Wie schmeckte der Osten? Spitzenköche erinnern sich

Statt Pizza kam Krusta auf den Tisch. Hotdogs hießen Ketwurst und der Hamburger war eine Grilletta: Zu DDR-Zeiten wollte sich der Staat auch beim Essen abschotten - mit neuen Namen. Was blieb?

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Standard


  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 7,99 €/Monat)
  • Monatlich kündbar

Premium


  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 18,00 €/Monat)
  • Monatlich kündbar
  • Inklusive E-Paper

Standard für Abonnenten


  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 1,49 €/Monat)
  • Monatlich kündbar

Sie sind bereits registriert? 

7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    2
    ralf66
    04.10.2019

    In vielen kleinen Gasthöfen in der DDR gab es eine prima Hausmannskost, ordentliche geschmackvolle Portionen.
    Die heutige Fernsehkochkunst mit ihren Sterneköchen, die um den Kochtopf umherrennen als wenn sie auf der Flucht wären, dem warmen rohen Fleisch, dem harten warmen Gemüse, dem ganzen al dente gelaber und die Finkennäpfchenportionen für viel Geld brauche ich nicht. Rouladen, Schnitzel, Hackbraten, Schweinebraten, Gulasch, Hähnchen, Gansl, Rot- oder Sauerkraut, Erbsen-Bohnen-Linsen-Nudeleintöpfe, Kartoffelsuppe, Soljanka, Makkaroni, auch mal Reis, fertig ist der Lack, dass schmeckt immer wieder und wo es dieses Essen nicht gibt, dort komme ich nicht hin.

  • 2
    0
    Hankman
    04.10.2019

    @Einspruch: Stimmt, mit der Aussage "fettig" konnte ich auch nicht viel anfangen. Ich kann mich da ebenfalls an keine Extreme erinnern. Es gab vor allem nicht so viele künstliche Zusatzstoffe im Essen - eine positive Wirkung des Mangels. Man muss auch bedenken: Die DDR gibt es seit fast 30 Jahren nicht mehr. Wie gesund und ausgewogen haben sich denn die Menschen in der BRD vor 30, 40 Jahren ernährt? Man darf nicht einfach heutige Maßstäbe an eine ferne Vergangenheit anlegen.

    Noch ein Nachtrag zur Krusta ist mir eingefallen: Sie hatte wohl mehr mit der französischen Quiche als mit der italienischen Pizza zu tun.

  • 8
    2
    gelöschter Nutzer
    03.10.2019

    @MalyKrtek: "Wir kochen gut" und "Wir backen gut". Steht alles drin.

  • 12
    2
    Einspruch
    03.10.2019

    Kann meinen Vorschreibern nur zustimmen, Grützwurst, auch als tote Oma bekannt, war auch lecker. Dieses DDR Bashing mit viel aber fettig kann ich nicht richtig nachvollziehen. Fette Kinder , Teenies und Erwachsene ohne jede sportliche oder Wehrfähigkeit sieht man wohl eher heute in Massen. Ich kann mich an kaum ein fettes Kind erinnern zu meiner Schulzeit. Heute gehören die zum Straßenbild.

  • 12
    2
    MalyKrtek
    03.10.2019

    @Freigeist14
    Am Alex in Berlin gab es so runde Buden, in denen gab es die verschiedensten Sorten Grilletta. Alles Geschmackssache, aber mit denen kommt heute kein Burger mit. Ich mag auch heute noch die Ketwurst, wenn man sie Mal bekommt. Kurz vor unserem Umzug wurden ca. 60 Kochbücher von heute entsorgt. Kaum zu gebrauchen. Aufwendige Rezepte und gekaufte Zutaten würden später nie wieder benutzt. Behalten haben wir alle alten Kochbücher vom Verlag für die Frau, von Kurt Drummer und ähnliches. Einfache, preiswerte, geschmackvolle Gerichte, bei denen man kaum was falsch machen konnte. Wir freuen uns immer über gemütliche Gaststätten mit Gerichten von früher. Ohne Schickimicki.

  • 11
    2
    Hankman
    03.10.2019

    Hach, Soljanka ... Immer wieder lecker. Die beste, glaube ich, habe ich mal als Kind im Dorfgasthof von Thräna bei Leipzig gegessen. Auch an viele andere Gerichte erinnere ich mich gern. Man erinnert sich halt an einen bestimmten Geschmack oder Geruch viel intensiver als an alles andere; ein bestimmter Geruch oder Geschmack, den man aus der Kindheit kennt, löst vielfältige Assoziationen aus.

    Ja, viele Gerichte waren einfach, es wurde aus wenig etwas Schmackhaftes gezaubert. Das ist eine Kunst, die in Ost und West in der Mangelzeit nach dem Krieg erlernt wurde - und in der DDR eben länger nachwirkte. Dass mancher Westler heute darüber lächelt, dass man in der DDR das Grillhähnchen Broiler nannte, ist schon paradox, wenn man bedenkt, wie sich gerade der Westen - auch sprachlich - an Amerika ausrichtete.

    Ein Wort noch zur Krusta: Ich erinnere mich an die "Krusta-Stube" im Karl-Marx-Städter Rosenhof. Dort habe ich Anfang der 80er oft sehr lecker gegessen. Mit Pizza ist die Krusta nach meienr Erinnerung aber nur ungefähr verwandt: Der Belag war mehrere Zentimeter dick und nicht so dünn wie bei den meisten Pizzen heute. Aber wie bei Pizza gab es auch davon unzählige Varianten. Mein Favorit war die Hackfleischkrusta, mit viel Käse überbacken und ordentlich Dresdner Worchestersauce drauf ... :-)

  • 13
    6
    Freigeist14
    03.10.2019

    "Beim Essen abschotten " . Was für ein Blödsinn . Einfach kreativ neue Namen genommen ,statt der Amerikanisierung nachgegeben zu haben . Übrigens schmeckte Grilletta - im Gegensatz zum Burger vom Goldenen M .