, musste das gesamte Fahrzeug wenden. 

"Das war ein Bestseller", sagte Henning Haßmann, Landesarchäologe beim Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (NLD). Der Rüstungskonzern Rheinmetall produzierte damals mehr als 9.300 Stück. Die Fahrzeuge wurden noch bis April 1945 gefertigt und ausgeliefert, um gegnerische Panzer abzuschießen. 

Das nun gefundene Gefährt gehörte einer Brigade aus Nordholz, die vor allem in Frankreich stationiert war. Ob das Sturmgeschütz dort auch unterwegs war, ist noch unklar. Experten sind sich aber sicher, dass das Fahrzeug einige Zeit im Einsatz war. Davon zeugen mindestens 17 weiße Markierungen am Kanonenrohr. "Für jeden vernichteten Panzer hat man hier wohl offensichtlich eine solche Markierung angebracht", erklärte Andreas Hüser, Leiter der Archäologischen Denkmalpflege im Landkreis Cuxhaven. 

Weiße Markierungen zeugen von abgeschossenen Panzern.
Weiße Markierungen zeugen von abgeschossenen Panzern. Bild: Kai Moorschlatt/dpa

Warum das Wrack im Sand verbuddelt war 

Die Archäologen gehen davon aus, dass die Alliierten das Fahrzeug kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Graben mit weiterem Militärzubehör vergruben. Bei den Ausgrabungen wurden noch Munitionsreste und kleinere Granatensplitter gefunden. 

Das Sturmgeschütz war am Rande einer Böschung im trockenen Sand verbuddelt und ist deshalb hervorragend erhalten. An einigen Stellen lässt sich noch die Tarnfarbe erkennen, an einer Seite sieht das Fahrwerk fast wie neu aus. Experten gehen davon aus, dass die Laufrolle und die Räder noch kurz vor Kriegsende ausgetauscht wurden. 

Das Fahrwerk ist teilweise gut erhalten.
Das Fahrwerk ist teilweise gut erhalten. Bild: Kai Moorschlatt/dpa

Was ein Blick ins Innere verrät 

Das Fahrzeug lässt sich problemlos öffnen, sagte Hüser. "Der Blick ins Innere ist sehr eindrucksvoll." Der Fahrersitz ist erhalten, ebenso wie die Vorrichtungen für die Kanone. "Es ist schon bedrückend eng." 

Das Sturmgeschütz wurde von vier Soldaten gesteuert: Ganz vorn saß der Fahrer, hinter ihm richtete ein Soldat die Kanone aus. Auf Befehl seines Kommandanten wurde die Kanone abgefeuert, ein vierter Soldat war für das Nachladen der Kanone zuständig. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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