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Massive russische Luftangriffe auf Kiew - Tote in Dnipro

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Russlands Armee greift die ukrainische Hauptstadt erneut an. Auch andere Landesteile sind betroffen, es gibt Attacken mit ballistischen Raketen. Dem Angriff gingen Warnungen des Präsidenten voraus.

Kiew.

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, 20 weitere wurden verletzt, wie Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf der Plattform Telegram schrieb. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand.

Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugten schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden im Stadtgebiet.

In der Stadt Dnipro wurden bei dem nächtlichen Angriff Behördenangaben zufolge mindestens 4 Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Davon würden 15 aktuell im Krankenhaus behandelt. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Russland griff auch Ziele in der Stadt Saporischschja an. Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau bei den Angriffen auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. 

Menschen unter Trümmern befürchtet 

In Kiew stürzte im Bezirk Podilskyj ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einem Angriff ein, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt. Es gebe mehrere Brände im Stadtgebiet.

Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt worden, Militärflugzeuge seien aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf. 

Angriff folgt auf deutliche Warnungen Selenskyjs 

Russland hatte Kiew erst vor knapp zehn Tagen massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte seit Ende vergangener Woche mehrmals vor einem weiteren massiven russischen Luftangriff. "Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft am Samstag. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarm nicht zu ignorieren. 

Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, erklärte Selenskyj. Jedoch räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern Probleme bereite. 

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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