Festo plant den Abbau von Stellen. (Archivbild)
Festo plant den Abbau von Stellen. (Archivbild) Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Wirtschaft
Festo will rund 1.300 Stellen in Deutschland streichen

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Druck aus Asien, schwache Wirtschaft: Festo setzt den Rotstift an und baut zahlreiche Stellen ab. Was steckt hinter dem Sparkurs - und wie geht es für die Beschäftigten weiter?

Esslingen am Neckar.

Der Industrieanlagenbauer Festo will in Deutschland rund 1.300 Stellen streichen. Marktveränderungen, zunehmender Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen forderten Festo stark heraus, teilte das Familienunternehmen aus Esslingen mit. Angesichts der verschärften Marktbedingungen setze man auf ein globales Transformationsprogramm zur Steigerung von Wachstum und Effizienz.

Um den finanziellen Spielraum zu erreichen, den der Umbau erfordert, werde Festo in Deutschland seine Strukturen verschlanken, hieß es. Die Stellen sollen über verschiedene Bereiche hinweg abgebaut werden. "In den Abstimmungen sprechen das Unternehmen und der Betriebsrat darüber, wie dieser Stellenabbau möglichst verantwortungsvoll und sozialverträglich gestaltet werden kann."

Weltweit möchte das Unternehmen jährlich 200 Millionen Euro einsparen. Auch im Ausland würden Stellen eingespart, wurde Vorstandschef Thomas Böck von der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" zitiert. In Deutschland schloss Böck die Schließung von Standorten aus. "Wir werden auch alle Produktionsstandorte in Deutschland erhalten."

Gewerkschaft hält Schritt für falsch

Deutliche Kritik an dem geplanten Stellenabbau kam von der IG Metall. "Das hat uns und die Beschäftigten eiskalt erwischt", sagte Funktionär Max Czipf von der Gewerkschaft in Esslingen. Das Ausmaß der geplanten Maßnahmen sei überraschend und mache große Sorgen über die Auswirkungen auf die Arbeits- und Wirtschaftsregion. Die IG Metall Esslingen halte den Schritt für falsch. "Wer in dieser wirtschaftlichen Krise Jobs abbaut, verantwortet den Schaden am Industriestandort", warnte er.

Dritter Umsatzrückgang in Folge

Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen rund 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - genau so viele wie ein Jahr zuvor. Ungefähr 8.200 von ihnen arbeiteten in Deutschland. Die maue Wirtschaftslage hatte das Geschäft des Familienunternehmens aber belastet. Der Umsatz sank 2025 um 3,7 Prozent auf rund 3,33 Milliarden Euro. Es handelte sich um den dritten Rückgang in Folge. 2022 hatte Festo noch einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zum Gewinn äußert sich das Familienunternehmen nicht. 

Festo-Produkte kommen in vielen Branchen zum Einsatz

Festo ist spezialisiert auf Steuerungs- und Automatisierungstechnik in der Industrie. Zu den Produkten des Unternehmens gehören Geräte, die mit Druckluft arbeiten, sowie Software- und KI-Lösungen. Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel in der Nahrungsmittel-, Auto- und Medizintechnikbranche. Festo ist außerdem in der technischen Bildung aktiv und arbeitet zunehmend an Bioreaktoren, um nachhaltige Lösungen für die Industrie zu entwickeln. (dpa)

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