Stimmung in Unternehmen so schlecht wie zu Corona-Zeiten
Stimmung in Unternehmen so schlecht wie zu Corona-Zeiten Bild: Markus Scholz/dpa
Wirtschaft
DIHK schraubt Konjunkturprognose nach unten

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Die Deutsche Industrie- und Handelskammer erwartet für dieses Jahr nur noch ein Mini-Wachstum. Der Iran-Krieg ersticke die Hoffnung auf konjunkturelle Erholung.

Berlin.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer senkt ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich. Erwartet wird nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent - statt wie zuvor 1,0 Prozent. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov sprach von einer Doppelkrise: "Zu den Strukturproblemen in Deutschland kommen die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten hinzu. Geschwächt durch drei Jahre Rezession und Stagnation fühlen sich viele an ihrer Belastungsgrenze."

Die DIHK ist damit noch pessimistischer als die Bundesregierung. Diese hatte vor einem Monat ihre Konjunkturprognose halbiert und erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von 0,5 Prozent. An diesem Mittwoch stellen die "Wirtschaftsweisen" ihr Frühjahrsgutachten vor. Der Sachverständigenrat dürfte die Prognose ebenfalls deutlich senken. Im vergangenen November hatte das Expertengremium ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet.

Stimmung schlechter 

Die Stimmung unter Deutschlands Unternehmen habe sich im Frühsommer auf breiter Front eingetrübt, so die DIHK. In einer Konjunkturumfrage bewerteten die Unternehmen ihre Geschäftslage so negativ wie zuletzt in der Corona-Pandemie. Mehr als jedes vierte Unternehmen bezeichne seine Lage als schlecht, nur 23 Prozent als gut. Ein Drittel der Firmen rechne in den kommenden zwölf Monaten mit schlechteren Geschäften. Das seien acht Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresanfang. 

70 Prozent der Unternehmen nennen laut Umfrage als größtes Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise. "Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt", so Melnikov. "Kurz nach Kriegsbeginn kam es nicht nur zu Preissprüngen bei Öl, Gas und Benzin, sondern auch bei Baumaterialien und Kunststoffen." Der Kostendruck ziehe sich durch nahezu alle Wirtschaftszweige. 

Viele Firmen wollen Personal abbauen

Die schlechte Stimmung drücke auch auf die Investitionen. Nur 22 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionsbudgets zu steigern, mehr als ein Drittel muss sie hingegen reduzieren. Knapp ein Viertel der befragten Betriebe plant laut Umfrage Personal abzubauen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer forderte die Bundesregierung auf, jetzt schnellstens Energie- und Arbeitskosten sowie Steuern zu senken sowie Bürokratie und Berichtspflichten zurückzufahren. Die Koalition will bis zur Sommerpause ein großes Reformpaket auf den Weg bringen. (dpa)

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