Der Golfkonflikt und mögliche Störungen in der Straße von Hormus gelten als größtes Risiko für die Konjunktur. (Symbolbild)
Der Golfkonflikt und mögliche Störungen in der Straße von Hormus gelten als größtes Risiko für die Konjunktur. (Symbolbild) Bild: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
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Wirtschaftsforscher: Erholung steht auf wackeligen Beinen

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Erholt sich die deutsche Wirtschaft oder droht Stagnation? Laut Wirtschaftsforschern hängt das derzeit vor allem von der Entwicklung des Golfkonflikts und von den Energiepreisen ab.

Halle.

Ob die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten wieder Fahrt aufnimmt, hängt nach Einschätzung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) maßgeblich vom Konflikt im Golfraum ab. Bleibt die Lage dort angespannt und steigen die Energiepreise weiter, könnte die Wirtschaftsleistung 2026 schlimmstenfalls stagnieren. "Das wesentliche Risiko für die Weltwirtschaft wie auch für die deutsche Konjunktur liegt im ungewissen Fortgang des Golfkonflikts", sagte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller bei der Vorstellung der Konjunkturprognose in Halle. 

In ihrer Prognose gehen die Forscher dagegen davon aus, dass sich die Lage entspannt. Für 2026 und 2027 rechnen sie in diesem Fall jeweils mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Für Ostdeutschland erwarten sie eine ähnliche Entwicklung.

Moderater Aufschwung zu Jahresbeginn

Zu Jahresbeginn habe sich ein moderater Aufschwung abgezeichnet, teilte das Institut mit. Im ersten Quartal sei die Wirtschaftsleistung spürbar gestiegen. Ausschlaggebend dafür seien vor allem höhere Exporte in europäische Nachbarländer gewesen.

Energiepreise belasten Unternehmen und Verbraucher

Der Konflikt im Golfraum hat nach Einschätzung der Forscher die Energiepreise bereits deutlich steigen lassen. Das verteuere die Produktion vieler Unternehmen und belaste zugleich die Kaufkraft privater Haushalte. Sollte die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus den Sommer über geschlossen bleiben, wären deutlich höhere Energiepreise, steigende Inflationsraten und schwächere Exporte die Folge.

Dass die Konjunktur dennoch nicht einzubrechen drohe, liege auch an staatlichen Ausgaben- und Investitionsprogrammen. Zudem rechnen die Forscher damit, dass die Exporte nach drei Jahren Rückgang wieder leicht zulegen. Auch die privaten Konsumausgaben dürften steigen.

KI als Chance und Risiko

Chancen und Risiken sehen die Wirtschaftsforscher zugleich im rasanten Einsatz Künstlicher Intelligenz. Langfristig könne KI die Produktivität deutlich erhöhen. Kurzfristig seien jedoch auch Arbeitsplatzverluste möglich - selbst bei Beschäftigten mit höherer Qualifikation. (dpa)

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