Elektroauto aus Zwickau soll unter 30.000 Euro kosten

Am 8. Mai fällt der Startschuss für das Pre-Booking. Wer zu den ersten Kunden gehören will, kann sich dann per Anzahlung einen frühen Produktionstermin sichern.

Wolfsburg.

Der Einstiegspreis für das neue Elektroauto aus Zwickau wird bei unter 30.000 Euro liegen. Das sagte am Mittwoch Jürgen Strackmann, Markenvorstand von Volkswagen für den Vertrieb, bei einer Pressekonferenz in Wolfsburg. "Mit dem ID. machen wir ein umweltfreundliches E-Auto auch erschwinglich", sagte Strackmann.

Am 8. Mai fällt der Startschuss für das sogenannte Pre-Booking. Wer zu den ersten Kunden gehören will, kann sich dann per Anzahlung einen frühen Produktionstermin sichern. Vorgestellt wird das neue E-Auto mit dem Namen ID. allerdings erst auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main am 12. September. "Das wird ein großer Moment für die Marke Volkswagen", versprach der Vertriebsvorstand. Die Bedarfsmeldungen der Händler stimmten ihn zuversichtlich.

In der Einstiegsversion wird der ID. mit einer Reichweite von 330 Kilometern angeboten. In der Top-Variante kann der Kunde eine Reichweite von bis zu 550 Kilometer wählen - über die Zusatzkosten gab VW keine Auskunft. Automatische Software-Updates sollen dafür sorgen, dass das Fahrzeug auf dem neuesten technologischen Stand der Digitalisierung bleibt.

Die Vorbereitungen auf den Serienstart des ID. in Zwickau liegen im Plan, sagte Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität. Erste Vorserienfahrzeuge gingen bereits in die Erprobung. Der Serienstart ist für das 4. Quartal dieses Jahres vorgesehen. Ein Jahr später soll die Geländewagenvariante ID.-Cross folgen. Zudem ist das Zwickauer Werk für die Produktion von je zwei weiteren Modellen der VW-Töchter Audi und Seat vorgesehen.

Bis zum Jahr 2023 steckt allein die Marke Volkswagen rund neun Milliarden Euro in ihre Elektrifizierungsoffensive. Mehr als 20 neue Modelle auf der Basis der Elektroplattform MEB sind geplant. "Unser Ziel ist es, bis 2025 die weltweite Nummer 1 in der E-Mobilität zu werden und bis dahin mehr als eine Million E-Fahrzeuge pro Jahr zu verkaufen", sagte der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Ralf Brandstätter.

Angesichts der geplanten Milliarden-Investitionen in E-Mobilität und Digitalisierung verschärft der Autohersteller bei seiner Kernmarke VW Pkw den Sparkurs. In den nächsten fünf Jahren sollen zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen wegfallen. Mit automatisierten Routinearbeiten, Materialeinsparungen und geringerer Modellvielfalt sollen ab 2023 die Kosten gesenkt und eine Gewinnverbesserung von 5,9 Milliarden Euro jährlich erzielt werden.

Mit den Einsparungen will VW sich den finanziellen Spielraum verschaffen, um zusätzliche Milliarden in E-Autos, Digitalisierung und zukünftige Mobilitätsdienste zu investieren. Allein 4,6 Milliarden Euro will Volkswagen in die Digitalisierung seiner Verwaltungsprozesse stecken. Es sollen allerdings keine Mitarbeiter entlassen werden. Die bis 2025 geltende Beschäftigungssicherung gelte weiterhin, hieß es am Mittwoch. Es gehe vor allem darum, Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu zu besetzen. Am meisten betroffen vom Stellenabbau ist die Konzernzentrale in Wolfsburg mit den Verwaltungsbereichen Finanzen, Beschaffung und Personalwesen.

Trotz der Offensive mit E-Autos verabschiedet sich Volkswagen nicht vom Verbrennungsmotor. Ende 2019 soll die achte Generation des VW Golf präsentiert werden. Er soll bereits ein vollvernetztes Auto sein. An den Softwaresystemen werde mit Hochdruck gearbeitet, hieß es. Die Markteinführung beginne im Frühjahr 2020. Als weitere Modelle für 2019 wurden der Mini-Geländewagen T-Cross und der T-Roc R angekündigt.

