Wirtschaft
EU-Staaten wollen CO2-Zoll auf mehr Produkte

Freie Presse auf Google News folgen

Ein CO2-Zoll soll in der EU Unternehmen vor Importen aus Ländern mit schwächeren Klimaschutzregeln schützen. Er soll künftig für mehr Produkte fällig werden - auch für Waschmaschinen.

Luxemburg.

Die EU-Staaten haben sich auf eine Ausweitung des CO2-Zolls auf Waschmaschinen und andere weiterverarbeitete Waren geeinigt. Die Liste der betroffenen Produkte soll jährlich überprüft werden, wie aus einer Verständigung der EU-Finanzminister bei einem Treffen in Luxemburg hervorgeht. Betroffen sind Produkte mit einem hohen Anteil an Eisen, Stahl oder Aluminium - vor allem Industriegüter. Aber auch einige Haushaltsprodukte sollen nach dem Willen der Länder einbezogen werden.

Grundlage der Verständigung war ein Vorschlag der EU-Kommission. Bevor Änderungen in Kraft treten, muss eine Einigung mit dem Europäischen Parlament gefunden werden. 

Importeure müssen seit dem 1. Januar einen CO2-Preis für Emissionen zahlen, die bei der Produktion bestimmter Waren entstehen. Dieser sogenannte CO2-Grenzausgleichsmechanismus mit dem Namen CBAM soll verhindern, dass günstige, aber klimaschädlich hergestellte Produkte auf dem europäischen Markt klimafreundliche und dadurch teurere Konkurrenz verdrängen. Wenn Stahl etwa in China klimaschädlicher hergestellt wird als in der EU, wird dieser Unterschied preislich ausgeglichen.

Bislang werden nur Grundmaterialien wie Stahl, Aluminium, Zement, Dünger, Wasserstoff und Elektrizität erfasst. Das soll sich nach dem Vorschlag der Europäischen Kommission künftig ändern - um eine Abwanderung ins Ausland sowie eine Förderung klimaschädlicher Produktion im Ausland zu verhindern. Zudem sollen Schlupflöcher in der Regulierung geschlossen werden. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
14:51 Uhr
4 min.
Bangen um Jobs treibt Tausende Stahlarbeiter auf die Straße
Bangen um Jobs treibt Tausende Stahlarbeiter auf die Straße - Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich in Berlin rund 1.700 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben.
Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben machen der Stahlindustrie zu schaffen. In Berlin und dem Saarland beteiligen sich Tausende an Protesten. Gewerkschafter sehen Jobs in Gefahr.
Alexander Sturm, Lea Winkler und Shireen Broszies, dpa
12.06.2026
4 min.
Im Erzgebirge angekommen: Zahnarzt aus Syrien übernimmt Praxis in Aue
Im Erzgebirge angekommen: Zahnarzt aus Syrien übernimmt Praxis in Aue - Rami Kfoury (links) übernimmt von Ute-Konstanze Meister am 1. Juli die Zahnarztpraxis an der Bahnhofstraße in Aue.
Eine lange und anstrengende Reise liegt hinter Rami Kfoury. Der junge Mediziner aus Syrien möchte sich eine Existenz im Erzgebirge aufbauen. Eine ältere Kollegin unterstützt ihn dabei.
Heike Mann
12.06.2026
4 min.
Neues Restaurant im Erzgebirge: Gastronom erfüllt sich Lebenstraum
Neues Restaurant im Erzgebirge: Gastronom erfüllt sich Lebenstraum - Inhaber Frank Niebuhr präsentiert die Backspezialitäten von „Frankys Cafe“ im Bärensteiner Ortsteil Niederschlag.
Für das ehemalige Gästehaus Reichel an der B 95 kurz vor Oberwiesenthal ist ein Nachfolger gefunden. Doch der neue Inhaber kämpft mit Startschwierigkeiten, für die er selbst nichts kann.
Lucy Ullmann
11.06.2026
3 min.
IG Metall warnt: Rückschritte bei grünem Stahl kosten Jobs
IG Metall warnt: Rückschritte bei grünem Stahl kosten Jobs - Die Stahlbranche in Deutschland steckt tief in der Krise (Archivbild)
Die deutsche Stahlindustrie steckt tief in der Krise. Nun macht die Branche Druck auf die Bundesregierung. Es geht um die Frage, wohin es für die Industrie gehen soll - und mit ihr Zehntausende Jobs.
Von Torsten Kleditzsch
4 min.
17:30 Uhr
4 min.
Kann das wahr sein? Was Journalismus heute leisten muss - Zum 80. Geburtstag der „Freien Presse“
Meinung
Redakteur
Kann das wahr sein? Was Journalismus heute leisten muss - Zum 80. Geburtstag der „Freien Presse“ - Die „Freie Presse“ wird 80 Jahre alt.
Demokratie wird zur Farce, wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist, sich ein eigenes Bild von der Welt zu machen. Was heißt das für eine Lokalzeitung im Ringen um die Wahrheit?
Torsten Kleditzsch
17:30 Uhr
3 min.
Zwickauer Kinderarztpraxis schließt: „Das Aus hat uns überrascht“
Zwickauer Kinderarztpraxis schließt: „Das Aus hat uns überrascht“ - Darauf, dass eine Praxis für Kinder- und Jugendmedizin in Zwickau bald schließt, deutet außen am Haus nichts hin.
Zum 1. Juli schließt eine Praxis für Kinder und Jugendliche in Zwickau. Eltern zeigen sich bestürzt. Ein Nachfolger für diese Praxis ist nicht in Sicht.
Elsa Middeke
Mehr Artikel