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UN-Bericht: Rapider Anstieg sexueller Gewalt in Konflikten

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Ein neuer UN-Bericht legt schockierende Details zum Anstieg sexueller Gewalt in 21 Konfliktregionen offen – und sorgt für heftige Reaktionen aus Israel.

New York.

Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge hat der Einsatz von sexueller Gewalt in Konflikten deutlich zugenommen. "2025 ist die Zahl der dokumentierten Fälle von sexueller Gewalt, eingesetzt als Kriegstaktik, Folter, Terrorismus und politische Repression, dramatisch angestiegen. Die Fälle waren durch extreme Brutalität gekennzeichnet und richteten sich überwiegend gegen Frauen und Mädchen", sagte Pramila Patten, Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für sexuelle Gewalt in Konflikten, in New York.

Der Bericht umfasse insgesamt 21 Konfliktregionen und dokumentiere 9.788 Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt, was eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr und "die Schwere und Brutalität dieser Verbrechen" abbilde, aber lange nicht die Gesamtheit der Fälle, so Patten. "Zivilisten wurden von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren durch Vergewaltigung, Gruppenvergewaltigung, Entführung und sexuelle Versklavung ins Visier genommen." 

"Körper, Seelen und Zukunft durch Gewalt zerschmettert"

In der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo etwa hätten Akteure sexuelle Gewalt als Taktik zur Erlangung territorialer Kontrolle, einschließlich der Kontrolle über lukrative Vorkommen an natürlichen Ressourcen, genutzt. Die IS-Miliz im Irak und der Levante sowie Al Kaida hätten "Entführung, Zwangsheirat, Menschenhandel und Geiselnahme" zur strategischen Zielerreichung eingesetzt. Im Sudan seien Frauen und Mädchen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit ins Visier genommen worden. Der Report dokumentiere zahlreiche Fälle von "Frauen, Mädchen, Männern und Jungen, deren Körper, Seelen und Zukunft durch inakzeptable Gewalt zerschmettert wurden".

Israel wirft der Bericht sexuelle Gewalt gegen Palästinenser vor. Die Liste der Misshandlungen umfasse etwa "Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien", heißt es in dem noch unveröffentlichten Dokument. Das israelische Außenministerium sprach von "haltlosen Anschuldigungen" ohne faktische Grundlage.

Russland und Israel neu auf Liste

Die Vereinten Nationen hätten 2025 mehrere Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt verifiziert, heißt es in dem Bericht. Betroffen gewesen seien 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. "Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, wurden an neun Opfern verübt, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammte."

Der Bericht führt die israelischen Sicherheitskräfte auf einer Liste jener Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch Vergewaltigungen oder andere Formen sexueller Gewalt begangen zu haben. Auch Russland ist darin neu aufgeführt. 2025 seien 310 Fälle sexueller Gewalt verifiziert worden, 52 davon hätten im selben Jahr stattgefunden. Darunter seien etwa Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigung und Genitalverstümmelung. Unter den Opfern seien 280 Männer, 26 Frauen und 4 Mädchen. 

Israel: falsche Symmetrie mit sexuellen Gräueltaten der Hamas

Das israelische Außenministerium sprach von einer "beschämenden und absurden" Entscheidung, mit der versucht werde, "eine falsche Symmetrie zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Gräueltaten der Hamas herzustellen". Auch die Hamas ist auf der Liste zum wiederholten Male aufgeführt.

Israels Außenministerium warf den UN nun zugleich "langjährige, institutionalisierte Feindseligkeit" gegenüber Israel vor. Auch die israelische UN-Vertretung in New York reagierte empört auf die Anschuldigungen und gab am Donnerstag bekannt, den Kontakt mit dem Generalsekretariat der Vereinten Nationen unter Guterres abzubrechen.

Der Sprecher des Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, erklärte, man habe aus den sozialen Medien von der israelischen Entscheidung erfahren und sei jederzeit bereit für Gespräche. (dpa)

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