Auf Befehl von Trump hat das US-Militär nach eigenen Angaben erneut Angriffe gegen den Iran gestartet.
Auf Befehl von Trump hat das US-Militär nach eigenen Angaben erneut Angriffe gegen den Iran gestartet. Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
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US-Militär greift erneut im Iran an

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Eigentlich gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe, doch nun greifen die USA erneut an. Eine diplomatische Lösung erscheint immer unwahrscheinlicher.

Washington.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben auf Befehl von US-Präsident Donald Trump mit neuen Angriffen auf mehrere Ziele im Iran begonnen. "Die Angriffe sind eine Reaktion auf die ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Irans", teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die neuesten Maßnahmen hätten um 17.15 Uhr US-Ostküstenzeit (23.15 Uhr deutscher Zeit) begonnen. Centcom bezeichnete diese als "Selbstverteidigungsschläge". Kurz zuvor hatte Trump bereits weitere Angriffe für "heute" angekündigt.

Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen an der Südküste. Wie die Nachrichtenagentur Irna und der Rundfunk übereinstimmend berichteten, wurden Explosionen nahe den Städten Minab und Sirik beobachtet. In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär in Sirik am Golf von Oman Angriffe geflogen. 

Explosionen gab es Medienberichten zufolge auch auf der Insel Gheschm und der Hafenstadt Bandar Abbas. Aus anderen Landesteilen gab es unbestätigte Berichte über Aktivität der Flugabwehr.

Nach Trump hatte auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Iran mit bevorstehenden neuen Angriffen gedroht. Angesichts der Waffenruhe sagte Hegseth, dass es bei den angekündigten Angriffen nicht darum gehe, wieder mit dem Krieg anzufangen. Stattdessen wolle man dadurch die Bedingungen für eine Vereinbarung festlegen.

Auch in den vergangenen Tagen Angriffe

In den vergangenen Tagen kam es trotz einer Waffenruhe im Iran-Krieg zu gegenseitigem Beschuss. Am Sonntag feuerten Irans Streitkräfte gut zwei Monate nach Beginn der Feuerpause erstmals wieder Raketen auf Israel. Israel griff daraufhin Ziele im Iran an. Trump rief beide Staaten zu einer sofortigen Waffenruhe auf, woraufhin beide Seiten erklärten, ihre Angriffe einzustellen.

In der Nacht zu Mittwoch bombardierte das US-Militär als Reaktion auf den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers eigenen Angaben zufolge im Iran Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen. Trump hatte zuvor den Iran für den Absturz verantwortlich gemacht und Vergeltung angekündigt. Iranischen Angaben zufolge wurden bei den Bombardierungen mit zwei Wasserspeichern auch zivile Infrastruktur zerstört.

Irans Präsident kritisierte die Angriffe scharf. "Die Infrastruktur eines Landes ist die Lebensader der Menschen", schrieb Massud Peseschkian auf X. "Wer mit Angriffen auf Verkehrsnetze, Stromversorgung oder Wasserindustrie droht, demonstriert keine Stärke, sondern nur Verzweiflung."

Sorgen vor neuer regionaler Eskalation

Der Iran griff daraufhin Medienberichten nach US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Flugabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen. Die Golfstaaten gerieten im Iran-Krieg bereits mehrfach unter Beschuss, darunter auch ihre Metropolen und Energieanlagen.

Die USA und Israel hatten Ende Februar ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Zuletzt hatten die militärischen Spannungen und gegenseitige Angriffe wieder Sorgen vor einer neuen regionalen Eskalation befeuert. Seit Wochen verhandeln die Kriegsparteien über ein dauerhaftes Ende des Konflikts, bislang ohne Durchbruch. Erst am Mittwoch traf iranischen Berichten zufolge eine Delegation aus Katar in Teheran ein, um im Krieg zu vermitteln.

Seit Monaten Streit um die Straße von Hormus

Trump hatte dem Iran Anfang April kurz vor Einigung über eine Feuerpause noch mit Vernichtung und Angriffen auf Kraftwerke und zivile Infrastruktur gedroht. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", hatte der US-Präsident sogar gewarnt. Rund 90 Minuten vor Ablauf eines Ultimatums kündigte er dann eine Waffenruhe an. Hintergrund war der Streit um die Straße von Hormus.

Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern. Washington versucht seit Wochen, dass die Straße von Hormus wieder frei befahrbar wird. Die weltweiten Energiepreise schossen mit Kriegsbeginn nach oben. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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