Rheinmetall-Panzer bei einer firmeneigenen Show im Werk in Unterlüß, vorne der Panther-Kampfpanzer. Der dürfte auch auf der Eurosatory zu sehen sein. (Archivbild)
Rheinmetall-Panzer bei einer firmeneigenen Show im Werk in Unterlüß, vorne der Panther-Kampfpanzer. Der dürfte auch auf der Eurosatory zu sehen sein. (Archivbild) Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Wirtschaft
Nach FCAS-Flop: 100 deutsche Firmen auf Pariser Waffenmesse

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Europa muss unabhängiger werden von den USA, darin sind sich europäische Nato-Militärs weitgehend einig. Aber wie? Auf einer Pariser Messe zeigen Rüstungsfirmen ihre neuesten Waffen.

Paris.

Nach dem Scheitern des Kampfjet-Projektes FCAS fordert Deutschlands Rüstungsindustrie-Verband Lehren für künftige Vorhaben. FCAS müsse man zwar abhaken, aber andere europäische Kooperationen seien weiterhin möglich, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, Hans Christoph Atzpodien, der Deutschen Presse-Agentur vor der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory. 

FCAS steht für "Future Combat Air System" (künftiges Luftkampf-System). Deutschland und Frankreich hatten das milliardenschwere Vorhaben 2017 begonnen, aber nicht wesentlich vorangebracht. Unlängst war es für gescheitert erklärt worden.

"Den Gedanken von mehr europäischer Zusammenarbeit wollen und dürfen wir nicht aufgeben", sagte Atzpodien, der frühere Chef der Thyssenkrupp-Marinetochter. "Wir müssen uns nur noch mehr damit befassen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit solche Projekte erfolgreich werden." Dabei gehe es vor allem darum, die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Regierungen und Firmen "im ehrlichen Schulterschluss" zu harmonisieren.

Europäisches Kampfjet-Projekt ist gescheitert

Europas Rüstungsbranche ist zersplittert. Kritiker bemängeln zu viele nationale Alleingänge, wodurch ein Wildwuchs an unterschiedlichen Waffensystemen entstanden sei, der eine schnelle effiziente Rüstungsproduktion und damit eine optimale Verteidigungsfähigkeit Europas erschwere. 

Zwar schoben Deutschland und Frankreich 2017 zwei Großprojekte an, bei denen man gemeinsam vorgehen wollte - das Kampfjet-Vorhaben FCAS und das Panzerprojekt "Main Ground Combat System" (Hauptsystem für den Bodenkampf, kurz MGCS). 

Bei FCAS kamen die beteiligten Firmen auf keinen gemeinsamen Nenner. Auch das Panzervorhaben MGCS könnte zum Rohrkrepierer werden, wie Rheinmetall-Chef Armin Papperger unlängst in der "Welt am Sonntag" deutlich machte. Der deutsche Manager befürchtet einen Ausstieg der Franzosen.

Das MGCS zielt darauf ab, bis 2040 die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc durch ein plattformübergreifendes Bodenkampfsystem ersetzen zu können. Beteiligt sind neben Rheinmetall der französische Thales-Konzern sowie KNDS. Die Firma war aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann und des staatlichen französischen Unternehmens Nexter hervorgegangen.

Rund 100 deutsche Firmen auf Pariser Messe

Der deutsche Rüstungsindustrie-Verband BDSV betont die starke Präsenz deutscher Firmen auf der französischen Messe Eurosatory. "Wir sind mit rund 100 Unternehmen auf der Messe präsent - das zeigt, dass wir uns international präsentieren und vernetzen wollen, wobei wir auch an Kooperationen mit anderen internationalen Partnern interessiert sind", sagte Atzpodien. 

Die Eurosatory ist eine der größten Rüstungsmessen der Welt. Gut 2.600 Aussteller aus 68 Staaten präsentieren dort von Montag bis Freitag ihre Panzer, Artilleriegeschütze, Munition, Drohnen und andere Rüstungsgüter. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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