Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist wegen Attacken gegen die Werte der Aufklärung besorgt. (Archivbild)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist wegen Attacken gegen die Werte der Aufklärung besorgt. (Archivbild) Bild: Jan Woitas/dpa
Sachsen
Weimer besorgt über Attacken gegen Werte der Aufklärung

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In der Auseinandersetzung mit Rechtsaußen gehe es längst um etwas Fundamentales, sagt der Kulturstaatsminister. Und verweist auf Ideen in der AfD, Weihnachten abzuschaffen.

Berlin.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer befürchtet eine Abkehr von den fundamentalen Werten der Aufklärung. Extremistische und autokratische Bewegungen weltweit, aber auch in Deutschland griffen nicht nur politische Haltungen an, sondern etwas Fundamentales - "und das Fundamentale ist eben die Aufklärung an sich", sagte Weimer anlässlich der Jahrestagung des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste. 

"Wir erleben toxische Kontroversen im Land, wir erleben Empörungsrituale, wir erleben ja Menschen, die dem Telos der Spaltung folgen, und wir erleben Menschen, die das Agens der Diffamierung in sich tragen", sagte Weimer. "Und es sind nicht mehr wenige, es sind viele, es werden mehr und sie werden fundamentaler in dieser Herausforderung." 

Kant statt "dunkle Aufklärung"

Weimer bezog sich unter anderem auf Attacken der AfD in Sachsen-Anhalt auf das als Weltkulturerbe geschützte Bauhaus sowie auf Erwägungen in der dortigen AfD, christliche Feste wie Weihnachten durch germanische Rituale wie das Julfest zu ersetzen. "Da sieht man, in welchen fundamentalen Kategorien die da unterwegs sind", sagte Weimer. 

In amerikanischen intellektuellen Kreisen werde längst ernsthaft "Dark Enlightenment" gefordert, also eine "dunkle Aufklärung", sagte der Beauftragte für Kultur und Medien. "Es sind nicht mehr rechte Spinner, Protestgruppen, Nationalisten, Rassisten - sind sie auch alles. Aber in Wahrheit sind wir eine Stufe weiter. Sie haben ein fundamentales Programm, das heißt 'Dark Enlightenment'." Er stellte dem die Forderung "Mehr Kant wagen" entgegen, also das Vertreten der Werte des Philosophen der Aufklärung, Immanuel Kant. 

Orden mit vielen Nobelpreisträgern

Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste ist eine Vereinigung von etwa 80 herausragenden Persönlichkeiten aus Deutschland und anderen Ländern, darunter viele Nobelpreisträger. Gegründet wurde er im 19. Jahrhundert vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV., Schirmherr ist heute Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. 

Am Sonntagnachmittag werden bei einer Veranstaltung in Berlin acht neu gewählte Mitglieder des Ordens begrüßt, darunter der Liedermacher Wolf Biermann, die Tiefseeforscherin Antje Boetius, der französische Philosoph Georges Didi-Huberman, der Schweizer Chemiker Michael Grätzel, der Theologe Christoph Markschies, der ungarische Schriftsteller Péter Nádas, die israelische Arabistin Sarah Stroumsa und der Mediziner Uğur Şahin. (dpa)

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