Iran hat erneut Israel angegriffen.
Iran hat erneut Israel angegriffen. Bild: Rami Shlush/AP/dpa
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Friedensgespräche zwischen USA und Iran unter Druck

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Erst eskaliert der Konflikt im Libanon, dann greift der Iran erneut Israel an. Das hat auch Auswirkungen auf die USA-Iran-Gespräche. Wie ist die Lage, und wie geht es weiter?

Teheran/Tel Aviv.

Nach einem israelischen Angriff auf die Hisbollah-Miliz im Libanon hat der Iran erstmals seit zwei Monaten Israel wieder mit mehreren Raketenwellen angegriffen. Das weckt die Befürchtung eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Zugleich gefährdet die jüngste Eskalation auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage:

Warum ist es gerade jetzt zu den iranischen Angriffen gekommen?

Der Iran reagierte mit seinen Raketensalven am späten Sonntagabend auf neue Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntagnachmittag. Die israelische Armee hatte in den als Dahija bekannten Vororten, die als Hochburg der libanesischen Hisbollah gelten, "Terroristen-Hauptquartiere" der Miliz angegriffen. Davor war der Norden Israels erneut vom Libanon aus von der Hisbollah mit Raketen angegriffen worden. 

Erst in der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach US-Vermittlung eigentlich auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe in dem Konflikt geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab. Kurz darauf erfolgten neue Angriffe der Miliz.

Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Israel bekämpft die Hisbollah im Süden des Libanons mit Bodentruppen, fliegt aber immer wieder auch Luftangriffe in anderen Landesteilen. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden. 

Wie ist die aktuelle Lage?

Israelischen Medienberichten zufolge feuerte der Iran rund zehn Wellen an Raketen auf Israel ab. Die Raketen konnten nach Armeeangaben alle abgefangen werden. Zunächst war von einer Verletzten in Israel die Rede. Israel wollte Medienberichten zufolge hart auf die Angriffe reagieren. Ein israelischer Militärsprecher sagte, der Iran habe mit den neuen Raketenangriffen einen "schweren Fehler" begangen. 

Wie reagiert Donald Trump auf die Angriffe?

Für US-Präsident Donald Trump stellen die neuen Angriffe einen zweifachen Rückschlag dar. Zum einen behindern sie seine Bemühungen, eine Waffenruhe im Libanon und eine israelisch-libanesische Annäherung zu vermitteln. Zum anderen fordert Teheran in den Verhandlungen mit Washington um eine Beilegung des Iran-Kriegs auch eine Einstellung der Kämpfe im Libanon.

Trump verzichtete nach den Angriffen zunächst auf eine offizielle Stellungnahme und hielt sich - wie bereits in den vergangenen Wochen -auffällig bedeckt. Zu Beginn des Iran-Kriegs hatte Trump noch versucht, vehement Druck auf Teheran auszuüben. 

Nach den Raketenangriffen wollte Trump Medienberichten zufolge den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat dazu auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Der israelische Sender Kan berichtete, dass Israel nach Trumps Willen nicht auf die Angriffe reagieren solle. "Israel hat genug reagiert", sagte Trump demnach einem Korrespondenten des Senders. 

Was bedeutet das für die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran?

Trump dürfte weiterhin darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschließen. Dem Sender Fox News zufolge sagte er, er würde dem Iran raten, nach dem Abfeuern seiner Raketen an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen zu schließen. 

Er zeigte sich "Axios" gegenüber erneut zuversichtlich, zeitnah eine Einigung erzielen zu können: Washington und Teheran seien auf dem Weg zu einem "guten" Abkommen. Er wolle nicht, dass es wegen der aktuellen Ereignisse scheitert. 

Er deutete auch laut Fox News an, dass die Verhandlungen mit dem Iran auf eine mögliche Einigung zusteuerten. Diese könnte "am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche" erzielt werden, hieß es. Kritiker stellen allerdings infrage, ob es zwischen Washington und Teheran jüngst überhaupt Fortschritte in den Verhandlungen gab. Trump beteuert dies regelmäßig.

Laut dem israelischen Iran-Experten Danny Citrinowicz sieht sich Trump mit einer besonders schwierigen strategischen Lage konfrontiert. "Die ihm zur Verfügung stehenden Optionen sind alles andere als günstig, und er scheint eher bereit zu sein, nahezu um jeden Preis eine Einigung mit dem Iran zu erzielen, als ein Abgleiten in eine umfassendere regionale Konfrontation zu riskieren", schrieb er auf der Plattform X. (dpa)

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