Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland einen absichtlichen Angriff auf nukleare Infrastruktur in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl vor. (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland einen absichtlichen Angriff auf nukleare Infrastruktur in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl vor. (Archivbild) Bild: Michael Kappeler/dpa
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Selenskyj: Anlage in Tschernobyl-Zone absichtlich getroffen

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Russland hat erneut eine nukleare Anlage innerhalb der Sperrzone um Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen. Präsident Selenskyj appelliert vor einem Treffen in London an die Weltgemeinschaft.

Kiew.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, das Lager für abgebrannte Kernelemente in der Sperrzone um stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl gezielt angegriffen zu haben. Es handle sich um einen "außerordentlich hinterhältigen russischen Angriff", teilte er bei Telegram mit. Die zuständigen Ministerien und Dienste informierten nun die Partner Kiews darüber, teilte er bei Telegram mit. 

Wie der ukrainische Staatskonzern Energoatom mitgeteilt hatte, war bei einem russischen Drohnenangriff ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. 

Der Vorfall dürfte auch eine Rolle spielen bei einem neuen Ukraine-Treffen in London. In der britischen Hauptstadt kommen heute Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer mit Selenskyj zusammen. 

Selenskyj wirft Russland Unverschämtheit vor

"Russland hat absichtlich genau diese Anlage der nuklearen Infrastruktur getroffen", sagte Selenskyj. Es gebe zwar keine Überschreitung der Grenzwerte für die Strahlung, aber "eine Überschreitung der ohnehin schon himmelhohen russischen Unverschämtheit". Ein Brand in einem Gebäude der Anlage sei gelöscht worden.

Selenskyj forderte einmal die Weltgemeinschaft zum Durchgreifen gegen Russland auf. "In dieser Nacht gab es russische Angriffe auch auf andere zivile Objekte in 13 unserer Regionen", sagte er. Im Laufe der Woche habe Russland 88 Raketen und Marschflugkörper, über 3.250 Kampfdrohnen und etwa 1.800 Gleitbomben gegen die Ukraine eingesetzt. Die Behörden in der umkämpften Region Saporischschja meldeten am Vormittag, dass eine russische Gleitbombe drei Menschen in einem Dorf getötet habe.

Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der größte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. In der Sperrzone gab es bereits mehrfach russische Angriffe. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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