Sachsen
Schuster: "Geas-Reform bringt Betroffenen klare Vorteile"

Freie Presse auf Google News folgen

Sachsens Innenminister Schuster sieht im neuen EU-Asylsystem klare Vorteile für Betroffene. Die Reform sei für sie ein "starke Hilfe".

Dresden.

Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) kann Kritik am neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (Geas) nicht nachvollziehen. "Ich glaube, dass das Gegenteil richtig ist, dass Geas den Betroffenen hilft. Weil wir klare Standards festgeschrieben haben, worauf sie sich jetzt verlassen können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Als Beleg nannte er etwa Gesundheitsprüfungen und den Anspruch auf Regelschulausbildung. 

Schuster: Regelung bringt rechtliche Klarheit

"Für den Betroffenen gibt es vor allen Dingen rechtliche Klarheit. Er kann darauf bauen, dass wir viel beschleunigter die ganzen Verfahren durchführen. Also ich behaupte, dass für die Betroffenen die Geas-Reform eine starke Hilfe ist", betonte Schuster. Flüchtlingsorganisationen hatten der EU und der Bundesregierung dagegen vorgeworfen, mit der Verschärfung des Asylrechts Menschenrechte zu missachten. 

Asylregeln sollen unkontrolliertes Weiterziehen verhindern

Die neuen EU-Asylregeln gelten seit Freitag und sollen das unkontrollierte Weiterziehen von Flüchtlingen verhindern. Schuster zufolge startet Europa damit endlich einen ernsthaften Versuch, mit einer Regel zu arbeiten. Da stecke "eine Menge Solidaritätsgedanke" drin. "Wir begrüßen natürlich einen viel intensiveren Außengrenzschutz (...)." Wenn jemand schon irgendwo aufgenommen wurde, müsse das Verfahren dort auch stattfinden. "Also alles in allem: Wenn es klappt, ist es ein richtiger Durchbruch."

Schuster sieht durchaus eine Herausforderung mit Blick auf das europäische Screening-Verfahren. Die Mitgliedstaaten müssen alle Personen, die unerlaubt in die EU einreisen, einem verpflichtenden Screening unterziehen. Dabei werden die Identitäten festgestellt, biometrische Daten erfasst sowie Gesundheits- und Sicherheitskontrollen durchgeführt. Außerdem wird geprüft, ob eine Person besonders schutzbedürftig ist. Wird eine Person erst im Inland aufgegriffen, muss das Screening binnen drei Tagen erfolgen. 

Minister geht nicht von steigendem Personalbedarf aus

Der Minister macht geltend, dass man sich darauf seit zwei Jahren vorbereiten konnte. Von einem zusätzlichen Personalbedarf geht er nicht aus, weil bei der Kontrolle viel IT-gestützt laufe. "Wir hoffen, dass das Ganze nicht nur effizienter ist, sondern auch beschleunigter abläuft."

Schuster hält es für richtig, dass Sachsen als Standort für ein sogenanntes Sekundärmigrationszentrum ausgewählt wurde. Im Zuge des verschärften Asylrechts können die Bundesländer solche Unterkünfte einrichten, um Menschen mit einer Aufenthaltspflicht unterzubringen, die Deutschland verlassen müssen, weil ein anderes EU-Land für das Verfahren zuständig ist. Sollte der Bund eine Zentralisierung auch beim Thema Rückführung vornehmen, wolle er Sachsen dafür als Erprobungsstandort ins Gespräch bringen. "Ich glaube, dass wir relativ weit sind und auch gut vorbereitet." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
10:10 Uhr
1 min.
Autofahrer prallt in Lauta tödlich gegen Hauswand
Autofahrer prallt in Lauta tödlich gegen Hauswand - Der Beifahrer kam mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus. (Symbolbild)
Ein Mann kommt im Kreis Bautzen mit seinem Auto von der Straße ab. Er und sein Beifahrer prallen gegen eine Hauswand. Der Fahrer überlebt den Unfall nicht.
12.06.2026
5 min.
Neue EU-Asylregeln: Start mit Unsicherheiten und Kritik
Neue EU-Asylregeln: Start mit Unsicherheiten und Kritik - Für die betroffenen Schutzsuchenden hat Geas massive Folgen. (Archivbild)
In der EU funktioniert das Asylsystem jetzt nach neuen Regeln. Werden alle Staaten die neuen Vorgaben zu Registrierung und Solidarität wie vereinbart umsetzen?
Niklas Treppner, Anne-Beatrice Clasmann und Leonie Asendorpf, dpa
07:45 Uhr
3 min.
Das gab’s noch nie: Olympiasiegerin Julia Taubitz wird erste Ehrenbürgerin in ihrer Heimatstadt
Das gab’s noch nie: Olympiasiegerin Julia Taubitz wird erste Ehrenbürgerin in ihrer Heimatstadt - Im Beisein von Oberbürgermeister Rolf Schmidt durfte sich Julia Taubitz ein zweites Mal ins Goldene Buch der Stadt eintragen.
Im Eiskanal hat die Rennrodlerin schon alles gewonnen. Nun bekam sie die höchste Auszeichnung der Stadt Annaberg-Buchholz verliehen. Ein Novum.
Patrick Herrl
10:08 Uhr
2 min.
Tod am Berg: 22-Jähriger stürzt 130 Meter tief
Tod am Berg: 22-Jähriger stürzt 130 Meter tief - Als die Bergwacht am Unfallort eintraf, war der junge Mann bereits tot. (Symbolbild)
Zunächst meistert ein Bergsteiger einen anspruchsvollen Aufstieg im Karwendelgebirge bei Mittenwald. Dann kommt es beim Abstieg zum tragischen Unfall. Warum stürzte der 22-Jährige ab?
07:48 Uhr
3 min.
Hier gibt es bald Kofola, Rohliky und Süßmilch: Tschechischer Lebensmittelladen öffnet auf Sonnenberg
Hier gibt es bald Kofola, Rohliky und Süßmilch: Tschechischer Lebensmittelladen öffnet auf Sonnenberg - Andre Fercak und seine Familie öffnen am 26. Juni ein Geschäft mit tschechischen Produkten an der Hainstraße.
Mehr als 2000 Tschechen und Slowaken wohnen in Chemnitz, viele auf dem Sonnenberg. Dort will Andre Fercak einen tschechischen Lebensmittelladen öffnen. Aber das ist nur der erste Schritt.
Christian Mathea
11.06.2026
3 min.
Verschärfte EU-Asylregeln: Sachsen sieht sich vorbereitet
Verschärfte EU-Asylregeln: Sachsen sieht sich vorbereitet - Innenminister Armin Schuster sieht Sachsen für die Asylsystem-Reform gerüstet. (Archivbild)
Mit dem neuen EU-Asylrecht soll das unkontrollierte Weiterziehen von Flüchtlingen verhindert werden. Dafür soll in Dresden ein sogenanntes Sekundärmigrationszentrum entstehen.
Mehr Artikel