Passagiere auf dem Weg in die Großraummaschine. Einigen kommt dabei oft ein flaues Gefühl im Magen auf, befürchteter Turbulenzen wegen.
Passagiere auf dem Weg in die Großraummaschine. Einigen kommt dabei oft ein flaues Gefühl im Magen auf, befürchteter Turbulenzen wegen. Bild: Jens-Ulrich Koch/dapd
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Was man von Vögeln lernen kann: US-Forscher entwickeln KI, die Turbulenzen ausgleicht

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Test im kalifornischen Windkanal zeigte: Der „Falke“ lernte binnen Minuten, sich auf Störfaktoren in seinem Weg einzustellen. Flugangst adé?

Tallahassee.

Krallen Sie sich auch an ihren Armlehnen im Flugzeug fest, wenn das Gerüttel losgeht? Wer generell unter Flugangst leidet oder schon mal den achterbahnartigen Absacker einer Großraummaschine mit lautem Geschrei und fliegenden Trinkbechern im Passagierraum erlebt hat, ist etwas angespannt, wenn sich auf der Flugroute Turbulenzen ankündigen. Eine spezielle Künstliche Intelligenz, an der US-Forscher der Embry Riddle Aeronautical University im US-Staat Florida forschen, könnte die Lösung parat haben.

Sie nennt sich Falcon, zu deutsch Falke, und lernt in etwa so schnell, wie der Wanderfalke als schnellstes Tier der Erde fliegen kann (mehr als 300 Kilometer pro Stunde). Binnen weniger Minuten vermochte die KI im Testverfahren nämlich Faktoren zu entschlüsseln, die an der Bildung von Turbulenzen beteiligt sind. Und sie reagierte entsprechend darauf, so dass eine Testtragfläche im Windkanal an der kalifornischen Forschungseinrichtung Caltech trotz Störfaktoren glatten, ruhigen Flug beibehalten konnte. Lernzeit: Neun Minuten.

Zum Beispiel platzierten die Tester einen zylindrischen Körper als Hindernis im Luftstrom vor der Tragfläche und bewegten diesen hin und her. Die KI lernte schnell, sich – und den Flügel – darauf einzustellen. Damit vermag sie nachzuempfinden, was Vögel zum Beispiel ganz natürlich ausführen können, wenn sie auf Turbulenzen treffen.

Der Einsatz des sogenannten Reinforcement-Learnings „zur Anpassung in Echtzeit ist bemerkenswert“, sagte Hever Moncayo gegenüber der Wissenschafts-Plattform Live Science. Moncayo ist Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Embry-Riddle Aeronautical University und leitet die Versuche. Er glaube, dass diese Technologie in Zukunft „sehr praktikabel“ sein werde. Und das eben auch für die bemannte Luftfahrt. Die KI wäre schließlich viel schneller in der Lage, auf äußere Einflüsse zu reagieren, als ein menschlicher Pilot das könnte. Aktuell sind die Tests noch auf die Verbesserung der Flugbahnen unbemannter Flugobjekte wie Drohnen ausgerichtet. (eu)

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