Bewertung des Artikels: Ø 3.6 Sterne bei 10 Bewertungen
17Kommentare
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  • 4
    2
    Zeitungss
    14.03.2019

    @tbauk....: Was man alles WILL, hat @kartracer schon einmal Erinnerungen wach werden lassen. Gehören Sie wirklich zu dem Personenkreis, welche ALLES für bare Münze nehmen ? ? ? Gewollt wurde schon VIEL, mit der Realität lief es meistens nicht synchron. Ich lasse mich gerne belehren.

  • 3
    5
    tbaukhage
    14.03.2019

    @Kartracer: Richtig, auch in diesem Meldungen machen vor allem die deutschen Autobauer wie seit langem schon den Ankündigungsweltmeister und laufen der aktuellen Entwicklung hinterher.
    Entgegen deiner Deutung sind die 7000 zu streichenden VW-Stellen der Gewinnmaximierung geschuldet, nicht der Umstellung auf zeitgemäße Antriebstechnologien: "...will VW Routineaufgaben automatisieren und unter anderem auch damit ab 2023 eine Gewinnverbesserung von 5,9 Milliarden Euro jährlich erzielen... Die Stellen sollen in der Verwaltung wegfallen." (Pressemitteilung von VW Wolfsburg)

  • 7
    1
    saxon1965
    14.03.2019

    Die tatsächliche Umweltbilanz von Elektroautos ist sehr fraglich. Die Rohstoffe und die Produktion aller Bauteile, besonders der Batterien, verbraucht jede Menge Umwelt. Aber solange zum Beispiel nur die Einsparung von Kraftstoffen durch Einsatz von Aluminium-Bauteilen gemessen wird, nicht jedoch der Energie/Umweltverbrauch bei der Herstellung von Aluminium, solange lügt man sich munter weiter in die eigene Tasche. Das selbe gilt für Batterien (heutiger Bauweise), Katalysatoren, BIO-Sprit, Plastikprodukte u. s. w.
    Keiner will mehr als Neandertaler leben, aber nur zu oft muss man dennoch am gesunden Menschenverstand zweifeln.

  • 2
    4
    tbaukhage
    14.03.2019

    @Hinterfragt: Einfach mal bei "tinyurl.com/y553v5ww" hinterfragen: "... Der Einheitsakku reicht dank einer Kapazität von 52 kWh für ein ganzes Rennen (45min + eine Runde)..."

  • 6
    2
    kartracer
    14.03.2019

    @tbaukhage, in Ihrer Auflistung taucht mir verdächtig oft der Begriff "will" auf, daß kennen sicherlich Viele von Politikern, und es blieb leider auch meist dabei.

    Supersportler mi E-Antrieb gibt es schon länger, auf Grund der Leistungsstärke im
    Rennsport, oder bei ein paar "Reichen", die Ihr Geld bekommen, aber niemals verdient haben.

    Was also bleibt, ist ein erheblicher Rest von offenen Fragen!
    Was aber sicher ist, wird eine erhebliche Zahl an Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten sein, vor Allem in Autozulieferbereich.
    VW kündigt doch selbst schon mal 7000 an, die Realität dürfte deutlich höher liegen.

  • 4
    1
    Freigeist14
    14.03.2019

    Schön ,wenn sich Porsche- Macan - Fahrer als umweltschonend fühlen können ,wenn ihr Straßen - Traktor...ääh SUV elektrisch die Nachbarn beeindrucken soll .

  • 4
    2
    Hinterfragt
    14.03.2019

    Ich stelle mir gerade vor, wie dann die Formel1 abläuft...
    Nach evtl. ca. 3 Runden geht's erst mal an die Ladestation, im Wettbewerb, welcher Akku dann zuerst die volle Ladung erreicht hat ...

