Ungeachtet des von Trump verkündeten Stopps gegenseitiger Angriffe droht Netanjahu der Hisbollah. (Archivbild)
Ungeachtet des von Trump verkündeten Stopps gegenseitiger Angriffe droht Netanjahu der Hisbollah. (Archivbild) Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Welt
Netanjahu droht weiter mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele

Freie Presse auf Google News folgen

Erst verkündet US-Präsident Trump einen Stopp der gegenseitigen Angriffe von Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Nur wenige Stunden später droht Netanjahu erneut mit Angriffen auf Beirut.

Tel Aviv.

Israel hält an seiner harten Linie gegenüber der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon ungeachtet des von US-Präsident Donald Trump verkündeten Stopps gegenseitiger Angriffe fest. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am Abend auf der Plattform X mit, er habe mit Trump gesprochen und ihm mitgeteilt, dass Israel Terrorziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut angreifen werde, sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen. 

"An dieser Haltung hält Israel unverändert fest", schrieb Netanjahu weiter. Parallel dazu werde die israelische Armee ihre Operationen im Südlibanon wie geplant fortsetzen. 

Kurz zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social angekündigt, Israel und die Hisbollah würden ihre gegenseitigen Angriffe zunächst stoppen. Zudem werde Israel anders als angedroht keine Truppen in die libanesische Hauptstadt Beirut entsenden. 

Trump kündigt einen Stopp der gegenseitigen Angriffe an. (Archivbild)
Trump kündigt einen Stopp der gegenseitigen Angriffe an. (Archivbild) Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Libanons Präsident: Stopp von Angriffen bezieht sich nur auf Beirut

Nach Angaben von Libanons Präsidenten Joseph Aoun bezieht sich der von Trump angekündigte Stopp israelischer Angriffe zunächst auf die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut. "Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet", teilte das Präsidialamt auf X mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden. 

Die Hisbollah ihrerseits habe dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen Stopp der Angriffe mit Israel zugestimmt, hieß es weiter. Die libanesischen Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten. 

Verhandlungen sollen am Dienstag fortgesetzt werden 

Die Lage zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah im Libanon hat sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung - die keine Konfliktpartei ist - hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel jedoch ab. Der Krieg geht seitdem weiter. Beide Seiten greifen sich weiter täglich an. Dabei kommt es vor allem im Libanon immer wieder zu Opfern. 

Netanjahu hatte auch erneut Angriffe auf die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angekündigt. Israels Soldaten waren zuletzt immer weiter ins Landesinnere im Libanon vorgedrungen, waren aber noch weit von der Hauptstadt Beirut entfernt. 

Vertreter beider Länder verhandeln seit einigen Wochen in Washington über Bedingungen für eine Entschärfung des Konflikts. Einen Durchbruch gab es dabei bisher aber nicht. An diesem Dienstag und Mittwoch sind weitere Gespräche in der US-Hauptstadt geplant. Diese Verhandlungen sollen nach Angaben des libanesischen Präsidialamtes fortgesetzt werden, um die jüngsten Fortschritte zu erörtern und darauf aufzubauen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
07.06.2026
5 min.
Trotz Waffenruhe: Israel greift erneut Vororte von Beirut an
Trotz Waffenruhe: Israel greift erneut Vororte von Beirut an - Israel hat die Angriffe in Beiruts Vororten seit einer offiziellen Waffenruhe im April eigentlich reduziert. (Archivbild)
Im Raum Beirut kommt es zur lauten Explosion - kurz darauf steigt Rauch auf. Die neuen israelischen Angriffe bringen die Feuerpause im Libanon weiter ins Wanken - aber nicht nur sie.
07:00 Uhr
3 min.
Hier gibt es bald Kofola, Rohliky und Süßmilch: Tschechischer Lebensmittelladen öffnet auf Sonnenberg
Hier gibt es bald Kofola, Rohliky und Süßmilch: Tschechischer Lebensmittelladen öffnet auf Sonnenberg - Andre Fercak und seine Familie öffnen am 26. Juni ein Geschäft mit tschechischen Produkten an der Hainstraße.
Mehr als 2000 Tschechen und Slowaken wohnen in Chemnitz, viele auf dem Sonnenberg. Dort will Andre Fercak einen tschechischen Lebensmittelladen öffnen. Aber das ist nur der erste Schritt.
Christian Mathea
02.06.2026
5 min.
Lage im Libanon: kein Kriegsende in Sicht
Lage im Libanon: kein Kriegsende in Sicht - Weite Gebiete im Südlibanon wurden durch israelische Angriffe verwüstet. (Archivbild)
Im Libanon haben Aussagen von US-Präsident Donald Trump wieder einmal Hoffnung auf Frieden geschürt. Doch eine Deeskalation ist nicht in Sicht. Wie geht es weiter?
Amira Rajab und Weedah Hamzah, dpa
18:00 Uhr
2 min.
CC-Rallye Sachsen: 130 Sportwagen und Oldtimer rollen durchs Erzgebirge
CC-Rallye Sachsen: 130 Sportwagen und Oldtimer rollen durchs Erzgebirge - Bürgermeister Wolfram Liebing empfängt in Wolkenstein Rallye-Teilnehmer.
Exklusive Sportcoupés, Oldtimer und Supersportwagen haben am Samstag Station im Erzgebirge gemacht. Besonders die Stempelstellen lockten Schaulustige an.
Niko Mutschmann, Andreas Bauer
06:23 Uhr
3 min.
IT-Unternehmer eröffnen ihren eigenen Eisgarten in Chemnitz
IT-Unternehmer eröffnen ihren eigenen Eisgarten in Chemnitz - Susan Müller und ihr Ehemann eröffnen in der Schulstraße in Altchemnitz ihren Eisgarten.
Am Stadtpark, direkt an der Chemnitz eröffnet Susis Eis – ein Herzensprojekt des Ehepaars Müller. Zwischen Obstbäumen kann hier nun handgemachtes Eis geschleckt werden.
Nele Kheim
17:55 Uhr
2 min.
Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall
Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall - Die dreiköpfige Familie kam bei dem Frontalzusammenstoß ums Leben. (Symbolbild)
Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Sattelzug kommt in Oberbayern eine dreiköpfige Familie ums Leben – darunter ein zweijähriges Kleinkind. Für den Fahrer des Lkws geht der Unfall glimpflich aus.
Mehr Artikel