Ein Teil der Dresdner Carolabrücke stürzte im September 2024 ein, auch die Reste mussten abgerissen werden. Übrig geblieben ist ein Fundament in der Elbe. (Archivbild)
Ein Teil der Dresdner Carolabrücke stürzte im September 2024 ein, auch die Reste mussten abgerissen werden. Übrig geblieben ist ein Fundament in der Elbe. (Archivbild) Bild: Robert Michael/dpa
Sachsen
Vier Entwürfe für neue Carolabrücke vorgestellt

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Die neue Carolabrücke in Dresden nimmt Form an – zumindest in den Planungen. Ein Expertengremium bewertete die vier eingereichten Entwürfe und legt sich auf einen Favoriten fest.

Dresden.

Das Expertengremium zum Neubau der eingestürzten Carolabrücke hat unter den vier eingereichten Entwürfen einen Favoriten bestimmt. Im Bauausschuss wurde nun das Ranking vorgestellt: Demnach landete der Entwurf der Planerbüros Leonhardt, Andrä und Partner und Knight Architects auf Platz 1.

Eine Entscheidung ist damit aber noch nicht gefallen. Diese soll der Stadtrat Anfang September treffen. Bis dahin sollen auch die Bürger noch ein Wort mitreden. 

Gremium: alle eingereichten Entwürfe von hoher Qualität

Das von Professor Steffen Marx (Technische Universität Dresden) geleitete Gremium hob hervor, dass "jeder der eingereichten Entwürfe eine sehr hohe Qualität aufweist und eine risikoarme weitere Projektdurchführung erlauben würde". Schon die Vorprüfung habe ergeben, dass alle vier Entwürfe den in der Ausschreibung definierten Anforderungen der Landeshauptstadt Dresden entsprechen und realisierbar sind. "Dennoch konnte das Expertengremium klar einen besten, zweit-, dritt- und viertbesten Brückenentwurf identifizieren." 

Experten loben "schlanke und transparente Brückenkonstruktion"

Nach Ansicht des Gremiums erfüllt die Arbeit der Planergemeinschaft LAP und Knight Architects die Anforderungen und Restriktionen eines Ersatzneubaus am besten. "Die gut gestaltete, schlanke sowie transparente Brückenkonstruktion füge sich angenehm zurückhaltend in die historische Dresdner Altstadt ein. Zudem seien alle Nutzungsarten und -anforderungen sowohl auf als auch unter der Brücke und im Bereich der Widerlager sorgfältig erarbeitet und gelöst worden", hieß es. Die gitterförmige Gestaltung der sogenannten Voutenbereiche – die angedeuteten Brückenbögen – erziele eine eigenständige Identität als "neue Dresdner Carolabrücke" und schreibe so die Entwicklungsgeschichte beider Vorgängerbauten auf gelungene Weise fort. 

Entscheidung soll am 3. September fallen

Bei der Bewertung berücksichtigte das Expertengremium unter anderem die Kriterien Städtebau, Architektur, Denkmalschutz, Verkehr, Tragwerksplanung, Bauzeit, Kosten, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit. Die Einschätzung der Experten dient dem Begleitgremium zum Wiederaufbau der Carolabrücke sowie dem Stadtrat als fachliche Empfehlung und Entscheidungshilfe. Am 3. September 2026 soll der Stadtrat über die Weiterbeauftragung eines Planungsteams entscheiden. 

Der Einsturz der Dresdner Carolabrücke sorgte im September 2024 international für Schlagzeilen. (Archivbild)
Der Einsturz der Dresdner Carolabrücke sorgte im September 2024 international für Schlagzeilen. (Archivbild) Bild: Robert Michael/dpa

Die vormalige Dresdner Carolabrücke bestand aus drei Brückenzügen. In der Nacht zum 11. September 2024 war der Brückenzug für die Straßenbahn und die Fußgänger überraschend zusammengestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Allerdings wurden auch die anderen Teile der Brücke so stark beschädigt, dass sie komplett abgerissen werden musste. Als Ursache für den Einsturz gilt Korrosion, die zum Versagen von Spanngliedern führte. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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