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Sachsen-SPD: Die ersten Bewerber um die Doppelspitze

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In sieben Wochen gibt Wirtschaftsminister Martin Dulig sein Amt als SPD-Landesvorsitzender ab. Nun bewirbt sich ein Duo als Doppelspitze.

Dresden.

Die ostsächsische Bundestagskandidatin Kathrin Michel und Generalsekretär Henning Homann kandidieren als Vorsitzende der Landes-SPD. Beide kündigten zusammen am Freitag in Dresden ihre Bewerbung als Doppelspitze an. Die Kamenzerin Michel tritt bei der Bundestagswahl erstmals auf dem aussichtsreichen Platz 2 der SPD-Landesliste an, ihr Einzug ins Berliner Parlament gilt damit als sicher. Die 58-jährige Gewerkschafterin ist Teamleiterin und Betriebsrätin bei BASF in Schwarzheide. Der Döbelner Homann sitzt seit knapp zwölf Jahren im Landtag. Der 41-Jährige, der 1996 in die SPD eintrat und bei den Jusos zeitweise Vize-Landeschef war, ist seit 2014 Fraktionsvize im Landtag und darüber hinaus seit 2018 Generalsekretär der SPD. Bereits seit 2008 hat er zudem den Vorsitz der SPD Mittelsachsen inne.

Michel, die 2009 in die SPD eintrat, bezeichnete den «Kampf um Gerechtigkeit» als ihre und Homanns gemeinsame Leidenschaft. Die SPD sei mehr als eine Regierungspartei, betonte Homann. Sie dürfe nicht allein in ihrer Regierungsarbeit aufgehen, sondern müsse als eigenständige politische Kraft ein stärkeres Profil bekommen. Homann versicherte, dass bis zum 26. September die Bundestagswahl im Mittelpunkt des Engagements stehe. Die SPD wolle auch in Sachsen ein besseres Ergebnis als vor vier Jahren erreichen. Gemäß der vom Landesvorstand auferlegten Verfahrensregeln werden sich Michel und er nach dem 6. September in einem Vorstellungschreiben an die Mitglieder wenden. Am 13. September soll es zudem eine digitale Mitgliederkonferenz geben.

Eine andere Bewerbung eines Einzelkandidaten oder eines Doppels liegt bislang noch nicht vor. Die Neuwahl des Landesvorstandes war von der Partei auf den 9. Oktober verschoben worden, nachdem Landeschef Martin Dulig seine erneute Kandidatur kurzfristig zurückgezogen hatte. Seitdem galt Homann parteiintern als Favorit auf die Nachfolge Duligs. Der inzwischen 46-jährige Dulig steht seit knapp zwölf Jahren an der Spitze des Landesverbandes, als Spitzenkandidat führte er die SPD sowohl 2014 als auch 2019 in die Landtagswahl. Mit 7,7 Prozent erzielte die Partei vor zwei Jahren jedoch ein so schlechtes Ergebnis wie nie zuvor.

In der schwarz-grün-roten Landesregierung stellt die SPD mit Wirtschaftsminister Dulig und Sozialministerin Petra Köpping zwei Kabinettsmitglieder. Die 63-jährige Köpping signalisierte nach der Ankündigung der Kandidatur von Michel und Homann ihre Unterstützung. "Ich begrüße den Vorschlag sehr", sagte sie auf Anfrage der "Freien Presse". Es handele sich sowohl um eine sehr gute Kandidatin als auch um einen sehr guten Kandidaten.

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