  • 3
    9
    tbaukhage
    14.03.2019

    - Audi will bald ein Drittel seiner Autos als Hybrid- oder Elektroauto verkaufen;
    - AstonMatrins DB10 fährt elektrisch;
    - Volkswagen will mehr Elektromodelle auf die Stra?e bringen;
    - Porsche-Chef will den Konzern zur Elektroautomarke umbauen: Der Macan fährt künftig nur noch mit Strom;
    - Der chinesische Konzern CATL will in Erfurt die größte Fabrik für E-Auto-Batterien in Europa bauen;
    - Tesla will neuen Elektro-SUV am 14. März vorstellen;
    - Lidl kündigt 400-Ladesäulen-Netz an;
    - e.GO Mobile AG zeigt Serien- und Sportversion des Life in Genf;
    - Pininfarina stellt Elektroauto-Supersportwagen Battista vor;
    - Tesla erlaubt Laden mit 250 kW am neuen Supercharger;

    Das sind ein paar Überschriften aus der Tagespresse der letzten drei Tage. Wahrscheinlich alles nur dumme Jungs, die sowas verzapfen.
    Nur die Checker hier im Forum haben den totalen Überblick und wissen, dass eMobilität noch nie funktioniert hat und (hoffentlich) auch nie funktionieren wird.
    Einfach nur noch peinlich, solche Leute!

  • 4
    0
    Hinterfragt
    14.03.2019

    "...Seit wann sind 30.000€ erschwinglich?..."
    @franzudo2013, bei denen/ für die, die das raushauen, stimmt das schon ...

  • 4
    2
    Tohuwabohu
    14.03.2019

    Wenn ich alleine an die Zulieferer & Vertragswerkstätten in Deutschland denke, dann wird mir bei den Arbeitslosenzahlen ganz schwummerig. Wird allerdings nicht die einzige Branche bleiben, die von der kommenden IT-Entwicklung (Industrie 2.0) betroffen sein wird - und Deutschland schläft und schläft und schläft...

  • 7
    2
    Zeitungss
    13.03.2019

    @Zahlemann: Ihren Gedankengang versteht man bei den Verantwortlichen nicht, obwohl Ihre Frage zu 100% berechtigt ist und für diesen Fall auch kein Konzept vorliegt. Was VW vor hat, ist aus den Nachrichten zu erfahren und man muss nicht einmal zwischen den Zeilen lesen. Wer anderer Meinung ist, sollte sich überraschen lassen, der Kapitalismus macht auch um sie keinen Bogen.

  • 14
    2
    franzudo2013
    13.03.2019

    Seit wann sind 30.000€ erschwinglich?
    Noch dazu für ein Auto mit Nutzungseinschraenkungen, welches noch nicht mal eine Fahrt in den Urlaub mit Familie bis zur Ostsee zulässt?
    Wer soll so etwas kaufen?

  • 10
    2
    Einspruch
    13.03.2019

    Ein weiteres digitales Gerät mit Eigenleben, das sicher ständiger Updates bedarf, um vorhandene gegen neue Macken zu tauschen. Ich will nicht freudlos von einem Computer gefahren werden. Falls das autonome Fahren wirklich kommt, behalte ich mein alte Karre, solange es geht.

  • 4
    11
    CPärchen
    13.03.2019

    Diese negative Einstellung der Kommentatoren kann ich schwer nachvollziehen. Es ist doch toll, dass VW in Sachsen seine Elektrosparte bauen lässt.
    Danke VW!

  • 14
    4
    Zeitungss
    13.03.2019

    Man könnte denken, es kommt was Brauchbares auf den Markt und man muss Sorge haben ein solches Schnäppchen zu bekommen. Träumt weiter !!!!

  • 16
    2
    Zahlemann
    13.03.2019

    ...und was wird aus dem Standort Zwickau, wenn das E-Auto nicht zum gewünschten Erfolg führt?

    Die Mitarbeiter sitzen jetzt schon zu Hause (bei vollem Lohnausgleich ) und warten das es weiter geht.

  • 19
    7
    ange3
    13.03.2019

    Können sie behalten für 30000€sehe ich keinen Mehrwert



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