Auch im Naturtheater Greifensteine gibt es wieder Sommertheater. (Archivbild)
Auch im Naturtheater Greifensteine gibt es wieder Sommertheater. (Archivbild) Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Sachsen
Sommertheater locken mit Klassikern und neuen Orten

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Rathausbalkon, Industriedenkmal oder Felsenbühne als Kulisse: Sächsische Theater locken ihr Publikum im Sommer mit vielfältigen Inszenierungen. Welche Highlights erwarten die Besucher?

Görlitz/Plauen/Leipzig.

Shakespeare-Klassiker, Rockoper, Musical oder Abenteuerstück für die ganze Familie: Sachsens Theater erwarten das Publikum in diesem Sommer wieder zu sehr unterschiedlichen Inszenierungen. Dabei werden sowohl gut bekannte als auch ganz neue Orte bespielt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Für Skakespeares Tragödie "Romeo und Julia" etwa wird der Marktplatz in Zittau erstmals zum Bühnenraum unter freiem Himmel. Die "opulente Produktion vor grandioser historischer Kulisse" hat am 13. Juni Premiere, wie das Gerhart-Hauptmann-Theater ankündigte. Für die wohl bekannteste Szene der berühmten Liebesgeschichte wird der Balkon des Rathauses einbezogen. "Niemand, der das Stück gesehen hat, wird künftig mehr aufs Amt gehen können, ohne an Romeo und Julia zu denken", glaubt Regisseur Ingo Putz.

Alter Schlachthof als Kulisse

Eine neue Außenspielstätte eröffnet das Gerhart-Hauptmann-Theater am 30. Mai an seinem zweiten Standort. Auf dem Alten Schlachthof in Görlitz kommt die Rockoper "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber heraus. In zurückliegenden Jahren waren schon der frühere Güterbahnhof und eine ehemalige Maschinenbaufabrik Kulisse für Sommertheater in der Neißestadt.

Seit 2012 wird das Gelände der Krabat-Mühle in Schwarzkollm bei Hoyerswerda alljährlich bespielt. Vom 27. Juni bis 19. Juli ist der dritte Teil der Krabat-Saga mit dem Titel "Im Nebel der Einsamkeit" zu sehen. Für die insgesamt rund 18.000 Plätze gebe es erneut eine hohe Nachfrage, sagte der Geschäftsführer des Kulturzentrums, Anton Fuchs. 

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater verwandelt seit vielen Jahren den Hof der Bautzener Ortenburg in eine Bühne. Am 18. Juni hat dort "Spuk von draußen oder Karaseks Schatz" Premiere. Autor und Regisseur Lutz Hillmann ließ sich für das Stück von der gleichnamigen Fernsehserie aus dem Jahr 1987 inspirieren. Die Handlung für seine freie Bühnenadaption verlegt er in die Oberlausitz und in die Gegenwart. Nach Theaterangaben sind bisher rund 24.000 Karten verkauft, was einer Auslastung von fast 70 Prozent entspricht.

Moderner Jane-Austen-Klassiker

Auf mehrere Freiluft-Spielstätten setzt das Theater Plauen-Zwickau. Das familienfreundliche Stück "Alice im Wunderland" startet am 11. Juni im Zwickauer Theaterhof. Mit "Stolz und Vorurteil* (*oder so)" wird ab dem 12. Juni eine moderne und humorvolle Adaption des Jane-Austen-Klassikers im Hof der mittelalterlichen Burg Schönfels in Lichtentanne (Landkreis Zwickau) gespielt. Im Parktheater Plauen steht am 13. Juni die Premiere des Musicals "Der Graf von Monte Christo" an. In Zwickau ist die Adaption des bekannten Romans von Alexandre Dumas ab dem 28. August auf der Freilichtbühne am Schwanenteich zu sehen. 

Das Theater Chemnitz bringt am 13. Juni "Das Dschungelbuch" auf der Freilichtbühne im Küchwald heraus. Bis Mitte Juli folgen 16 weitere Aufführungen der Geschichte um den Menschenjungen Mogli. Zusammen mit weiteren Partnern organisiert das Chemnitzer Theater auch das internationale Festival für zeitgenössische Bühnenkunst "Theater der Welt". Vom 18. Juni bis 5. Juli sind Aufführungen im Stadtraum und an ungewöhnlichen Orten geplant. 

Felsenbühne mit imposanter Aussicht

Mit der Wiederaufnahme des beliebten Stücks "Die kleine Hexe" eröffnet die Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH am 20. Juni die Greifenstein-Festspiele. Die Saison auf der Naturbühne in Ehrenfriedersdorf dauert bis 30. August. Erste Premiere wird das Abenteuerstück "Pippi Langstrumpf" nach Astrid Lindgren am 4. Juli sein. Am 24. Juli kommt mit "Das Buschgespenst" ein erzgebirgisches Musical nach Karl May heraus. 

Auf der Felsenbühne Rathen in der Sächsischen Schweiz wird in diesem Jahr ebenfalls "Pippi Langstrumpf" gezeigt. Nach Angaben der Landesbühnen Sachsen kamen zum Saisonauftakt am 16. Mai knapp 1.700 Premierengäste. Die nächste Premiere folgt am 30. Mai mit dem Musical "Der kleine Horrorladen". Sechs Erfolgsstücke aus dem Repertoire des Theaters sowie hochkarätige Gastspiele ergänzen das Programm der Felsenbühnen-Festspiele im Kurort Rathen. 

Älteste Naturbühne Sachsens

Als älteste Naturbühne Sachsens gilt das Naturtheater im vogtländischen Bad Elster, wo zwischen Mai und September wieder verschiedene Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. Zu den diesjährigen Höhepunkten zählt Verdis Oper "Der Troubadour" am 19. Juni.

Das Schauspielinstitut der Leipziger Hochschule für Musik und Theater belebt im Sommer traditionell den Innenhof des Grassi Museums in der Messestadt. Unter dem Titel "Ein Königreich für einen Ball" begeben sich Studierende in diesem Jahr auf eine Spurensuche nach dem Mysterium Fußball. Nach der Premiere am 1. Juli wird das Stück bis zum 12. Juli mehrfach aufgeführt. Auf dem überdachten Innenhof der Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost eG in Leipzig gibt es auch alljährlich Theateraufführungen im Sommer. Das "kunterbunte Programm" für dieses Jahr startet am 1. Juli unter dem Motto "Kess, kompakt und knackig", teilten die Veranstalter mit. (dpa)

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