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Mehr als drei Viertel der Chefs und Führungskräfte sehen stabile demokratische Verhältnisse als Schlüssel für Investitionen und Vertrauen. Wie groß ist die Angst vor Parteien mit Demokratiedefizit?
Mehr als drei von vier Führungskräften in Deutschland sind überzeugt, dass der wirtschaftliche Erfolg ihres Unternehmens auch von stabilen demokratischen Verhältnissen abhängt. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Europäischen Bewegung Deutschland. Dafür waren zwischen dem 18. Mai und dem 27. Mai bundesweit 505 Führungskräfte aus Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern befragt worden.
Planungssicherheit ist vielen wichtig
78 Prozent sehen demnach einen Zusammenhang zwischen demokratischer Stabilität und dem Erfolg ihres Unternehmens. Für mehr als die Hälfte ist dieser Zusammenhang sogar unmittelbar relevant: 44 Prozent betrachten der Umfrage zufolge demokratische Stabilität als wichtige Voraussetzung für Planungssicherheit, Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung, weitere 9 Prozent stufen sie als geschäftskritisch ein.
Dass eine stabile Demokratie für das Unternehmen indirekt relevant sei, etwa als Teil eines stabilen Geschäftsumfeldes, ist demnach eine Auffassung, die jede vierte Führungskraft (25 Prozent) vertritt.
Für die Antwortvariante "Demokratische Stabilität ist vor allem gesellschaftlich wichtig, aber für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens kaum relevant", entschieden sich den Angaben zufolge 17 Prozent der Befragten. Fünf Prozent der Befragten trauten sich bei dieser Frage kein Urteil zu.
Grundrechte und unabhängige Justiz
Von den verschiedenen Aspekten der Demokratie am wichtigsten sind den Führungskräften in Deutschland laut Umfrage der Schutz von Grund- und Freiheitsrechten sowie Rechtsstaatlichkeit und eine unabhängige Justiz sowie freie und faire Wahlen. Dass das eigene Unternehmen sich zu demokratischen Grundsatzfragen öffentlich positioniert, hält den Angaben zufolge eine deutliche Mehrheit für gut. Das gilt auch für öffentliche Äußerungen gegen Extremismus oder antidemokratische Bewegungen. Eine politische Partei öffentlich zu loben oder zu kritisieren, ist dagegen etwas, was Führungskräfte mehrheitlich eher skeptisch sehen.
Parteien mit Demokratiedefizit als Risikofaktor
Die Europäische Bewegung - ein überparteilicher Zusammenschluss von Organisation, der sich für ein geeintes Europa einsetzt - wollte von den Befragten auch wissen, inwieweit der politische Einfluss von Parteien oder politischen Akteuren, die demokratische Grundsätze infrage stellen, aus ihrer Sicht ein Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens darstellen würde. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) sehen hier ein Risiko. 29 Prozent der Führungskräfte sehen dies nicht. Neun Prozent der Befragten antworteten auf diese Frage mit "Weiß nicht".
EU-Mitgliedschaft wird mehrheitlich positiv bewertet
Über Vorgaben der EU zu klagen, ist zwar in vielen Branchen keine Seltenheit. Doch dass Deutschland Mitglied in der Europäischen Union ist, hält eine Mehrheit von 58 Prozent der befragten Führungskräfte am Ende doch für vorteilhaft für das eigene Unternehmen. 27 Prozent der Befragten bewerteten die EU-Mitgliedschaft mit Blick auf den Unternehmenserfolg neutral. Lediglich 13 Prozent der Führungskräfte sehen demnach mehr Nachteile als Vorteile. (dpa)





