Die Baubranche verweist auf eine "Wohnungslücke" von mehreren hunderttausend Einheiten. (Symbolfoto)
Die Baubranche verweist auf eine "Wohnungslücke" von mehreren hunderttausend Einheiten. (Symbolfoto) Bild: Jan Woitas/dpa
Wirtschaft
Bauverbände fordern mehr Tempo für Wohnungsbau

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Die Wohnungslücke wächst, Genehmigungen liegen brach: Welche Maßnahmen Bauverbände und Gewerkschaft vorschlagen, um die Bau-Konjunktur zu beleben.

Berlin/Frankfurt.

Die deutsche Bauwirtschaft pocht angesichts der Konjunkturschwäche in Deutschland auf eine Ankurbelung des Wohnungsbaus. Der Branche komme eine Schlüsselrolle zu, für eine wirtschaftliche Belebung zu sorgen, erklärten der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt in einem Positionspapier anlässlich des Treffens der Koalitionsspitzen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften im Bundeskanzleramt.

In der Branche mit insgesamt rund 2,6 Millionen Beschäftigten und einer jährlichen Wertschöpfung von über 150 Milliarden Euro gebe es derzeit freie Kapazitäten, "die eine Erholung rasch tragen könnten, sobald die Rahmenbedingungen stimmen", betonten die Verbände und die Gewerkschaft. Dabei sollte aus ihrer Sicht an drei Hebeln angesetzt werden: an der Investitionsbereitschaft von Bauträgern und Investoren, an der Investitionsfähigkeit privater Haushalte sowie der Aktivierung vorhandener Genehmigungen.

Konkrete Maßnahmen sollen Wohnungsbau in Schwung bringen

Als konkrete Maßnahmen wurde in dem Papier unter anderem vorgeschlagen, das KfW-Förderprogramm für Neubauten nach dem Standard Effizienzhaus 55 mit 100 Prozent erneuerbarer Wärme zu verlängern und genehmigte, aber noch nicht begonnene Projekte durch zeitlich befristete Sonderkonditionen zu mobilisieren - etwa durch einen Zinsvorteil oder Zuschuss bei nachgewiesenem Baustart innerhalb einer definierten Frist. Zudem brachten die Verbände etwa einen Grunderwerbsteuer-Freibetrag bis zu einem Kaufpreis von 500.000 Euro beim selbstgenutzten Ersterwerb ins Spiel sowie eine Ausweitung des Baus sozialer und bezahlbarer Wohnungen.

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt worden wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Laut Statistischem Bundesamt wurden 206.600 Einheiten gebaut - das entsprach einem Rückgang um 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich war es der niedrigste Wert seit 2012. Zudem sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich, nachdem sie von 2021 bis 2023 je bei rund 294.000 gelegen hatte. 

Bei einem jährlichen Bedarf von rund 400.000 fertigzustellenden Wohnungen habe sich in den Jahren von 2022 bis 2025 eine "Wohnungslücke" von mehreren hunderttausend Einheiten aufgebaut, so die Verbände und die IG BAU. Hinzu kämen die langen Zeiten zwischen Genehmigung und Fertigstellung im Geschosswohnungsbau von derzeit rund 34 Monaten, sodass sich auch eine rasche Trendwende erst mit zeitlicher Verzögerung bei den Fertigstellungen zeigen werde. (dpa)

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