Siemens-Chef Roland Busch kann sich über robuste Zahlen freuen. (Archivbild)
Siemens-Chef Roland Busch kann sich über robuste Zahlen freuen. (Archivbild) Bild: Moritz Frankenberg/dpa
Wirtschaft
Siemens trotzt den Krisen - aber nicht ohne Schrammen

Freie Presse auf Google News folgen

Der derzeit wertvollste Konzern im Dax schreibt Milliardengewinne und profitiert von der Erholung in einem seiner wichtigsten Bereiche. Insgesamt sinkt der Gewinn aber.

München.

Siemens hat in der von Unsicherheit und Belastungen geprägten Weltlage solide Zahlen vorgelegt. Zwar sank der Gewinn des Konzerns im zweiten Geschäftsquartal von Januar bis März um 8 Prozent, wie er mitteilt. Viele andere deutsche Unternehmen sind von 2,2 Milliarden Euro Plus unter dem Strich aber weit entfernt. Zudem hatte Siemens vor einem Jahr noch von einem Sondereffekt profitiert.

Der Umsatz blieb trotz eines Verkaufs bei 19,8 Milliarden Euro stabil, der Auftragseingang stieg dagegen um 11 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Bei allen Zahlen machten sich negative Währungseffekte bemerkbar. Wie stark sie auf den Gewinn wirkten, beziffert Siemens nicht genau. Bei Auftragseingang und Umsatz waren es dem Konzern zufolge aber 7 beziehungsweise 6 Prozentpunkte. Zudem drückten sie die Marge um 0,8 Prozentpunkte. Siemens erwartet hier im zweiten Halbjahr aber Besserung.

Ausgesprochen stark wuchs dagegen das Geschäft mit Rechenzentren. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz dort mit 1,8 Milliarden Euro um 45 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, wie Siemens-Chef Roland Busch sagt. "Wir sind zuversichtlich, dass diese beeindruckende Entwicklung über das gesamte Geschäftsjahr 2026 anhält."

Digital Industries erholt sich 

Vor allem Digital Industries (DI) konnte sich im zweiten Quartal weiter erholen. Die Sparte war lange Zeit die profitabelste im Konzern, hatte dann aber einige Zeit unter anderem wegen zu großer Lagerbestände bei den Kunden geschwächelt und den Abbau mehrerer tausend Jobs im Automatisierungsgeschäft angekündigt. Nun geht es wieder aufwärts: Das Ergebnis stieg von 634 Millionen auf 857 Millionen Euro. "Das Marktumfeld zeigte erste Anzeichen von Besserung", sagt Busch. "Das steht aber nun durch erneuerte geopolitische Volatilität in Frage."

Den höchsten Ergebnisanteil steuerte erneut Smart Infrastructure bei. Das Ergebnis dort sank aber um 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro - hier hatte der Vergleichswert aus dem Vorjahr allerdings den bereits erwähnten positiven Sondereffekt von mehr als 300 Millionen gehabt.

Eisenbahn-Sparte verdient weniger

Die Eisenbahn-Sparte Mobility steuerte 208 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Das war gut ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Hier wirkten sich laut Siemens unter anderem US-Zölle aus.

"Wir haben ein erfolgreiches zweites Quartal abgeliefert, trotz des weiterhin sehr anspruchsvollen geopolitischen Umfelds", sagt Busch. Siemens hat erst vor kurzem seine Prognose für das laufende Jahr erhöht. Auf Konzernebene bestätigte das Unternehmen die Zahlen, passte allerdings kleine Details auf Ebene der Segmente an. 

Zudem kündigte Finanzvorständin Veronika Bienert ein neues Aktienrückkaufprogramm an. In den kommenden fünf Jahren will Siemens bis zu 6 Milliarden Euro dafür einsetzen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
20.05.2026
2 min.
Nvidia beschleunigt Wachstum mit 85 Prozent Umsatzplus
Nvidia beschleunigt Wachstum mit 85 Prozent Umsatzplus - Chips von Nvidia sind seit Jahren unverzichtbar in KI-Rechenzentren. (Archivbild)
Chips von Nvidia sind eine Schlüsseltechnologie für Künstliche Intelligenz. Dem Konzern beschert das weiter rasantes Wachstum und Milliardengewinne.
29.05.2026
2 min.
Tödlicher Badeunfall am Stausee Rabenstein: Großaufgebot an Einsatzkräften suchte zwei Stunden lang nach dem Opfer
Tödlicher Badeunfall am Stausee Rabenstein: Großaufgebot an Einsatzkräften suchte zwei Stunden lang nach dem Opfer - Bei einem Badeunfall am Stausee Rabenstein ist am Donnerstagabend ein Mann ertrunken.
Mit mehreren Booten, Drohnen und Spezialtauchern wurde am Donnerstagabend ein Mann gesucht, der 25 Meter vom Ufer entfernt untergegangen war. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Mittlerweile steht seine Identität fest.
Benjamin Lummer
28.05.2026
3 min.
Das ist die meistgestellte Frage der Kunden der Oederaner Bäckerei Möbius
Das ist die meistgestellte Frage der Kunden der Oederaner Bäckerei Möbius - Mandy Kiesewalter und Markus Grimm zeigen Überraschungstüten, wie sie auch in der Filiale der Bäckerei Möbius an der Kesselgasse in Freiberg angeboten werden.
Wo landen die nicht verkauften Waren des Bäckereibetriebs? Darauf gibt es viele Antworten. Eine Variante ist jetzt entfallen. Dafür soll eine Idee in einem Freiberger Geschäft umgesetzt werden.
Jan Leißner
20:33 Uhr
2 min.
Deutscher Filmpreis: Gala vorübergehend unterbrochen
Deutscher Filmpreis: Gala vorübergehend unterbrochen - Der Livestream wurde zeitweise unterbrochen.
Vor rund 1.900 geladenen Gästen wird in Berlin der Deutsche Filmpreis verliehen. Die Veranstaltung wird auch live online gezeigt. Dann kommt es zu einer Technikpanne.
21.05.2026
2 min.
Nvidia beschleunigt Wachstum mit 85 Prozent Umsatzplus
Nvidia beschleunigt Wachstum mit 85 Prozent Umsatzplus - Chips von Nvidia sind seit Jahren unverzichtbar in KI-Rechenzentren. (Archivbild)
Chips von Nvidia sind eine Schlüsseltechnologie für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Dem Konzern beschert das weiter rasantes Wachstum und Milliardengewinne.
20:11 Uhr
1 min.
Unwetter wütet im Westen Deutschlands - Feuerwehreinsätze
Unwetter wütet im Westen Deutschlands - Feuerwehreinsätze - Wegen einer Gewitterfront gelten Unwetterwarnungen im Westen Deutschlands.
Heftige Gewitter, Starkregen und Hagel ziehen über den Westen Deutschlands. Münster ist stark betroffen.
Mehr Artikel