Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe tief im russischen Hinterland angekündigt. (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe tief im russischen Hinterland angekündigt. (Archivbild) Bild: -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa
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Selenskyj kündigt weitere Angriffe in Russland an

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Moskaus Warnungen, Ziele in Kiew anzugreifen, schlägt die Ukraine in den Wind. Präsident Selenskyj kündigt nun vielmehr neue Gegenschläge in Russland an. Schießt er den Feind verhandlungsreif?

Kiew.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Gesprächen mit seiner Militärführung neue Gegenschläge im russischen Hinterland angekündigt. Das sei nötig, um Moskau klarzumachen, dass es für den Angriffskrieg gegen die Ukraine mit eigenen Verlusten bezahlen müsse, sagte Selenskyj in seiner in Kiew veröffentlichten abendlichen Videobotschaft.

Insbesondere sind demnach weiter Anlagen der russischen Ölindustrie im Visier. So will Kiew die Einnahmen Moskaus aus dem für die Finanzierung der Kriegswirtschaft wichtigen Energieexport reduzieren.

Selenskyj veröffentlicht zum Ärger der Russen seit Wochen stolz in den sozialen Netzwerken Videos und Fotos von Treffern in Russland. Bei den Angriffen werden auch immer wieder Zivilisten getötet und verletzt – sowie nicht militärische Objekte zerstört oder beschädigt. Russland kündigte deshalb wiederum Vergeltungsschläge gegen die zentralen Stellen der Entscheidungen in Kiew an. Gemeint sind militärische Führungskommandos.

Drohung gegen Moskau und Hilferuf an Washington

Nach massiven russischen Luftschlägen gegen Kiew am Sonntag und der Androhung neuer Racheakte durch Moskau schrieb Selenskyj einen Brief mit einem Hilferuf an US-Präsident Donald Trump und den Kongress in Washington. Darin beklagt er unter anderem, dass es ein Defizit gebe bei den ukrainischen Luftstreitkräften, sich gegen die russischen Angriffe zu wehren. 

Selenskyj verlangt fast täglich eine Stärkung der Flugabwehr seines Landes durch mehr Raketen aus US-Produktion. Er berichtete, dass dies auch Thema eines Gesprächs mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewesen sei.

"Je schneller wir in der Lage sind, größeren Schutz gegen ballistische Bedrohungen zu gewähren, desto schneller wird die Diplomatie funktionieren", meinte Selenskyj. Es gab indes in Moskau keine Hinweise darauf, dass sich Russland von Selenskyj verhandlungsreif schießen lässt mit den reichweitenstarken ukrainischen Drohnen. Vielmehr wirft Russland Selenskyj immer wieder vor, in dem Krieg auf Eskalationskurs zu sein - samt dem Versuch, die von Moskau kontrollierten Gebiete zurückzuerobern.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Selenskyj betonte, dass die Ukraine gemeinsam mit den USA einen gerechten Frieden und eine garantierte Sicherheit erreichen könne. (dpa)

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